»Es geht um die Tiefe der Persönlichkeit« – Teil zwei Interview mit Michael Marcus Thurner

19. Januar 2017

Mit »Schule der Mutanten« verfasste Michael Marcus Thurner einen der grundlegenden Romane von PERRY RHODAN NEO, weitere Beiträge für die Serie folgten. Nachdem man lange Zeit von ihm in dieser Serie nichts mehr gehört hatte, ist er jetzt zurück: Der in Wien lebende Autor verfasste den Startband zur nächsten Handlungsstaffel – bekanntlich beginnt mit Band 141 die »METEORA«-Staffel.

Grund genug, mit dem Schriftsteller ein Interview per Mail zu führen. Die Fragen stellte Klaus N. Frick. Wegen seiner Länge kommt das Interview in zwei Teilen: gestern Teil eins, heute Teil zwei.

Klaus N. Frick: Gibt es Themen bei PERRY RHODAN oder PERRY RHODAN NEO, die dir besonders am Herzen liegen und die man unbedingt in die Tat umsetzen sollte?

Michael Marcus Thurner: Hm. Zu kritisieren und zu verbessern gibt’s immer etwas. So ein Literaturprojekt wie PERRY RHODAN ist nun mal höchst homogen, man muss sich immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen.

Was mir – aus der Sicht eines Lesers – zur Zeit ein bissl abgeht, ist die SOL und damit verbunden die Idee des ständigen Aufbruchs ins Unbekannte. Ich vergleiche das als Motorradfahrer gern mit dem Beginn eines neuen Tags auf Tour: Man setzt sich aufs Bike und weiß nicht, wohin es einen treiben wird. Dieses Gefühl ist berauschend – und das hätte ich gerne wieder mal in einzelnen Romanen drin. Die SOL ist nun mal das ideale Vehikel für derlei Fahrten ins Blaue.

Und was mir noch fehlt, sind Lebensgeschichten. Romane oder gar Doppelbände, in denen aus ungewöhnlichen Perspektiven erzählt und dem Leser fremde Kulturen nähergebracht werden. Da sind früher großartige Romane entstanden, die die eigentliche Handlung nur indirekt vorwärts trugen – aber faszinierende und dichte Einblicke in andere Lebensweisen brachten.

Diese Wünsche beziehen sich übrigens auf die PERRY RHODAN-Erstauflage und auf PERRY RHODAN NEO gleichermaßen. Auch bei NEO könnte man mit diesen Einzelromanen experimentieren.

Klaus N. Frick: Welche Projekte außerhalb der laufenden Erstauflage wirst du als nächste angehen?

Michael Marcus Thurner: Ich schreibe ab und an für die Horror-Serie »Coco Zamis« im Zaubermond Verlag, um zwischendurch auch mal, verzeih, die Sau rauszulassen. Da bewege ich mich ganz bewusst in der Tradition von Ernst Vlcek.

Ein E-Book mit Kurzgeschichten wird – vermutlich - im Jänner erscheinen. Darüber hinaus sitze ich an einem neuen Fantasy-Projekt, das hoffentlich bald einen Verlag findet.

Wer mal rausfinden möchte, was und wie ich abseits von PERRY RHODAN denn so schreibe, dem seien hier ganz dezent und unauffällig meine drei bei Blanvalet erschienenen Fantasy-Bücher »Der Gottbettler«, »Der unrechte Wanderer« und »König in Ketten« ans Herz gelegt. Aber Obacht: Alle drei Bücher sind in der Tradition der Dark Fantasy geschrieben und fordern den Leser.

Klaus N. Frick: Vielen Dank für die Antworten!

Michael Marcus Thurner: Immer wieder gerne. Du weißt ja, wo du mich findest.