»NEO ist ein riesiger Erfolg« – Teil eins Interview mit Klaus N. Frick

25. Juni 2015

Am 17. Juli 2015 erscheint Band 100 der Serie PERRY RHODAN NEO. Aus diesem Grund führte der PERRY RHODAN-Autor Michael Marcus Thurner ein Interview mit Klaus N. Frick, dem Chefredakteur der Serie. Er stellte Fragen zur Planung und zum Inhalt.

Wegen seines Umfangs erscheint das Interview in zwei Teilen; der erste Teil kommt heute, der zweite Teil folgt morgen.


Michael Marcus Thurner: PERRY RHODAN NEO ist eine absolute Erfolgsgeschichte, nicht wahr? Was ist deiner Meinung nach dafür ausschlaggebend? Ist es das Konzept von Frank Borsch, ist es die Qualität der Autoren, ist es das für PERRY-Leser ungewöhnliche Leseformat, oder sind es die Arbeit sowie die Ideen der Redaktion? Ist es die Mischung von alledem? Du darfst an dieser Stelle übrigens gerne ein wenig unbescheiden sein und dich selbst loben.

Klaus N. Frick: PERRY RHODAN NEO hat jetzt Band 100 erreicht, das ist in der Tat ein Erfolg. Woran es genau liegt, kann ich gar nicht sagen – wahrscheinlich ist eine Mixtur der genannten Punkte ein Grund für diesen Erfolg. Das ungewöhnliche Leseformat ist eher eine Schwäche der Serie; sie wird aus diesem Grund in zahlreichen Geschäften nicht gut platziert und muss von den potenziellen Lesern geradezu gesucht werden. 

Zum echten Erfolg wurde PERRY RHODAN NEO sicher deshalb, weil Frank Borsch in geschickter Weise die Grundideen der klassischen Serie genommen, sie mit seinen Ideen von heute vermengt und dann ein komplett »neues Garn« gesponnen hat. Das hat viele Leser fasziniert. Die Qualität der Romane und – nicht zu vergessen – der Titelbilder hat sicher ebenfalls dazu beigetragen, dass viele Leser gern zu den Romanen gegriffen haben.


Michael Marcus Thurner: An anderer Stelle hast du mal geschrieben, dass das Konzept zu PERRY RHODAN NEO einige Jährchen zurückreicht. Erste Pläne datieren mit dem Jahr 2006, wenn ich mich recht erinnere. Warum hat es mit der Realisierung denn so lange gedauert?

Klaus N. Frick: Mit Frank Borsch habe ich schon recht früh über einen möglichen »Neustart« der Serie gesprochen. Wir sind beide Comic-Leser, da sind solche Neustart-Ideen nichts ungewöhnliches. Wer aber kein Comic-Freund ist, dem ist eine solche Überlegung erst einmal fremd – aus diesem Grund dauerte es eine Weile, bis ich den Vertrieb überzeugt hatte. Und dann bot es sich selbstverständlich an, den Start der neuen Serie auf den fünfzigsten Geburtstag der klassischen Serie zu legen.


Michael Marcus Thurner: Wie weit hatte Frank Borsch freie Hand bei der Gestaltung der Exposés? Oder andersrum: Wie stark ist dein Einfluss auf die Handlung? Gab es da einen ständigen Dialog, oder hast du Frank einfach mal gewähren lassen?

Klaus N. Frick: Frank Borsch hatte eine sehr freie Hand bei den Exposés. Wir sprachen uns ab, das ist klar: Wir trafen uns ab und zu, er skizzierte mir den Verlauf der weiteren Handlung, und wir diskutierten darüber. Auch für die einzelnen Exposés lieferte ich den einen oder anderen Vorschlag, mit dem er hoffentlich arbeiten konnte.