Einige Gedanken zu »Kampf um Terra« Ein Werkstattbericht von Hubert Haensel zum PERRY RHODAN-Silberband 137

27. März 2017

Wenn ich meinen Werdegang als Leser der frühen Stunde (ich begann mit Band 209 der Erstauflage), als Fan und mittlerweile seit mehr als zwei Jahrzehnten auch als Autor betrachte, kann ich wohl zu Recht behaupten, dass der PERRY RHODAN-Serie schon immer der Anspruch gebührte, mehr zu sein als nur Abenteuer im Weltraum.

Sicher, Action, Spannung und der »sense of wonder« müssen sein – sie sind geradezu das Salz in der Suppe, und dagegen wird bestimmt niemand etwas einzuwenden haben. In PERRY RHODAN haben jedoch auch die sanfteren, nachdenklich stimmenden Töne ihren angestammten Platz. Sie haben sich allen Raumschlachten und planetaren Kriegen zum Trotz behauptet und ihre Präsenz vielleicht sogar ausgebaut.

Das beginnt schon am Anfang der Serie: Perry Rhodan bringt mithilfe der überlegenen außerirdischen Technik der Arkoniden das Kunststück fertig, die hoffnungslos zerstrittene Menschheit in Frieden zu vereinen. Nötig wäre eine Person, die so etwas schafft, vielleicht auch in unserer Realität.

Meine persönliche Meinung dazu: Man sollte allen Staatsmännern und Politikern unseres Planeten mindestens die ersten PERRY RHODAN-Romane zukommen lassen. Vielleicht würden sie begreifen, wie lächerlich klein unsere hausgemachten Probleme vor der Kulisse des nahezu endlosen Weltraums sind.

Und falls das Verständnis trotzdem mehr Zeit benötigt: Wer liest, kann währenddessen kaum Dummheiten anstellen. Damit wäre doch schon eine ganze Menge erreicht.

Ist das nun ein schöner, weltfremder Traum? Warum nicht? Würden Menschen nicht träumen und ihren Träumen Gestalt verleihen, wir würden heute noch in Höhlen hausen und uns mit Keulen gegenseitig den Schädel einschlagen.

Das bringt mich zu dem Punkt zurück, weshalb ich dieses Thema anschneide. Der PERRY RHODAN-Silberband 137 spielt vor allem auf der Erde. In seinem Roman »Flucht aus dem Grauen Korridor« führt Clark Darlton den Lesern einmal mehr die menschliche Unzulänglichkeit vor Augen. Er zeigt zugleich, dass gut Gemeintes nicht immer erfolgreich sein muss, wenn man die menschliche Natur dabei übersieht.

Wovon ich rede? Darlton liefert eine einprägsame Schilderung aus unserer Vergangenheit. Hier ein Textauszug (die Passage steht ein wenig aus dem größeren Zusammenhang herausgelöst; aber wer die betreffenden Seiten im Buch liest, wird wissen, was ich meine):

»Ich bringe euch das schwarze Wasser, das niemals aufhört zu brennen. Ich bringe es, weil mein Stamm für alle Zeiten Frieden mit euch schließen will«, sagte Ellert-Zweibär.

Munga nahm das Tongefäß und reichte es einem seiner Jäger weiter. »Wir nehmen das Friedensangebot an«, erwiderte er. Ellert wechselte schnell von Zweibär zu Munga und ließ ihn hinzufügen: »Nun haben wir, dein Stamm und meine Sippe, die gleiche Waffe. Warum also sollten wir noch darum kämpfen?«

Ellerts Bewusstsein kehrte nicht schnell genug zurück, deshalb geschah es, dass Zweibär das sagte, was er selbst sagen wollte: »Gemeinsam können wir damit alle Feinde ringsum besiegen und werden die Herren unserer Welt sein ...«

Enttäuscht und verbittert verließ Ellert den alten Munga, der auf Zweibär zuging und ihm, nachdem er die Keule fallen gelassen hatte, die Hand reichte. Das Bündnis war geschlossen, aber es war ein Bündnis, das sich gegen alle anderen Stämme richtete, die das Geheimnis des schwarzen Wassers nicht kannten.

Soweit das Zitat. In diesem Zusammenhang: Auf eine friedvollere Zukunft unseres Planeten!