Über Motivvorschläge und Zusammenarbeit – Teil eins Ein Interview mit Dirk Schulz zu hundert Bänden PERRY RHODAN NEO

23. Juli 2015

Seit der erste Band von PERRY RHODAN NEO erschienen ist, gestaltet Dirk Schulz die Titelbilder dieser Science-Fiction-Serie. Da am 17. Juli 2015 der hundertste Roman der Serie erschien, bot es sich an, ein Interview mit dem Titelbildkünstler zu machen. Die Fragen stellte der PERRY RHODAN-Autor Michael Marcus Thurner, das Interview wurde per Mail geführt.
Wegen seiner Länge bringen wir es in zwei Teilen; heute ist der erste Teil dran, morgen folgt der zweite.

NEO-Cover Band 1 von Dirk SchulzMichael Marcus Thurner: Dirk, 100 Taschenhefte PERRY RHODAN NEO sind eine großartige Leistung. Die Serie hat zwei große Konstanten. Die eine ist Frank Borsch als Expokrat – und dann du als Coverkünstler aller hundert Romane. Damit hast du die äußere Gestaltung der Serie geprägt. Hast du denn auch das ursprüngliche Gesamtdesign entwickelt oder gab es Vorgaben vom Verlag?

Dirk Schulz: Das Schöne bei PERRY RHODAN NEO für mich ist, dass ich von Anfang an mit an Bord war. Sprich, auch die Grundgestaltung der Serie stammt von mir bzw. von meiner Werbeagentur Animagic. Dadurch konnte ich eine Gestaltung entwickeln, die sowohl klassisch als auch modern daher kommt, den Illustrationen Platz gibt und einen Serienlook vermittelt. Das ist ein großer Vorteil für mich als Illustrator.

Die Illustrationen sind mehr oder weniger quadratisch, und die Typoelemente fügen sich oben und unten ein, ohne das Bild zu stören. Dadurch wirkt das Zusammenspiel von Bild und Typografie sehr homogen.

NEO-Cover Band 50 von Dirk SchulzMichael Marcus Thurner: Gab es bei NEO Änderungen oder Anpassungen im Laufe der letzten vier Jahre? Hast du wirklich alle selbst gemalt, oder wurdest du von Horst Gotta unterstützt?

Dirk Schulz: Grundsätzliche Änderungen gab es eigentlich nur ganz zu Beginn von NEO. Der Verlag wollte anfangs, als man noch nicht wusste, wie die Serie anläuft, ausschließlich Raumschiff- oder Technik-Illustrationen. Es wurde aber bereits nach den ersten sechs bis sieben Bänden klar, dass bei den Illustrationen einer großen Serie mehr Abwechslung in die Bildmotive kommen muss. Aliens, Raumfahrer, bizarre Welten ... eben alles, was gute Science Fiction ausmacht.

Wie auch bei der Hauptserie arbeite ich, wenn es um die technischen Elemente geht, mit Horst Gotta zusammen, der die Raumschiffe großartig in seiner 3D-Technik umsetzt. Derartige Bilder sind also stets eine Gemeinschaftsarbeit.

NEO-Cover Band 100 von Dirk SchulzMichael Marcus Thurner: Wie intensiv arbeitest du mit den jeweiligen Autoren bei der Arbeit an den Covern zusammen?

Dirk Schulz: Bei PERRY RHODAN NEO kommen die Motivvorschläge eigentlich immer vom Verlag. Manchmal arbeitet die Redaktion sehr eng mit den Autoren zusammen. Was ich daran erkenne, dass Textpassagen oder gar Motivvorschläge der Autoren mit im Briefing auftauchen.

Wie eng die Redaktion mit den unterschiedlichen Autoren tatsächlich zusammen arbeitet, weiß ich allerdings nicht.

Für mich ist das ein sehr angenehmes Arbeiten mit Klaus N. Frick. Wir kennen uns schon sehr lange und wissen, was das jeweilige Gegenüber meint beziehungsweise liefert.

Michael Marcus Thurner: Gibt es bei den kleineren Taschenheften andere Gesetzmäßigkeiten als bei den Romanen zur PERRY RHODAN-Erstauflage, oder entspricht alles demselben Arbeitsschema?

Dirk Schulz: Wie schon am Anfang erwähnt, ist bei NEO das Motiv geschlossener als zum Beispiel bei der Hauptserie. Da ist links oben das Logo, rechts muss Ruhe für den Preis in die Illustration, der Platz darf aber nicht zu leer wirken, und der Autor sowie Titel stehen in der Regel links unten im Bild. Dadurch ist das Gesamtlayout des Motivs etwas komplizierter als bei PERRY RHODAN NEO.