»Vom Weltall in die Zauberwelt« – Teil zwei Interview mit Horst Hoffmann zur E-Book-Version von MYTHOR

9. Oktober 2015

Ab 1980 erschien die Fantasy-Serie »Mythor« im damaligen Pabel-Verlag. Sie war die zweite Fantasy-Romanheftserie überhaupt, und sie erreichte insgesamt 192 Romane.

Im Herbst 2015 beginnt der Pabel-Moewig Verlag damit, die klassische Serie in Form von E-Books zu veröffentlichen. Aus diesem Grund führten wir ein Interview mit Horst Hoffmann. Der Autor wirkte jahrelang im Autorenteam von PERRY RHODAN mit, der größten Science-Fiction-Serie der Welt.

Das Interview wurde per Mail geführt, die Fragen stellte Klaus N. Frick. Wegen seiner Länge bringen wir das Interview in zwei Teilen – gestern kam Teil eins, heute ist Teil zwei an der Reihe

Klaus N. Frick: Gab es Figuren, die du besonders gern mochtest? Oder besondere Handlungsebenen? Bei MYTHOR gab es ja die Nord- und die Südwelt und die Dämonenzone, und und und ...

Horst Hoffmann: Eigentlich nicht. Das ist so lange her, dass ich mich dabei ertappe, MYTHOR und den Pthor-Zyklus von ATLAN durcheinander zu werfen. Mir lagen immer entweder die skurrilen Typen (Sator Synk bei ATLAN) oder die eher tragischen Gestalten wie der »Prinz der Finsternis«. Als Handlungsebene liebte ich allerdings die Nordwelt am meisten.

Wenn mir noch eine Anekdote erlaubt ist: Auf einer weiteren Konferenz in München warteten alle auf das Erscheinen von dem leider viel zu früh verstorbenen W.K. Giesa. Bernhardt war schon auf mindestens hundert. Dann endlich kam Giesa und knallte ein riesiges Schwert auf den Konferenztisch – Mythors magisches Schwert Alton. Wir waren alle ganz still und erwarteten einen Vulkanausbruch von dort, wo unser Cheflektor hockte und drei, nein eher vier, möglicherweise auch fünf Sekunden lang auf die – auch noch auf ihn gerichtete – Klinge starrte. Und dann erfolgte auch der Ausbruch, allerdings in Form eines heftigen Lachens. Und W.K. Giesa war in Gnaden wieder in die Runde aufgenommen.

Klaus N. Frick: Kanntest du eigentlich schon vorher die DRAGON-Serie, die als erste Serie überhaupt Fantasy in den deutschsprachigen Raum brachte? Oder anderes?

Horst Hoffmann: Von DRAGON habe ich eher wenig gelesen, aber dafür die »Terra Fantasy«-Taschenbücher (obwohl grausam gekürzt) und die Romane von Michael Moorcock oder Robert E. Howard. (Mal nebenbei: Vor einiger Zeit bekam ich von einer guten Bekannten eine uralte Schreibmaschine geschenkt – eine Underwood der Serie 5 aus dem Jahr 1929. Wie mir dann jemand auf Facebook schrieb, war es das gleiche Modell, auf dem Howard seine klassischen Romane getippt hat.)

Klaus N. Frick: Wie hast du damals die Einstellung der MYTHOR-Serie erlebt?

Horst Hoffmann: Traurig und wie vor den Kopf geschlagen, obwohl ich als Verlagsangestellter schon lange nicht mehr aktiv mitschreiben durfte.

Klaus N. Frick: Verfolgst du eigentlich heute noch, was sich in Sachen Fantasy tut? Das Genre ist in den vergangenen dreißig Jahren geradezu explodiert, was Beliebtheit und Verkaufszahlen angeht.

Horst Hoffmann: Eher nicht. Wie du richtig schreibst, ist das Genre kaum noch überschaubar. Dafür liebe und verschlinge ich jeden neuen Roman der »Warrior Cats«.

Klaus N. Frick: Vielen Dank für die Antworten!

Horst Hoffmann: Vielen Dank für das Interview, Klaus. Und wenn mir eins noch gestattet ist: Wir hatten nicht immer die besten Zeiten, aber ich habe meinen Traum zu meinem Beruf machen dürfen und würde es jederzeit wieder tun.

Der PERRY RHODAN-Serie bleibe ich auf ewig verbunden, ich kann nur staunen, welche neuen Ideen sich die jungen Kollegen nach fast 3000 Bänden immer noch einfallen lassen, und es ist schön, als »Nur-Leser« von Band zu Band abzuwarten und nicht zu wissen, was sich als nächstes tut. Ich ziehe all meine Hüte (und hab 'ne Menge davon) vor ihrer Leistung und dir als »Steuermann«.
 


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