»Vom Weltall in die Zauberwelt« – Teil eins Interview mit Horst Hoffmann zur E-Book-Version von MYTHOR

8. Oktober 2015

Ab 1980 erschien die Fantasy-Serie »Mythor« im damaligen Pabel-Verlag. Sie war die zweite Fantasy-Romanheftserie überhaupt, und sie erreichte insgesamt 192 Romane.

Im Herbst 2015 beginnt der Pabel-Moewig Verlag damit, die klassische Serie in Form von E-Books zu veröffentlichen. Aus diesem Grund führten wir ein Interview mit Horst Hoffmann. Der Autor wirkte jahrelang im Autorenteam von PERRY RHODAN mit, der größten Science-Fiction-Serie der Welt.

Das Interview wurde per Mail geführt, die Fragen stellte Klaus N. Frick. Wegen seiner Länge bringen wir das Interview in zwei Teilen – heute kommt Teil eins, morgen folgt Teil zwei.

Klaus N. Frick: Du warst einer der ersten MYTHOR-Autoren überhaupt; Band zwei war gleich von dir. In »Die Flotte der Caer« ging es ganz schön rund. Weißt du noch, wie es zu deiner Autorenschaft in der Serie kam?

Horst Hoffmann: Wie könnte ich das je vergessen? Der damalige, seiner Zornesausbrüche wegen gefürchtete Cheflektor Kurt Bernhardt drohte mit einer Atombombe, wenn ich nicht zur ersten MYTHOR-Konferenz in München erschiene. Als überraschend sein erster Anruf kam, ob ich nicht bei der geplanten Fantasy-Serie mitschreiben wolle und ich eher zurückhaltend reagierte, weil ich im Fantasy-Bereich überhaupt keine Erfahrung besaß, meinte er lapidar: »Wenn Ihnen morgen eine Atombombe auf den Kopf fällt, haben Sie ja auch keine Erfahrung damit.«

Also setzte ich mich mit Wolfpeter Ritter (Peter Terrid) ins Flugzeug ohne Atomkatastrophe. Eingeplant war ich dann von Willi Voltz, der die ersten 20 Exposés schrieb, für Nummer (nicht lachen!) elf. Hubert Straßl (Hugh Walker) sollte die beiden ersten Bände schreiben.

Wenige Tage später wieder hatte ich wieder Kurt Bernhardt am Telefon: »Herr Hoffmann, der Straßl zählt wieder die Mohrrüben in seinem Garten. Sie müssen das zweite Heft schreiben.« Und wer Kurt Bernhardt noch kannte, der weiß, dass jeder Widerspruch zwecklos war, wollte man nicht eine Atombombe auf den Kopf bekommen.

Klaus N. Frick: Du hattest zuvor eigenständige Romane bei TERRA ASTRA und Serienromane bei ATLAN und »Orion« veröffentlicht, warst also schon ein echter Profi. War MYTHOR damals der logische Schritt für dich?

Horst Hoffmann: Nein. Anfangs total unsicher, hat mir die Arbeit an MYTHOR zunehmend Spaß gemacht. Aber der nächste logische Schritt wäre natürlich PERRY RHODAN gewesen. Obwohl ich schon einige Taschenbücher beisteuern durfte.

Klaus N. Frick: Danach folgten zahlreiche Romane; insgesamt stammt gut ein Zehntel der MYTHOR-Serie von dir. War dir damals eigentlich klar, dass die Serie irgendwann als »Kult« gelten würde?

Horst Hoffmann: Echt ein Zehntel? So viel Kult habe ich mitgeschaffen (gerührt-verlegene Lache)? Aber welche Serie aus dieser »goldenen Zeit« wäre das heute nicht?

Doch nein, MYTHOR war für mich eine willkommene Abwechslung von den SF-Serien, und »Kult« war für mich in erster Linie »Orion« – als dankbarer Teil der legendären »4-H-Crew« – Horst Gehrmann, Hans Kneifel, Harvey Patton und Horst Hoffmann. Das Schreiben zu viert (bis je auf einen Roman von H.G. Francis und Ernst Vlcek) war eine ganz besondere Erfahrung und Freude.


MYTHOR Band 1 E-Book-Cover
Seit Ende September 2015 gibt es die MYTHOR-Bände 1 bis 49 bei allen bekannten E-Book-Shops wie Amazon, beam eBooks, eBook.de und readersplanet. Die Einzel-E-Books kosten jeweils 1,49 Euro.

Selbstverständlich gibt es die MYTHOR-Romane auch als E-Book-Pakete. Paket 1 enthält die Romane 1 bis 49 und kostet 49,99 Euro.