Die Redaktion empfiehlt: »Die Schlümpfe und das verlorene Dorf« Die Schlümpfe und ihre phantastischen Freunde

22. August 2017

Jahrzehntelang waren die Schlümpfe – jene blauen Knirpse mit den weißen Mützen und dem skurrilen Schwänzchen am Hintern – eigentlich geschlechtsneutral, allerhöchstens männlich. Streng genommen handelte es sich bei ihnen vor allem in den frühen Peyo-Geschichten um Jungs, die noch nicht in der Pubertät sind. Sie ringen sich unter der milden Regierung eines älteren Herrn mit weißem Bart gelegentlich dazu durch, nicht nur die ganze Zeit zu tanzen und zu feiern, sondern auch mal Staudämme zu bauen und sich um ihre Ernährung zu kümmern.

Irgendwann kam Schlumpfine ins Spiel, eine aufgeregte Blondine, in die sich alle verliebten und die sich nur mühsam ins Dorfleben integrierte. Das ist lang her. Mittlerweile sind die »Schlümpfe« gleich mehrfach verändert worden, sie sind also echte Filmstars – die früheren Namen wichen dabei auch neuen und kürzeren Bezeichnungen.

2017 kam mit »Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf« bereits der dritte Kinofilm heraus. Es lag nahe, dieses Thema weiter auszunutzen. Also entstanden auf Basis des Filmes gleich erste Comic-Geschichten, die wohl zu einer neuen Reihe ausgebaut werden .

Erschienen ist mit »Der verbotene Wald« ein erster Band – natürlich im Toonfish-Verlag, der ja die »Schlümpfe« im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Zielgruppe dieses Comics sind eindeutig Kinder, vor allem jene, die durch die Verfilmungen der neuen Zeit auf die kleinen blauen Kobolde aufmerksam geworden sind. Als Erwachsener, der mit den kleinen blauen Gnomen großgeworden ist, schaute ich mir das mit großem Interesse an.

In den fünf Kurzgeschichten des aktuellen Bandes werden sie mit allerlei Herausforderungen konfrontiert. Nicht nur, dass es auf der anderen Seite einer ominösen Mauer ein Dorf mit Schlumpfmädchen gibt, die Kleidchen tragen und violette Haare haben, es wimmelt dort auch noch von Fantasy-Wesen.

Fleischfressende Pflanzen, violette Monster, fliegende Insekten, auf denen man reiten kann – die ohnehin schon phantastische Welt der »Schlümpfe« wird noch phantastischer.

Das kann man bedauern, weil es die bisherige Serie stark verändert, oder man kann es begrüßen: Den Schlumpfbuben werden jetzt eben Schlumpfmädels zur Seite gestellt, und es gibt zahlreiche Fantasy-Elemente, die den Kindern von heute eine vielseitige und sehr bunte Welt präsentieren. Ihr Phantasiemuskel wird damit sehr früh trainiert, das finde ich gut.

Die Geschichten sind hübsch gezeichnet und flott erzählt; verschiedene Kreative aus dem frankobelgischen Comic-Geschäft arbeiten hier zusammen. Die Kino-Version wird also in gewisser Weise zum Original zurückgeführt und befruchtet das. Kein Grund zur Trauer für »alte« Fans der »Schlümpfe« – es ist zu begrüßen, wenn so eine alte Serie modernisiert wird und neue Fans findet.

»Die Schlümpfe und das verlorene Dorf« ist ein schöner Start in eine neue Zeit. Man muss das Buch nicht haben, definitiv nicht – aber es ist eine gelungene Mixtur aus Fantasy und Funny; die Leseprobe sollte man sich auf jeden Fall anschauen.

Das Buch ist 48 Seiten stark und kostet 12,95 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-95839-957-0 kann man es in jeder Buchhandlung bestellen, ebenso bei Versendern wie Amazon.
 

Klaus N. Frick

 

Die Schlümpfe und das verlorene Dorf 1
Jost, Alain/Parthoens, Luc
toonfish
ISBN/EAN: 9783958399570