»PERRY RHODAN NEO unterscheidet sich ganz schön ...« Susan Schwartz im Interview

21. September 2015

Wenn am 25. September 2015 der Roman »Erleuchter des Himmels« erscheint, ist das eine Besonderheit: Susan Schwartz, die bei PERRY RHODAN schon lange als »Stammgastautorin« bezeichnet wird, schnuppert mit diesem Roman erstmals in das Universum von PERRY RHODAN NEO hinein.

Grund genug, der Autorin einige Fragen zu stellen. Das kurze Interview lest ihr hier – die Fragen stellte Klaus N. Frick, der Redakteur der Serie.

NEO-Cover Band 105 von Dirk SchulzKlaus N. Frick: Gratulation zu deinem Roman, den du für PERRY RHODAN NEO geschrieben hast. Damit bist du jetzt auch in diesem Parallel-Universum des klassischen Perryversums gelandet. War's eigentlich eine starke Umstellung gegenüber anderen Romanen?

Susan Schwartz: Ja, vor allem hinsichtlich der Exposés, die völlig anders aufgebaut und strukturiert sind. Der Aufbau ist kapitelweise, wobei die eigentliche Handlung sehr kurz zum Tragen kommt und mehr Focus auf Hintergrund und Personen gelegt wird. Sehr angenehm ist es, pro Kapitel zu wissen, welche Personen beteiligt sind – wenn man viele neue Figuren hat wie in diesem Fall, ist es leichter, die Namen nachzuschlagen.

Dann wusste ich noch nicht, wie NEO an sich erzählt wird, also wie die Stimmung dargestellt wird, die Sprache und so weiter. Das ist ja bei jeder Serie anders, und ich wollte natürlich nicht ins Blaue hineinfabulieren und womöglich damit aus der Serieneinheit herausfallen und die Leser irritieren. Also habe ich erst mal in Vorgängerromanen zu dieser Staffel geschmökert, um mich in den Kontext einzufühlen.

Und dabei habe ich festgestellt: Hey, das ist ja immer noch Perry! Ein früherer Perry, noch nicht so abgeklärt, jünger, peppiger, aber er ist es unverkennbar. Und schon ging es los mit dem Schreiben.

Klaus N. Frick: Der Roman spielt ja auf verschiedenen Handlungsebenen – einerseits weit draußen im All, andererseits im heimischen Sonnensystem. Gab es eine bevorzugte Handlungsebene für dich?

Susan Schwartz: Ja, die mit Perry Rhodan und Orome Tschato. Zum einen ist Tschato natürlich eine tolle Figur, ganz im Zeichen des »klassischen« Nome Tschato (versehentlich habe ich den Namen auch einmal im Schreibeifer versunken verwendet – hüstel), zum anderen durfte ich ihn sozusagen vorstellen. Er hatte zwar schon seine Auftritte vor Band 101, aber nun ist ja einige Zeit vergangen und er hat sich weiter entwickelt.

Mir gefällt auch, dass es ein bisschen förmlicher und militärischer zugeht, da kann man, gerade durch das distanzierte »Sie« und die Offiziersränge, zackigere Dialoge liefern, die in der Hauptserie durch das allgemeine »Du« und verwässerte Hierarchien manchmal ein bisschen weichgespült sind (Sorry, Chef!). Jedenfalls, auf dieser Handlungsebene, durch das exotische Maahk-Ambiente und die vielen wirklich dramatischen Enthüllungen, die wiederum mehr Rätsel als Aufklärung bieten, hat es für mich so richtig einen »Sense of Wonder« und ein nostalgisches Gefühl gegeben. Insofern war ich begeistert, Altbekanntes und -vertrautes, was ich einst als Jugendliche verschlungen habe, noch einmal neu zu erzählen – aber als Parallele, nicht einfach nur aufgewärmt.

Allerdings bot die Pyramidenebene im Jupiter dazu einen interessanten Gegensatz – und das Thema des »Wahnsinns« liegt mir, wie so mancher bestimmt weiß, natürlich sehr und macht mir viel Spaß. Eine Prise Durchgeknalltes vor einer grandiosen Kulisse wie dem Jupitersturm, dazu eine Truppe exzentrischer Wissenschaftler, das hat auch etwas.

Klaus N. Frick: Du hast schon mit vielen Exposéautoren zusammengearbeitet – wie war es denn diesmal mit Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz?

Susan Schwartz: Lustigerweise haben wir in dieser Konstellation schon einmal zusammengearbeitet, nur war da das Verhältnis umgekehrt. Die beiden Autoren haben einen Beitrag zu meiner Serie »SunQuest« geliefert und nach meinem Exposé geschrieben. Nun war ich diejenige, die nach dem Exposé der beiden schrieb. Wir haben uns köstlich darüber amüsiert.

Die Zusammenarbeit war wie erwartet – schließlich kennen wir uns ja schon lange – problemlos und mit jeder Menge Unterstützung, auch mit Rainer Schorm und Kai Hirdt habe ich kreativ gemailt, da wir uns wegen einiger ineinander übergehender Szenen absprechen mussten. So einen Austausch finde ich sowieso sehr schön, anstatt nur einsam vor sich hinzuschreiben.

Klaus N. Frick: Gibt es ein Handlungselement aus der klassischen Serie, was dringend bei PERRY RHODAN NEO auftauchen sollte?

Susan Schwartz: Also ich bin sicher, da wird noch einiges kommen. Trotzdem ... eine Handlung mit Posbis würden mir gefallen. Und Mirona Thetin natürlich, ein bisschen ausführlicher als damals, aber da wir ja schon die Maahks haben, kommt da vielleicht ...?

Klaus N. Frick:  Können wir eigentlich bei Gelegenheit mal wieder mit einem Gastbeitrag in PERRY RHODAN NEO von dir rechnen?

Susan Schwartz: Von meiner Seite aus spricht nichts dagegen!

Klaus N. Frick: Die unvermeidliche Frage: Wie geht es 2015 und 2016 mit dir als Autorin weiter, was können wir außerhalb des Perryversums von dir lesen?

Susan Schwartz: Jetzt in 2015 bin ich gerade dabei, einige ältere Werke für E-Books aufzuarbeiten, und für 2016 ist ein weiterer Bogins-Band als Prisca Burrows geplant, da es nach Band 2 noch einige offene Fäden gibt. Außerdem möchte ich endlich einmal den Abschlussband für die »Chroniken von Waldsee« schreiben, auf den die Fans schon ziemlich lange warten, und dazu sind Konzepte zu verschiedenen Genres in Vorbereitung, von denen mindestens eines ebenfalls nächstes Jahr umgesetzt und publiziert werden wird. Aber dazu kann ich noch nichts Genaueres mitteilen.

Und dann habe ich ganz viele weitere Ideen, zu denen ich hoffentlich irgendwann auch noch Zeit finden werde ...

Klaus N. Frick: Vielen Dank für das Interview!

Susan Schwartz: Ich danke ebenfalls und wünsche den NEO-Lesern viel Spaß mit meinem Roman!