»Es ist auf jeden Fall eine große Ehre« – Teil 1 Interview mit Michelle Stern

11. März 2015

»Zeitriss« – so lautet der Titel für den PERRY RHODAN-Band mit der Nummer 2800. Es ist ein Jubiläumsband, der Einstieg in einen neuen Handlungsabschnitt, und es ist der erste Jubiläumsband der Serie, der von einer Autorin verfasst worden ist.

Gründe genug also, mit Michelle Stern, der Autorin des Romans, ein Interview zu führen. Das übernahm ihr Kollege Michael Marcus Thurner. Wegen seiner Länge veröffentlichen wir das Interview in zwei Teilen – heute ist der erste Teil dran, morgen folgt der zweite.

Michael Marcus Thurner: Michelle, vorneweg gleich mal: Gratuliere! Wie fühlst du dich als Autorin des Jubiläumsbandes 2800? Das ist wirklich eine Ehre für die jüngste Autorin des PERRY RHODAN-Teams – und eine Auszeichnung für gute Arbeit. Siehst du das auch so?

Michelle Stern: Es ist auf jeden Fall eine große Ehre und es hat mich sehr gefreut. Wobei jeder Teamautor diese Ehre verdient hätte. Da ich die wenigste Erfahrung im Umgang mit der Serie habe – auch wenn ich mich nun schon länger einarbeite –, war ich überrascht, dass ich das Angebot erhalten habe.

Michael Marcus Thurner: Wie sind die Dinge denn ins Laufen gekommen? Sind die Expo-Autoren mit dieser Idee auf dich zugekommen, war es der Redakteur?

Michelle Stern: Klaus N. Frick und Christian Montillon sind während der letzten Autorenkonferenz auf mich zugekommen. Mit dieser Eröffnung habe ich wirklich nicht gerechnet, zumal wir im Vorfeld schon überlegt hatten, ob einer der Autoren, die am längsten dabei sind, diesen Band macht. Sozusagen ein Veteran.

Ein Gedanke hinter dem Kurswechsel war, dass noch nie eine Schriftstellerin aus dem Team einen Jubiläumsband geschrieben hat. Nun gab es gleich zwei, die das hätten tun können. Da Verena Themsen einen Hauptberuf hat und zeitlich eingeschränkt ist, traf die Wahl mich. Dafür freut es mich umso mehr, dass Verena in diesem Jahr ein besonderes Projekt macht – über das wir aber noch nichts verraten dürfen.

Michael Marcus Thurner: Du hast bei PERRY RHODAN eine Blitzkarriere hingelegt, unglaublich. Zuerst ein ATLAN-Taschenbuch im Jahr 2011, ab 2012 die Mitarbeit bei der PERRY RHODAN-NEO-Serie, vor etwa eineinhalb Jahren der Einstieg in die Erstauflage, bald darauf der Amtsantritt als LKS-Tante und nun der Auftrag, den Jubiläumsband zu schreiben. Das ist nahe an der Lichtgeschwindigkeit dran. Wie gehst du mit der Rasanz dieser Entwicklungen um?

Michelle Stern: Wenn ich den Band 2800 geschrieben habe, werde ich mich vielleicht mal zurücklehnen und darüber nachdenken. Wie du sagst, es ging alles sehr schnell. Ich komme da kaum nach.

Während ich das beantworte, bin ich ja noch am Schreiben von Band 2800 und vor allem darauf aus, einen guten Roman abzugeben. Aktuell achte ich besonders darauf, mir selbst möglichst wenig im Weg zu stehen, da ich nervös bin und Nervosität bloß zu Flüchtigkeitsfehlern führt.

Michael Marcus Thurner: Kommen wir zu Band 2800. Ich gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit mit den Expokraten und der Redaktion intensiver war als bei »herkömmlichen« Manuskripten?

Michelle Stern: Das stimmt. Besonders Klaus N. Frick hat sich sehr viel Zeit genommen und steht mir als Erstleser noch während des Schreibens zur Verfügung. Normalerweise gebe ich einfach den Roman ab. Auch Rainer Castor unterstützt mich weit zeitintensiver, als er müsste, wobei ich alle seine Anregungen vermutlich gar nicht eins zu eins übernehmen kann. Einiges sind auch handlungsbedingte Kompromisse.

Michael Marcus Thurner: Du präsentierst uns einen Roman mit deutlicher Überlänge. Er ist in etwa so lang wie ein PERRY RHODAN NEO-Manuskript. Hattest du mit dem Format denn Probleme?

Michelle Stern: Nein. Es ist die NEO-Länge, und das Exposé, das ich von Christian Montillon und Wim Vandemaan erhalten habe, war sehr detailliert und lang, wie ich mir das auch im Vorfeld gewünscht hatte. Darin steckte und steckt genug Grundlage und schon eine Menge Vorab-Arbeit. Sozusagen genug Stoff.