Die neuen Expokraten bei PERRY RHODAN NEO – Teil 3 Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz im Interview

2. Juli 2015

PERRY RHODAN NEO wurde vier Jahre lang von Frank Borsch gesteuert; er schrieb die Exposés und Datenblätter zu hundert Romanen. Mit Band 101 geht die Exposéarbeit an das Gespann Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz über.

Der Autor Michael Marcus Thurner führte per E-Mail ein Interview mit den beiden. Wegen seiner Länge veröffentlichen wir es in mehreren Teilen. Vorgestern und gestern kamen die Teile zwei und drei.


Michael Marcus Thurner: Wie sieht denn eure Planung aus? Wird der Leser bemerken, dass nun ein neues Team an der Konzeption der Serie arbeitet? Frank hat ja eine sehr dicht gewebte Geschichte einer fiktiven Menschheit ab dem Jahr 2036 geschrieben. Wird es mit Band 101 einen Zeitsprung geben, werden die Zyklus-Handlungen stärker in sich abgeschlossen sein?

RRüdiger Schäferüdiger Schäfer:
Da muss ich jetzt aufpassen, was ich schon verraten darf und was nicht ...

Ja, einen Zeitsprung wird es geben – allerdings einen moderaten von nur elf Jahren. Wir werden die neue Handlung im März 2049 starten.
Gleich im ersten Roman wird eine faszinierende frische Figur auftauchen, die auf dem Romancover erscheint. Sie wird uns eine Weile begleiten und ihre Geheimnisse erst nach und nach preisgeben.

Außerdem wird sich ein Teil der Geschichte um Ereignisse drehen, die tief in der Vergangenheit liegen und mit dem größten Planeten unseres Sonnensystems zu tun haben: dem Jupiter! Die Leser wissen ja nach wie vor nicht, warum die Erde und ihre Bewohner anscheinend so etwas Besonderes sind. Diese Frage werden wir bis spätestens Band 150 größtenteils beantworten.

Und ja, die Staffeln werden stärker in sich abgeschlossen sein.

Michael H. Buchholz:
Dabei werden wir aber das große Ganze stets gewissenhaft im Auge beMichael H. Buchholzhalten. Die Miniserien sind in sich abgeschlossen, aber sie schreiben das Große Ganze stets weiter fort. Wir werden spannende, aufeinander folgende Kapitel im Buch der zukünftigen NEO-Menschheit aufschlagen.


Michael Marcus Thurner: Wie ich gehört habe, plant ihr vorerst in überschaubaren Zehner-Zyklen. War das ein Vorschlag von euch oder gab es diesbezüglich Vorgaben von der PERRY RHODAN-Redaktion?

Rüdiger Schäfer:
Ob eine Staffel nun zehn oder zwölf Romane umfasst, ist meiner Meinung nach nicht so wichtig. Die Zehner-Staffeln haben aber unter anderem den Vorteil, dass die runden Nummern immer auf ein Staffelende fallen, sich also besser als Jubiläumsbände vermarkten lassen.

Hinzu kommt, dass wir die Zahl der Handlungsebenen stark reduzieren werden. Auch wenn PR-Leser an eine gewisse Komplexität gewöhnt sind: NEO erscheint im Vergleich zur Erstauflage nur alle zwei Wochen; es war die einhellige Meinung aller Beteiligten, dass wir da in Zukunft ein bisschen straffen müssen, damit der Leser nicht zu lange auf die Fortsetzung seiner Handlungsebene warten muss.


Michael Marcus Thurner: Ihr selbst werdet einige Romane des ersten Zyklus verfassen. Dazu kommen Namen von Autoren, die sich bereits an NEO versucht haben, wie Rainer Schorm oder Kai Hirdt. Werden auch wieder Autoren der PERRY RHODAN-Erstauflage mitwirken? Gibt es neue Autorennamen?

