»PERRY RHODAN hat mich zum E-Book gebracht.« PERRY RHODAN NEO-Autor Oliver Plaschka plaudert über die Vorzüge von E-Books

9. April 2014

PERRY RHODAN hat mich zum E-Book gebracht. Kein Witz - zuvor waren elektronische Texte für mich eher Notlösungen oder Arbeitsmaterialien, aber zum entspannten Lesen auf dem Sofa oder im Bett zog ich das gedruckte Buch vor. Außerdem sammle ich Bücher, auch antiquarische, und hatte ähnliche Vorurteile gegenüber dem E-Text wie ich sie als Plattensammler einst gegenüber CDs und mp3s hatte.

Die Arbeit mit PERRY RHODAN erfordert aber, dass ich jede Woche eine größere Zahl von Dokumenten lese. Schließlich sollte man als Autor immer über die aktuelle Handlung auf dem Laufenden sein, und zu den Romanen und Exposés kommen noch Hunderte von Datenblättern und anderem Infomaterial. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, diesen Lesestoff ohne viel Mehraufwand bewältigen zu können, wenn ich meinen Tagesablauf nur effizienter gestaltete. Wenn ich Pausen und Wartezeiten einfach mit Lesen überbrücken könnte ...

Ich kaufte mir meinen ersten Reader, einen Pocketbook. Der las eine große Zahl von Dateiformaten und war einer der wenigen Reader mit Touchscreen, der trotzdem noch Knöpfe besaß und sich bequem mit einer Hand halten und blättern ließ. Mittlerweile habe ich noch einen zweiten Reader mit Hintergrundbeleuchtung. Mit der aktuellen Firmware unterstützt Pocketbook auch Dropbox, so dass ich meinen kompletten Dokumentenstapel Perry jetzt immer auf dem aktuellen Stand dabeihabe.

Mittlerweile lese ich viel lieber elektronische Texte als gedruckte Bücher. Der Reader hält sich bequemer, man hat unglaublich viel Lesestoff immer griffbereit, und die Regale daheim quellen nicht mehr sinnlos über, bloß weil man ein schlechtes Gewissen hat, ein schlechtes Buch auch mal wegzuwerfen. Gedruckte Bücher kaufe ich nur noch, um meine Sammelleidenschaft zu befriedigen, und wenn ich genau weiß, dass ich dieses Buch auch in zwanzig Jahren noch im Regal stehen haben möchte.

Gefreut hat mich auch, dass einige Anbieter der PERRY RHODAN-Romane auf hartes DRM verzichten. Aber auch "weiches" DRM geht mir noch zu weit. Manche Kollegen finden das seltsam, aber ich bin ein entschiedener Gegner jeglicher Kopierschutzmaßnahmen. Es kann nicht sein, dass ich auf einmal nicht mehr in der Lage bin, einen Text zu verleihen, zu verschenken oder auch in Auszügen oder ganz zu kopieren. All dies war mit Büchern immer schon möglich und muss meines Erachtens auch in Zukunft weiter möglich sein. Tor Books in den USA haben bewiesen, dass ein Verzicht auf DRM nicht zu Umsatzeinbußen führt.

Das einzige Problem, dass ich mit E-Texten noch sehe, ist das der akademischen Verwendung. Die Zitierregeln für E-Books sind immer noch unausgegoren, was natürlich auch an der Vielfalt der Formate und Anbieter liegt. Aber auch das wird sich finden.

Ich glaube nicht, dass das gedruckte Buch jemals aussterben wird, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es irgendwann einfach etwas Besonderes ist, so wie die Vinylschallplatte oder die CD: Man kennt es, benutzt es aber nur noch selten. Ich freue mich darauf, wenn die Reader irgendwann erst so schnell sind wie ein richtiges Tablet. Dann macht das Lesen damit noch mehr Spaß.

 

Oliver Plaschka