Was ist der Mensch in Berlin? (gebundenes Buch)

Briefe eines europäischen Flaneurs
ISBN/EAN: 9783351036928
Sprache: Deutsch
Umfang: 375 S., 12 Illustr.
Einband: gebundenes Buch
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Alfred Kerr: eine moderne Liebeserklärung an den Menschen Zwischen 1895 und 1900 schrieb der prominente Kritiker Alfred Kerr seine 'Briefe' aus der Reichshauptstadt. Angesichts des sich heute ähnlich rasant vollziehenden Wandels in Berlin und der Welt sind sie verblüffend aktuell. Sie öffnen dem heutigen Leser die Augen für den Lauf der Dinge, für das Wesentliche und für das, was bleibt. Kaum einer hat das menschliche Zusammenleben so einfühlsam schildern können wie Alfred Kerr, von den Idolen der Macht bis zu denen, die mit dem Leben nicht fertig werden: den Gestrauchelten, den Bankrotteuren, den Hochstaplern und den Namenlosen. Frappierend sind die Parallelen zu unserer Welt, wie wir sie tagtäglich erleben. Wenn der junge Kerr die Metropole durchstreift, hält er alles fest, was seinen Spott herausfordert oder seinen Enthusiasmus beflügelt. Er spürt das Verfehlte, Halbherzige und Unangemessene auf, doch bei aller Schärfe des kritischen Blicks lässt er sich nicht abbringen von der Freude über das, was dennoch Bestand hat: den Großstadt-Frühling und die Liebe, den Zauber stiller Parks - und das zutiefst Menschliche, das sich trotzig zu behaupten sucht. 'Staunend steht man hundert Jahre später vor diesen Dokumenten des Aufbruchs und einer wunderbaren Lebendigkeit.' Berliner Zeitung
Alfred Kerr, der einflußreichste deutsche Kritiker und Essayist, wurde 1867 in Breslau als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Er studierte in Breslau und Berlin, wo er seit 1887 lebte und für große Zeitungen und prominente Zeitschriften seine maßstabsetzenden Theaterkritiken schrieb: für das "Magazin für Literatur", den "Tag" und das "Berliner Tagblatt" wie für die "Neue Deutsche Rundschau". Seine Bücher wurden 1933 von den Nazis verbrannt und er floh über die Schweiz und Paris nach London. Kerr starb 1948 in Hamburg.Von seinen Werken seien genannt: Die Welt im Drama (1917); Die Welt im Licht (1920); Es sei wie es wolle,/Es war doch so schön (1927); Die Diktatur des Hausknechts (1931).Günther Rühle, Herausgeber von Kerrs Berliner Briefen, wurde 1924 in Gießen geboren. Er arbeitet 25 Jahre als Kulturredakteur der FAZ, bevor er 1974 deren Feuilleton übernahm. 1985-1990 war er Intendant am Schauspiel Frankfurt und anschließend Feuilletonchef des Berliner "Tagesspiegels". Seit 1995 lebt er in Bad Soden. Günther Rühle ist Autor umfangreicher Publikationen zum deutschen Theater und Herausgeber der Gesammelten Werke von Marieluise Fleißer und Alfred Kerr.