»Manchmal fühle ich mich selbst als Bully« ... Der PERRY RHODAN-Autor Hubert Haensel im Interview

7. Juli 2017

Wie schon mehrfach berichtet, kommt Reginald Bull demnächst in die Handlung der PERRY RHODAN-Serie zurück. Das wird in Band 2917 der Fall sein, der Roman trägt den Titel »Reginald Bulls Rückkehr« und erscheint am 14. Juli 2017. Autor des Romans ist Hubert Haensel – Grund genug, mit ihm ein kleines Interview per E-Mail zu führen. Die Fragen stellte Klaus N. Frick.

Klaus N. Frick: Was war das für ein Gefühl für dich, als du erfahren hast, einen Roman mit Reginald Bull zu schreiben?

Hubert Haensel: Das war wie ein Blitz aus heiterem Himmel. (lacht). Sagen wir, es war eine echte Überraschung. Ich hatte mit allem gerechnet, als ich das Exposé bekam, nur nicht mit Reginald Bull. Aber so ist er halt. Es war ein schönes Gefühl, meinen alten Freund nach langer Zeit wiederzusehen und festzustellen, dass er ...

Ähm, nun ja. Die alte Vertrautheit war jedenfalls sofort wieder da; ich konnte von der ersten Seite des Exposés an mit ihm mitfühlen.

Klaus N. Frick: Du giltst als Spezialist für Reginald Bull. Ausgangspunkt war damals ja die »Kosmos-Chronik«, der bis dato umfangreichste PERRY RHODAN-Roman. Welche Erinnerungen hast du daran?

Hubert Haensel: »Die Sterne werden uns gehören! Wir müssen nur daran glauben!« Genau das sagte Reginald Bull eine Woche vor dem Start der STARDUST zum Mond. Ich weiß es, denn es steht auf der zweiten Seite seiner »Kosmos-Chronik«.

Und er hat recht behalten. Ich habe die Erinnerung, dass Bully neugierig ist und sein Leben genießt, dass er oftmals als ewig Zweiter verkannt wird. Er ist in der Etappe besser zu Hause als viele andere, weil er sich oft genug zurückhalten musste, aber er steht ebenso in vorderster Front seinen Mann. Er kann nachdenklich sein und aufbrausend, charmant, aber im nächsten Moment bärbeißig. Doch dabei bleibt er immer ein ehrlicher, geradliniger Typ, mit dem man Pferde stehlen möchte.

Klaus N. Frick: Du hast Bull auch in echt heiklen Situationen geschildert – in Gefangenschaft bei den Arkoniden etwa. Fällt dir so etwas schwer?

Hubert Haensel: Nicht einmal. Bully steht halt hin und wieder mit dem Schicksal auf Kriegsfuß. Das Positive daran ist: Es macht ihm nichts aus. Er mag k.o. gehen, aber er steht wieder auf. Wenn es sein muss immer wieder. Das hat er bewiesen, als er in der Gefangenschaft der Arkoniden sterben musste. Wer außer ihm hätte das weggesteckt, ohne dauerhaft seelischen Schaden zu nehmen?

Bully ist vielleicht für kurze Zeit nachtragend, aber irgendwann gewinnt seine pragmatische Seite die Oberhand. Zumindest bilde ich mir ein, ihn in der Hinsicht gut zu kennen. Aber wer weiß das schon so genau?

Klaus N. Frick: Wer kam eigentlich auf die Idee, dich mit roten Haaren auszustatten, so dass du ein wenig wie Reginald Bull aussiehst?

Hubert Haensel: Das war dummerweise ich selbst. Aber Bully hat mich dazu getrieben. Das war damals, als ich den Roman »Mein Freund, der Tod« schrieb. Er hat mich mit seinem mehrfachen Sterben in Gefangenschaft ziemlich ins Schwitzen gebracht und deshalb auch in Zeitverzug.

Also gab ich während des WeltCons 2000 auf der Bühne das Versprechen, mir die Haare rot zu färben, sobald wir beide das hinter uns haben. Tja, Stoppelhaare und rote Haarfarbe, ein entsprechendes Foto ist mittlerweile mein Avatar im PERRY RHODAN-Forum.

Klaus N. Frick: Wie soll es eigentlich mit Bull weitergehen? Hast du Wünsche?

Hubert Haensel: Ich habe das untrügliche Gefühl, dass Bully sich noch wünschen wird, er hätte sich in Allerorten zur Ruhe gesetzt. Das ist natürlich nicht mein Wunsch. Da sind jedenfalls ein paar Dinge, die sein Leben ziemlich aufmischen können – eines davon ist sein chaotarchisch geprägter Zellaktivator.
Mich würde es reizen, ihn im Spagat zwischen Ordnung und Chaos zu beschreiben. Dann sehen wir, ob ihn wirklich etwas aus der Ruhe bringen kann.

Klaus N. Frick: Vielen Dank für die Antworten!

Hubert Haensel: Gern geschehen, der Dank ist ganz meinerseits. Es hat mir Freude bereitet und Spaß gemacht, Bully bei seiner Rückkehr begleiten zu dürfen. Und ich hoffe, unsere Leser werden diesen Spaß ebenfalls haben.