Rüdiger Schäfer hat den Umstieg auf E-Books nie bereut Der PERRY RHODAN NEO-Autor spricht über seine Erfahrungen mit E-Books

21. April 2014

Vor wenigen Jahren gehörte ich noch zu jenen Menschen, die das gedruckte Buch für den einzig wahren Extrakt literarischer Anstrengungen hielten. Welcher Autor erinnert sich nicht an jenen erhebenden Augenblick, an dem er zum ersten Mal ein selbstgeschriebenes Werk als Romanheft, Taschenbuch oder Hardcover in den Händen hielt? Und auch wenn die entsprechenden Endorphinschübe mit den Jahren (und der wachsenden Anzahl verfasster Romane) in ihrer Intensität ein klein wenig nachlassen, so zählen die Ankunft der vom Verlag verschickten Belegexemplare oder eine Sichtung des eigenen Meisterwerks in einer Buchhandlung bis heute zu meinen angenehmsten Erfahrungen als Autor.

2011 legte ich mir dann einen Kindle zu. Der Online-Versandriese Amazon startete damals eine Aktion und bot sein Flaggschiff unter den E-Book-Readern zum Kampfpreis an. Man kann es ja mal ausprobieren, dachte ich mir. Und als Verfasser von SF-Romanen sollte man neuen technischen Entwicklungen doch ohnehin aufgeschlossen gegenübertreten.
Inzwischen ist der Kindle zu meinem täglichen Begleiter geworden. Ich will ihn nicht mehr missen, und auch, wenn ich noch immer das ein oder andere Buch als Druckerzeugnis kaufe, habe ich den Umstieg keine Sekunde bereut.

Ich bin jemand, der stets mehrere Bücher parallel liest. Mit meinem Reader habe ich sie alle immer bei mir – und sie passen gemeinsam in meine Jackentasche.

Sobald ich sie aufschlage (antippe) bin ich wieder an der Stelle, an der ich zuletzt mit dem Lesen aufgehört habe. Umblättern funktioniert mit einer Hand, und mit 200 Gramm wiegt selbst der dickste Wälzer nicht mehr als ein Apfel.
Da ich auf die 50 zugehe, liebe ich die Möglichkeit, die Schriftgröße individuell anzupassen. Die blendfreie Beleuchtung erlaubt mir die Lektüre auch bei schlechten Lichtverhältnissen – zum Beispiel morgens im Bus oder im Hotelbett.

Nicht zuletzt sind die meisten E-Books auch noch deutlich günstiger zu haben als ihre gedruckten Brüder und Schwestern.

Insofern kann ich gut verstehen, dass die "Auflagen" im E-Book-Bereich kontinuierlich steigen, dass sich immer mehr Buchliebhaber von den vielen Vorteilen der E-Reader überzeugen lassen.

Zugegeben – als Autor ist der Anblick des mit meinen gedruckten Werken gefüllten Wandregals noch immer befriedigender als die Dateiliste der E-Book-Versionen. Doch der Fortschritt lässt sich nun einmal nicht aufhalten, und am Ende entscheiden einzig und allein die Leser, in welcher Form sie meine Texte konsumieren wollen.

Rüdiger Schäfer