»Versuchen was mir Spaß macht« – Teil zwei Ein Interview mit Kai Hirdt, Autor bei PERRY RHODAN NEO und den PERRY RHODAN-Comics

4. Dezember 2015

Innerhalb kurzer Zeit wurde Kai Hirdt zu einem wichtigen Mitstreiter für die größte Science-Fiction-Serie der Welt: Er schrieb Romane für PERRY RHODAN NEO und sorgte dafür, dass der PERRY RHODAN-Comic einen neuen Start erlebte. Im Jahr 2016 wird man weitere Romane und Beiträge des Schriftstellers zu lesen bekommen.

Grund für Michael Marcus Thurner, mit Kai Hirdt ein Interview zu führen; die Fragen und Antworten wurden per E-Mail erarbeitet. Wegen seiner Länge kommt das Interview in zwei Teilen: gestern Teil eins, heute Teil zwei.

PERRY RHODAN-Comic Band 1Michael Marcus Thurner: Kommen wir zu den neuen PERRY RHODAN-Comics, die du für Cross Cult textest und die von international tätigen Künstlern (u.a. Marco Castiello) nach deinen Vorgaben gezeichnet werden. Wie funktioniert denn die Zusammenarbeit?

Kai Hirdt: Es ist natürlich ein Riesenspaß, mit Marco Castiello und Michael Atiyeh zusammenzuarbeiten. Beide sind Vollprofis, die auch für die großen amerikanischen Comicverlage arbeiten. Ich mache ja schon seit einigen Jahren Comics, aber das ist ein ganz neues Level.

Die Zusammenarbeit läuft überraschend reibungslos, obwohl Marco in Mailand und Michael in New York sitzt. Internet macht’s möglich ... Das einzig Seltsame ist, dass ich das Skript auf Englisch schreibe und die Dialoge später ins Deutsche übersetze, wenn die Bilder fertig sind. Ich habe schon zweimal den Kopf auf die Tischplatte gehauen, weil ich im Englischen clevere Wortspiele benutzt habe, die auf Deutsch überhaupt nicht funktionieren.

Michael Marcus Thurner: Stammt die Idee zum Comic »Die Kartografen der Unendlichkeit« von dir, hat die PERRY-Redaktion Themenvorgaben gemacht? War es von Anfang an klar, dass die Handlung zwischen den Bänden 701 bis 710 der Erstauflage angesiedelt werden würde?

Kai Hirdt: Das war der Vorschlag von Klaus N. Frick. Der Titel ist von ihm wie auch die Idee, das Zeitfenster der ersten Reise der SOL zu füllen, die Suche der Besatzung nach der Milchstraße.

Man hat nie erfahren, was während dieser Zeit eigentlich passiert ist. Diese Lücke fülle ich jetzt. Klaus hat auch ein paar inhaltliche Vorschläge gemacht, aber das war mehr auf dem Level »Die SOL trifft auf Außerirdische, es kommt zu Missverständnissen und Feindseligkeiten, aber dann können die Menschen eine Hilfeleistung erbringen«, also höchstes Abstraktionsniveau. Es war meine Aufgabe, das Ganze mit Fleisch zu füllen.

Michael Marcus Thurner: Es handelt sich bei den »Kartografen der Unendlichkeit« um einen Dreiteiler, der in sich abgeschlossen sein wird. Das erste Heft dürfte sich ja gut verkaufen, die Resonanzen sind auch weitgehend positiv. Gibt es Überlegungen, darüber hinaus weiter zu machen?

Kai Hirdt: Das ist eine Frage, die dir letztlich nur Cross Cult beantworten kann. Ich habe einen Hintergrund ausgearbeitet, der das Weitermachen auf jeden Fall ermöglicht. Nach den bisherigen Reaktionen gehe ich aber davon aus, dass wir weitermachen.

Michael Marcus Thurner: Gerüchteweise wird es auch bei der Alligator Farm etwas Neues zum Thema PERRY RHODAN geben. Alligator Farm – das ist jener Comic-Verlag, bei dem du eine gewichtige Rolle spielst. Kannst und darfst du dazu bereits etwas verraten?

Kai Hirdt: Nur grob … Wir werden nächstes Jahr einen neuen PERRY-Comic herausgeben, im Albumformat. Daran wird gerade eifrig gearbeitet, die ersten Seiten stehen bereits, und es sieht gut aus. Das ist jedenfalls ein spaßiges Projekt, und alle Beteiligten sind mit Feuereifer dabei. Aber noch wissen wir nicht einmal, wann genau im Jahr das Album rauskommen wird. Deshalb ist es jetzt noch zu früh, um da ins Detail zu gehen.

Michael Marcus Thurner: Wird man von dir auch andernorts was hören? Ist ein Beitrag zur PERRY RHODAN-Erstauflage zum Beispiel im Gespräch, arbeitest du an eigenen Projekten?

Kai Hirdt: Ich habe einen eigenen Romanstoff unabhängig vom Perryversum, an dem ich arbeite. Das wird ein Technikthriller in unserer realen Welt, wenige Jahre in der Zukunft. Die Idee dazu trage ich schon seit einigen Jahren mit mir herum, und ich finde sie immer noch klasse. Aber das ist ein Fall von »Ich arbeite dran, wenn ich Zeit dafür habe« – und im Moment haben die diversen PERRY RHODAN-Projekte Vorrang. Ich bin ja in der für einen Jungschriftsteller recht luxuriösen Situation, dass ich eher zu viel als zu wenig zu tun habe.

Also mal schauen, ob das 2016 noch etwas wird. Sonst halt im Jahr darauf. Das Thema wird nicht schlechter mit der Zeit, es reift quasi in meinem Hinterkopf.