Rüdiger Schäfer:
Michael und ich sind für je zwei Romane der ersten Zehner-Staffel vorgesehen. Hinzu kommen bekannte Kollegen wie die schon von dir erwähnten Kai und Rainer. Außerdem haben wir ein Comeback und einen bekannten Namen, der allerdings seinen ersten NEO verfasst. Mein persönlicher Wunsch ist es, dass ich in absehbarer Zeit mal ein Exposé für Frank Borsch schreiben darf – mal sehen, ob ich ihn überzeugen kann ...

Michael H. Buchholz:
Das schließt natürlich nicht aus, dass es in absehbarer Zeit neue Namen auf ein Cover schaffen können. Aber die Mitarbeit an einer Serie wie NEO verlangt viel mehr, als »nur« einen Roman zu schreiben. Die Bereitschaft zur Recherche und zum Studium der Datenblätter ist mindestens ebenso wichtig, und die Kenntnis dessen, was die Kollegen erarbeiten, ist eine unabdingbare Voraussetzung. Zuvorderst aber gilt es, den Ton, die Stimmung und den Geist von NEO zu erkennen und dann zu treffen, und das ist eher eine Gefühlssache als eine des rationellen Verstandes.

Michael Marcus Thurner: Jetzt, da wir unter uns sind und so nett miteinander plaudern – erzählt doch mal ein wenig darüber, wohin die Reise ab Band 101 gehen soll. Und sagt doch mal, warum eurer Meinung nach dies der geeignete Moment ist, um als Leser neu oder wieder in die Serie PERRY RHODAN NEO einzusteigen?

Rüdiger Schäfer:
So ist's richtig: die noch unerfahrenen Expokraten mit ein paar harmlosen Fragen in Sicherheit wiegen und dann wie beiläufig zum Geheimnisverrat verführen ...

Was den Einstieg betrifft: Wer jemals auch nur entfernt darüber nachgedacht hat, es mit NEO zu versuchen – jetzt ist die Gelegenheit! Und das sage ich nicht nur, weil ich es als Expokrat sagen muss und daran interessiert bin, dass möglichst viele Romane verkauft werden. Michael, die Redaktion und ich selbst stehen mit voller Überzeugung und mit großen Erwartungen hinter der neuen Staffel – die übrigens den Titel »Die Methans« tragen wird.

Alle haben viel Zeit, Nerven und Gehirnschmalz investiert (und tun es noch), um den Lesern großes Kino zu bieten. Ich habe vor kurzem im Forum auf der PR-Homepage geschrieben, dass PR-Leser im Allgemeinen und NEO-Leser im Besonderen in goldenen Zeiten leben. Das war nicht übertrieben und genau so gemeint. 2015 wird in dieser Beziehung also richtig spannend!

Wohin die Reise geht? Das will ich eigentlich gar nicht wissen. Ich konzentriere mich viel lieber darauf, dass die Reise an ein wie auch immer definiertes Ziel für alle möglichst unterhaltsam und kurzweilig wird. Wenn das gelingt, bin ich zufrieden.

Michael H. Buchholz:
Du hast bei den Investitionen die partielle Nachtarbeit, Unmengen an Kaffee und morgendliche Abstimmrunden per Mail ab etwa 5.55 Uhr vergessen. Was nur zeigt, mit welch großer Leidenschaft und Begeisterung Rüdiger und ich bei der Sache sind.

Vor langen Jahren hat mir mal ein hier anwesender PR-Autor den Satz »ab jetzt bitte ganz großes Kino« ins ATLAN-Exposé geschrieben ... das ist, wie Rüdiger schon andeutete, zu unserem eigenen Motto geworden. Zu unserem wahren Ziel, zu dem wir die Leser einladen und mitnehmen möchten.

Der Zeitpunkt zum Einstieg ist bei einem Staffelbeginn immer günstig. In unserem Fall bei NEO aber gerade jetzt besonders ideal: Gemeinsam mit Perry Rhodan werden die Leser entdecken können, was die vergangenen elf Jahre bewirkt haben. Und eines darf ich hoffentlich verraten: Es wird wieder hinaus in die Unendlichkeit gehen, wo Geheimnisse warten, die noch nie ein Leser zuvor gesehen hat ...