Michael Marcus Thurner interviewt Susan Schwartz »Meine Vorfreude ist riesig« – Teil zwei

19. April 2017

Es ist eine Überraschung für viele PERRY RHODAN-Leser: Nach langer Pause kehrt Susan Schwartz ins Autorenteam der PERRY RHODAN-Serie zurück. Ihr erster Roman trägt die Bandnummer 2907 und erscheint am 5. Mai 2017.

Grund genug, mit der Autorin ein Interview zu führen – die Fragen hierzu stellte Michael Marcus Thurner.

Wir veröffentlichen das Interview in zwei Teilen: Heute kommt der erste Teil, morgen folgt der zweite.

Michael Marcus Thurner: Willkommen zurück im Autorenteam! Wobei du eigentlich nie so richtig weg warst; du hast auch nach deinem Austritt aus dem Team im Jahr 2003 immer wieder Gastromane geschrieben, und bei PERRRY RHODAN NEO bist du schon längere Zeit stark vertreten. Was sind deine Gedanken zur Rückkehr, wie groß ist die Vorfreude auf die regelmäßige Mitwirkung bei der PERRY RHODAN-Erstauflage?

Susan Schwartz: Danke schön! Ja, ich habe gerade nachgesehen, ich habe allein in der Erstauflage seit meinem Ausstieg 14,5 Heftromane bis 2016 beigesteuert. Bei NEO bin ich seit Band 100 ab 2015 regelmäßig im Team dabei. Für die Miniserie PERRY RHODAN-Arkon habe ich auch zwei Beiträge geliefert. Und noch so dies und das. Also eigentlich gab es eine schöne Regelmäßigkeit.

Trotzdem – es ist etwas ganz anderes, wieder fest im Team dabei zu sein. Meine Vorfreude ist entsprechend riesig, zugleich habe ich Lampenfieber und Wiedersehensfreude, wie jemand, der nach langer Abwesenheit nach Hause kommt. Klingt enorm kitschig, stelle ich gerade fest, aber du wolltest meine Gedanken und Empfindungen wissen.

Michael Marcus Thurner: Für all jene, die deinen Werdegang nicht sooo genau verfolgt haben: Was hast du denn in den letzten 14 Jahren alles getrieben?

Susan Schwartz: Uff! Na, dazu muss ich aber gewaltig ausholen. Zusammengefasst: Ich war pausenlos beschäftigt.

Ich zähle jetzt mal das Hauptsächliche auf. An Heftserien habe ich bei »Bad Earth« und »Maddrax« mitgeschrieben. Ich habe die Fantasy-Trilogie zu dem Game »Spellforce« verfasst. Meine eigene Fantasy-Reihe »Die Chroniken von Waldsee« in fünf Bänden. Zwei Fantasy-Bände als Prisca Burrows – und zwar »Der Fluch der Halblinge« sowie »Das Opfer der Bogins«.

Zudem habe ich die zwanzigbändige Serie »Elfenzeit« konzipiert, die Exposés geschrieben und neun Romane dazu verfasst. Zu dem fünfzehnteiligen Nachfolger »Schattenlord« habe ich neben Konzept und Exposé acht Bände beigetragen.

Ich habe einen Roman für Markus Heitz' SF-Reihe »Justifiers« geliefert. Ich habe zwei Literaturpreise für einen Kurzkrimi und für eine Short Story zum Thema »Menschenrechte« bekommen. Ich habe den Fabylon-Verlag wieder in Schwung gebracht und dazu die 24-teilige Serie »SunQuest« konzeptioniert, die Exposés verfasst, alles koordiniert und vier Teile geschrieben. Abseits davon habe ich viele Schreibseminare und Workshops veranstaltet und war als Reisefotografin für Frauenmagazine on tour. Außerdem wurde ich Partnerin bei der Literaturagentur Ashera und kümmere mich um den ganzen Verwaltungskram. Und was es sonst noch alles gab an Kurzgeschichten, Herausgebertätigkeit und so weiter, würde den Platz hier sprengen. Es sind ja auch knapp eineinhalb Jahrzehnte. Wie ich gesagt habe: volles Programm.

Michael Marcus Thurner: Du bist gemeinsam mit deinem Mann Gerald Inhaberin des Fabylon-Verlags. Wird die Verlagsarbeit unter deiner Rückkehr zur PERRY RHODAN-Erstauflage leiden? Was ist von Fabylon im Jahr 2017 und darüber hinaus zu erwarten?

Susan Schwartz: Ich glaube nicht, dass die Verlagsarbeit darunter leiden wird. Ich habe jetzt dreißig Jahre Erfahrung, um die Organisation hinzubekommen – und vor allem zu wissen, was ich machen will. Wir haben ja inzwischen einige etablierte Reihen wie etwa Sherlock Holmes, SteamPunk und die Vampire, und da Fabylon dieses Jahr 30 Jahre Bestehen feiert (hurra!), kommen natürlich auch neue Ideen dazu.
Im Frühjahr begeben wir uns ins Reisegenre und starten zur Saison mit einem tollen Mallorca-Anekdoten-Buch. Bei Dark Fantasy und Vampir ist auch schon einiges in der Pipeline, es gibt einen neuen Science-Fiction-Titel, und ich tüftle an einem Konzept für eine Krimireihe, an der ich mich selbst als Autor beteiligen will. Ich liebe Krimis, also wird es Zeit, da was zu unternehmen! Neben dem Verlegen bieten wir als Autorenservice mittlerweile Korrektorat, Lektorat und Coaching an. Na, und das ist noch längst nicht alles. Für die kommenden Jahre habe ich einiges vor, aber pssst, hier habe ich den künstlerischen Aberglauben und verrate noch nichts weiter …

Michael Marcus Thurner: Vierzehn Jahre sind eine lange Zeit. Von den ehemaligen Kollegen, mit denen du bei früheren Autorenkonferenzen zusammengesessen bist, sind nur noch Hubert Haensel, Uwe Anton und Leo Lukas mit dabei, das Exposéteam ist ebenfalls neu. Wie gut kennst du bereits die neuen Kollegen? Glaubst du, dass es Anpassungsschwierigkeiten geben wird?

Susan Schwartz: Nein, das glaube ich nicht – also zumindest von meiner Seite aus nicht. Ich habe ja durch meine Gastbeiträge schon mit allen gearbeitet, und das hat immer gut geklappt. Ich kenne die Teamarbeit bei PERRY RHODAN und kann mich sehr schnell wieder in die Regelmäßigkeit einfinden.

Persönlich kenne ich alle vom Team schon viele Jahre gut bis sehr gut oder bin sogar befreundet. Mit den Exposés bin ich auch längst vertraut und komme sehr gut damit zurecht. Die einzige Umstellung für mich wird sein, dass ich nun die laufenden Exposés für die Handlung mitverfolgen muss, um sofort an jeder Stelle einsatzbereit sein zu können, ohne intensive und zeitraubende Einarbeitung betreiben zu müssen.