»NEO ist ein riesiger Erfolg« – Teil zwei Interview mit Klaus N. Frick

26. Juni 2015

Am 17. Juli 2015 erscheint Band 100 der Serie PERRY RHODAN NEO. Aus diesem Grund führte der PERRY RHODAN-Autor Michael Marcus Thurner ein Interview mit Klaus N. Frick, dem Chefredakteur der Serie. Er stellte Fragen zur Planung und zum Inhalt.

Wegen seines Umfangs erscheint das Interview in zwei Teilen; der erste Teil kam gestern, dies ist der zweite und abschließende Teil.


Michael Marcus Thurner: Mit Band 100 erfolgt intern eine Zäsur. Frank Borsch zieht sich als Expokrat zurück, das Duo Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz übernimmt. Ändert sich die Arbeit für dich, nun, da du es mit zwei Ansprechpartnern zu tun hast? Müssen sich die Leser auf Änderungen einstellen? Wird es zum Beispiel mehr Action geben und weniger komplexe Zusammenhänge?

Klaus N. Frick: Mein Hauptansprechpartner ist Rüdiger, mit ihm kommuniziere ich in erster Linie. Michael arbeitet eher im Hintergrund – wie die beiden »intern« regeln, wer welche Idee beisteuert, ist mir im Detail tatsächlich nicht bekannt. Idealerweise habe ich aber nicht mehr Arbeit als bisher, und ebenso idealerweise läuft es genauso weiter wie bisher.

Die Leser müssen sich garantiert auf Änderungen einstellen. Wir wollen die Handlung stärker auf Staffeln konzentrieren, die zehn Bände umfassen und mehr in sich abgeschlossen sind. Wenn also mit Band 101 eine Staffel beginnt, wird diese mit Band 110 abgeschlossen sein; selbstverständlich gibt es gleitende Übergänge zwischen den Staffeln und sicher keinen kompletten »Abschluss«, an dessen Ende die Handlung auf Null gesetzt wird.

Aber die beiden Exposéautoren werden einen anderen Stil einbringen, als ihn Frank Borsch gepflegt hat. Das ist nachvollziehbar: Andere Autoren haben immer einen anderen Blick ...


Michael Marcus Thurner: Michelle Stern und Oliver Fröhlich haben sich unter anderem bei NEO bewährt und wurden konsequenterweise in die PERRY RHODAN-Erstauflage »hochgezogen«. Ist das heutzutage der Weg, den neue PERRY RHODAN-Autoren gehen müssen? Ist NEO jene Kaderschmiede, wie es früher die ATLAN-Heftromanserie war?

Klaus N. Frick: Das war tatsächlich nicht der Plan. Als wir mit PERRY RHODAN NEO anfingen, wollten wir peu à peu ein zweites Autorenteam aufbauen, weil klar war, dass wir auf Dauer nicht zwei Serien mit demselben Stamm an Autoren fahren können. Recht schnell stellte sich heraus, dass wir mit einer Autorin und einem Autor besonders gut zusammenarbeiten konnten – also sprach ich diese an, ob sie sich vorstellen könnten, auch einmal für die laufende Erstauflag zu schreiben.

Michelle Stern und Oliver Fröhlich konnten, und so wurden sie immer stärker in die Erstauflage integriert. Insofern ist NEO tatsächlich eine »Kaderschmiede«.


Michael Marcus Thurner: NEO ist insbesondere im E-Book-Format eine Erfolgsgeschichte. Hast du denn eine Erklärung dafür?

Klaus N. Frick: Womöglich gibt es zwei Erklärungen; ich weiß es aber wirklich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass wir mit dem E-Book andere Leser ansprechen als am Kiosk. Und diesen Lesern gefällt die Art und Weise, wie wir NEO schreiben, eben so gut, dass sie sich die Romane gern als E-Book holen.


Michael Marcus Thurner: Hundert Bände PERRY RHODAN NEO – das ist wirklich eine großartige Leistung. Weißt du, ob ihr mit dieser Serie eine andere Leserschicht ansprecht, eine, die mit der PERRY RHODAN-Erstauflage nicht so viel anfangen kann?

Klaus N. Frick: Wissen tu' ich's nicht, aber ich vermute es aufgrund der anderen Resonanz, die wir auf NEO erhalten, vor allem in Medien wie Facebook. Es sind nicht nur PERRY RHODAN-Stammleser; in Zahlen festmachen kann ich's nicht.