Gespräch mit der »BASIS« (Teil 1) Ein Interview mit Christian Montillon für den französischen PERRY RHODAN-Club

26. November 2012

Der PERRY RHODAN-Autor Christian Montillon schrieb uns:

Der französische PERRY RHODAN-Fanclub BASIS trat mit mir in Verbindung und bat mich um ein Interview – da sagte ich nicht »nein«, stand ich doch mit der dortigen Fanszene bislang gar nicht in Kontakt.

Über die Homepage www.stellarque.com (»stellarque« ist die Übersetzung von »Großadministrator«) ist der französische Club zu erreichen – die Homepage ist natürlich in Französisch gehalten, aber Emails auf Deutsch werden durchaus verstanden und sind gern gesehen!

André ist unter oldman17@sfr.fr zu erreichen und freut sich auf Emails von deutschen Lesern. Viele Mitglieder wollen den GarchingCon im Jahr 2013 besuchen, wo man sie persönlich kennenlernen kann.

Frage: Christian Montillon ist ein Pseudonym. Warum hast du einen Namen mit französischem Klang gewählt?

Montillon: Das war tatsächlich Absicht – »Montillon« ist der Geburtsname meiner Frau. Als ich anfing, Romane zu veröffentlichen (das war noch einige Jahre, ehe ich bei PERRY RHODAN eine Chance erhielt), war ich schon einige Jahre mit ihr zusammen. Was lag da näher, als ihren Mädchennamen zu verwenden, zumal er meiner Meinung nach sehr gut klingt?
Sie stammt nicht aus Frankreich, ist aber sehr nahe der Grenze zum Elsass aufgewachsen, konnte sozusagen zu Fuß bequem nach Frankreich spazieren. In dieser Gegend in Deutschland ist der Name weit verbreitet.
Ein wenig legendär ist inzwischen die Frage, die der RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick an mich richtete, ehe mein erster Beitrag im Perryversum erschienen ist: »Willst du auch bei uns dieses bescheuerte Horrorpseudonym benutzen?« (Ich habe es vorher vor allem für diverse Grusel- und Horrorromane verwendet.) Als ich ihm dann sagte, wieso ich es gewählt habe, war das schon lustig. Wir haben uns beide gut amüsiert. Und so wurde ich auch im Perryversum zu »Christian Montillon«.

Frage: Hast du PERRY RHODAN schon gelesen, als du jung warst?

Montillon: Ich habe seit ich elf war (glaube ich) Heftromane gelesen, aber aus der Gruselsparte. Vor allem »John Sinclair« (das ist die größte Gruselserie der Welt, ich weiß nicht, ob sie in Frankreich auch bekannt ist; inzwischen verfolge ich sie seit vielen, vielen Jahren nicht mehr). Irgendwann, wenn ich mich recht erinnere, als ich 16 war, blätterte ich aus generellem Interesse an der Form des Heftromans am Kiosk in einem PERRY RHODAN-Roman.
Zu meiner Überraschung war der Autor dieses Romans Ernst Vlcek, den ich von einer Gruselserie her kannte – dem »Dämonenkiller«, einer Serie, die Ernst Vlcek zusammen mit einem Kollegen erfunden hatte. Da dachte ich: Nun ja, versuch es mal mit PERRY RHODAN, wenn der Ernst Vlcek dort mitschreibt, kann es so schlecht nicht sein. Danach las ich dann mehrere RHODANS pro Woche. Die Serie packte mich sofort, obwohl ich sonst nie Science Fiction gelesen habe.

Frage: Schreibst du auch andere Romane, Science Fiction oder sonstige?

Montillon: Ein klares »Ja«. Ich habe in vielen deutschen Heftromanserien mitgeschrieben – allerdings gibt es bislang keinen meiner Romane in französischer Übersetzung, leider.
Aktuell habe ich meine Arbeit aber vor allem ins Perryversum verlegt. Allerdings schreibe ich noch mit großer Begeisterung bei einer in Deutschland sehr erfolgreichen Serie für Kinder und Jugendliche mit: »Die drei ???«. Das sind Abenteuergeschichten oft mit mysteriösem Beigeschmack über drei jugendliche Detektive. Sie erscheinen als Hardcover und werden sehr erfolgreich auch als Hörspiele umgesetzt. In Deutschland kennt sie eigentlich jedes Kind, das auch mal ein Buch in die Hand nimmt. Diese Serie stammt ursprünglich aus Amerika und feiert 2014 ein Jubiläum, das gerade auch bei PERRY RHODAN anstand: Sie wird 50 Jahre alt!

Frage: Bist du »nur« Autor oder übst du noch einen anderen Beruf aus?

Montillon: Ich bin hauptberuflich Autor seit mittlerweile etwa zehn Jahren, und ich bin damit sehr zufrieden. Tatsächlich ist das aber eher die Ausnahme – die meisten Autoren schreiben nebenberuflich. Bei PERRY RHODAN schreiben aber viele hauptberuflich. Vorher habe ich einige Jahre »nebenher« geschrieben, während ich mich mit einer Promotion im Fach »Deutsche Literaturwissenschaft« beschäftigte.

Soweit die Fragen und Antworten für heute – die Fortsetzung kommt gleich morgen!