»Während des Schreibens war ich nicht nervös« Ein kurzes Interview mit dem PERRY RHODAN-Autor Oliver Fröhlich

25. Dezember 2015

Oliver Fröhlich verfasste den Roman »Seid ihr wahres Leben?«, mit dem bekanntlich eine neue Staffel bei PERRY RHODAN NEO startete. »Die Posbis« leiteten ab Freitag, 18. Dezember 2015, einen neuen Handlungsabschnitt ein – Oliver Fröhlich ist dafür verantwortlich, dass es Perry Rhodan mit seinen Gefährten in bislang unbekannte Regionen des Kosmos verschlägt.

Grund genug, dem Autoren einige kurze Fragen zu stellen. Das Interview wurde per Mail geführt, die Fragen stammen von Klaus N. Frick.

Klaus N. Frick: Deine Zusammenarbeit mit dem PERRY RHODAN-Universum begann vor einigen Jahren erst bei PERRY RHODAN NEO. Zuletzt warst du vor allem für die laufende Erstauflage tätig. Was ist das für ein Gefühl, wieder ins Neoversum zurückzukommen?

Oliver Fröhlich: Es war ein Hin und Her zwischen freudvoller Heimkehr und tiefster Verzweiflung. Vor allem zu Beginn eher Letzteres, weil ich aus Zeitgründen die NEO-Handlung der letzten Monaten nicht mehr verfolgt hatte – und das hieß, dass ich erst mal im Schnellverfahren massig Exposés und Romane nachlesen musste.

Nachdem ich mir den ganzen Background dann aber draufgeschaufelt und letzte Lücken während des Schreibens dank schnellstmöglicher Antworten des Expokratenteams geschlossen hatte, gewann die Freude rasch die Oberhand. Für die anfänglichen Mühen wurde ich reich belohnt, zum Beispiel damit, dem Team um Eric Leyden bei den Kabbeleien zuhören zu dürfen und nur noch protokollieren zu müssen, was sie sich gegenseitig an den Kopf geworfen haben. Das waren Momente, da hat sich der Roman fast von selbst geschrieben.

Klaus N. Frick: Bei der »Posbis«-Staffel bist du für den Auftakt einer neuen Handlungsebene verantwortlich. Ist man als Autor da eigentlich nervös, oder ist das leicht zu bewältigen?

Oliver Fröhlich: Während des Schreibens war ich nicht nervös – nur während des Wartens auf die Rückmeldung von Verlagsseite. Das liegt einfach daran, dass ein Staffelauftakt die Aufgabe hat, noch mehr als sonst auch Neuleser abzuholen. Er muss also wichtige Handlungen aus den Vorromanen aufgreifen und einige Begriffe genauer als sonst erläutern, und zwar in einem Maß, das weder den Neuleser über-, noch den Altleser unterfordert oder gar langweilt. Gleichzeitig soll der Roman aber temporeich und aufregend anfangen und darf von den Rekapitulationen nicht ausgebremst werden. Das alles unter einen Hut zu bringen, war nicht ganz einfach.

Klaus N. Frick: In deinem Roman sind einige Anspielungen auf den neuen »Star Wars«-Film enthalten. Bist du selbst eigentlich Fan der großen Weltraum-Saga?

Oliver Fröhlich: Das kommt darauf an, wie man Fan definiert. Ich habe alle sechs Filme gesehen  (die meisten davon aber nur einmal), und sie haben mir gefallen. Episode VII werde ich über die Weihnachtsfeiertage anschauen. Macht mich das zu einem Fan? Oder macht es mich dazu, dass ich mir vor dem Kinogang noch mal alle sechs bisherigen Episoden zu Gemüte führen werde und gerade überlege, ob ich sie in der Reihenfolge der Handlungszeit (also I – VI) oder der des Erscheinens (also IV – VI und I – III) anschaue?

Allerdings gibt es eine Sache, die dagegen spricht, mich als Fan zu bezeichnen: Ich mochte Jar Jar Binks und schäme mich kein bisschen dafür.

Klaus N. Frick: Wo siehst du die größten Unterschiede zwischen PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO?

Oliver Fröhlich: Unterschiede zu benennen, hieße, die Serien vergleichen zu wollen. Und das will ich eigentlich gar nicht, weil ich sie inzwischen für nicht vergleichbarer halte als andere Serien. PERRY RHODAN NEO hat damit begonnen, die Ausgangssituation von PERRY RHODAN aus der nahen Zukunft, wie man sie sich in den 1960er Jahren vorgestellt hatte, herauszuholen und in die nahe Zukunft unserer Gegenwart  zu verlagern - und von dort aus zu erforschen, wie sich die bekannte Geschichte weiterentwickelt. Dabei hat sie sich inzwischen aber so sehr emanzipiert, dass sie trotz des Namens und den aus der Erstauflage bekannten Handlungselementen völlig eigenständig und eben nicht mehr vergleichbar geworden ist.

Wenn man es aber unbedingt darauf anlegen will, dann ist der größte Unterschied für mich das Setting. Die Erstauflage spielt halt nun mal ein paar tausend Jahre weiter in der Zukunft und ist deshalb hinsichtlich technischer und historischer Entwicklung oder Erfahrung der Hauptfiguren zwangsläufig weiter von unserer Gegenwart entfernt. Dadurch wirkt NEO bodenständiger und mehr in unserer Zeit verwurzelt, ohne dass ich das jetzt wertend meine.

Klaus N. Frick: War das dein letztes Gastspiel bei PERRY RHODAN NEO, oder guckst du mal wieder vorbei?

Oliver Fröhlich: Wenn ich das mal selbst wüsste. Als Nebenberufler ist das bei mir halt eine reine Zeitfrage. Tendenziell würde ich sagen, dass es wohl eher schlecht mit NEO aussieht ... allerdings habe ich das nach Band 88 auch gesagt, und dank Band 111 sieht man ja, was davon zu halten war. Also, lassen wir uns überraschen.

 

 

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