Mein NEO-Bordbuch vom März 2016 Werkstattbericht von Michael H. Buchholz

31. März 2016

Während seiner Arbeit an aktuellen Romanen und Exposés beschäftigt sich Michael H. Buchholz auch stets damit, wichtige Details aufzuschreiben. Auszüge daraus liefert er in kurzweiligen Rückblicken – heute geht es um einen Tag im März 2016 ...

11. März 2016

Unfassbar! Das denke ich dieser Tage immer wieder.

Und zwar im positivsten Sinn – sind doch mit Beginn dieser Woche genau 25 NEO-Exposees »vom Stapel gelaufen»!

Rüdiger Schäfer und ich haben also »ein Viertel Borsch« geschafft. Nicht irgendwie, sondern zur überwiegenden Zufriedenheit unserer Leser. Wow! Ich gebe gern zu, wir sind ein kleines bisschen stolz darauf. Zugleich aber ist uns das ein umso größerer Ansporn, auch das zweite Viertel in bewährter Manier zu gestalten.

Bald liegen also 25 NEO-Romane vor, die in der sogenannten Zweiten Epoche spielen. Rüdiger wird den »Jubiläumsband« 125 selbst schreiben, während mir das Vergnügen vorbehalten bleibt, auch das zweite Viertel mit einem Roman aus meiner Feder einzuleiten.

Am Horizont zeichnet sich jetzt schon unser erklärtes Etappenziel ab: der echte Jubiläumsband 150! Mit ihm werden wir die Handlungsfäden aller dann erzählten fünf Staffeln beenden und zu neuen Ufern aufbrechen – vielleicht wird man in rund zwei Jahren das, was wir uns ausgedacht haben, als weiteren Meilenstein der Serie bezeichnen.

Aber nicht nur Vorausschauen, sondern auch Rückblicke sind bei einem kleinen Jubiläum sicher erlaubt.

So bin ich mir selbst rückblickend sehr dankbar, dass ich mich vor mehr als einem Jahr in einem Punkt als »nicht verhandlungsbereit« gezeigt habe. Denn als ich Eric Leyden und seinen ständigen Begleiter, den Kater Hermes, erfand, erntete ich nicht nur ungeteilte Zustimmung im Team. Rüdiger war anfangs wenig angetan, und auch unser Chefredakteur Klaus N. Frick – wie soll ich sagen? – reagierte durchaus skeptisch.

Umso mehr erfreut es mich und sicher auch meine Autorenkollegen Rainer Schorm und Kai Hirdt (beides Katzenfans), wie elegant und mühelos unser Weltraumtiger in die Herzen der Leser gesprungen ist.  Wir haben Zuschriften bekommen, in denen begeistert von »Kater Hermes und seinem Team« die Rede war. Inzwischen staunt Rüdiger nur noch über Hermes’ Popularität, während Klaus darüber nachsinnt, ob man Hermes nicht Autogrammkarten mit Pfotenabdruck und einen eigenen Twitter-Account spendieren sollte ...

Eric selbst und seine Mitstreiter/-innen haben sich ebenfalls als eine große Bereicherung für die Serie herausgestellt. Nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei den Autoren erfreuen sich die Zänkel- und Sticheleien einer ungebrochenen Beliebtheit. Sie bieten einerseits die willkommene Gelegenheit, einen gewissen Humor in die Serie hineinzutragen, gewähren aber zugleich auch einen gänzlich anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse, der sich wohltuend von dem der großen Namen wie Perry Rhodan, Reginald Bull, Thora und Crest abhebt.

Perrys und Thoras gemeinsamer Sohn Tom »entstand« schon früh als Randnotiz in einem der ersten Datenblätter zur Serie. Es war eigentlich nie vorgesehen, ihn aktiv in die Handlung zu holen – doch hier entwickelten die Figuren ihr literarisches Eigenleben. Hier war es Rüdiger, der sich des jungen Tom als erster annahm und ihn zu einer unverwechselbaren Figur des NEOversums formte.

Mich erstaunt immer wieder die Fähigkeit meines langjährigen Freundes und Weggefährten, gerade Kinder seriös und dabei unendlich einfühlsam zu schildern. Kai Hirdt hat dann in »Die Geister der CREST« bewiesen, wie gut er mit Kindern (und Katzen) als Protagonisten umzugehen versteht.

Als ich in verschiedenen Leseräußerungen immer wieder auf den Wunsch nach einer baldigen Rückkehr Atlans aufmerksam wurde, gab es für mich kein Halten mehr. Der Arkonide musste einfach zurück in die Serie, und ich hatte bereits eine Vorstellung, wie das gehen sollte.

Mein Dank gilt Rüdiger und Klaus, die mich diesen Roman nicht nur schreiben, sondern vor allem auch nach meiner Vorstellung schreiben ließen. Ich wollte Atlan so auftreten lassen, dass er als eine Art Vermischung aus kneifelschem Zeitabenteurer und scheerschem Kosmopolit in NEO zurückkehrte. Wie die Leserreaktionen zeigen, war genau diese Mischung auch der Wunsch vieler, und ich freue mich, dass ich ihn habe erfüllen können.

Wenn ich mir die einzelnen Bände so anschaue, bin ich nicht nur stolz auf das Erreichte, ich freue mich über einen Aspekt ganz besonders – und das ist die Begeisterung, mit der jede/r im Team bei ihren/seinen Romanen mit dabei war. Diese Fabulierfreude springt einem auf vielen Seiten entgegen und macht NEO meiner Ansicht nach zu einem auf seine Art einmaligen Leseerlebnis.

Und einen will ich nicht unerwähnt lassen, denn seine Arbeit ist stets das Erste, was einem bei jedem NEO sofort ins Auge fällt. Ich meine die Cover unseres Titelbildkünstlers Dirk Schulz! Er gibt NEO seit Jahren mit seinen eindringlichen Bildern ein unverwechselbares Gesicht. Wie sehr gekonnt er Stimmungen einzufangen versteht, zeigt der schon oben erwähnte Roman 114, »Die Geister der CREST«: Danke für diese und andere einprägsamen Szenen!

Das bringt mich zu meinem persönlichen Wunsch für die Zukunft.

Er ist zugleich ein eindringlicher Appell an alle, die ihre NEOs gern als Print lesen. Bitte, macht euren Kioskbesitzern und sonstigen Buchhändlern ein bisschen positiven Druck, sodass sie die tollen Titelbilder von NEO auch gebührend zur Schau stellen. Wann immer ich nämlich einen Kiosk betrete, finde ich NEO entweder gar nicht vor oder irgendwo in schattigen Regalspalten verborgen. Das haben weder wir Autoren, noch Dirk Schulz und erst recht nicht ihr Leser verdient. Holt NEO also gemeinsam aus der optischen Versenkung ... das sollte doch zu schaffen sein.

Sagt den Krämerleuten, und sagt es ihnen immer wieder, dass NEO es allemal wert ist gesehen zu werden – vom Lesen der neuen faszinierenden Abenteuer unseres Helden ganz zu schweigen!