»Einfach mal eine Pause« Ein Interview mit Frank Borsch

15. Juni 2015

Als der erste Band von PERRY RHODAN NEO erschien, feierte die PERRY RHODAN-Serie gerade ihren fünfzigsten Geburtstag. Der »Neustart« wurde so mit einem Jubiläum verknüpft. Frank Borsch als Autor des ersten NEO-Romans wurde auf dem PERRY RHODAN-WeltCon 2011 von den Fans gefeiert.

Am 17. Juli 2015 kommt PERRY RHODAN NEO 100 in den Handel. Grund genug, mit Frank Borsch über die vier Jahre zu sprechen, die er die Serie in die Zukunft geleitet hat. Das Interview wurde per Mail geführt, die Fragen stellte Klaus N. Frick.

Klaus N. Frick: Nach vier Jahren ist jetzt Schluss – Band 100 ist der letzte Roman, den du als Exposéautor für PERRY RHODAN NEO betreut hast. Warum willst du aufhören?

Frank Borsch: In den letzten vier Jahren hat NEO mein komplettes berufliches Leben und auch vieles in meinem Privatleben bestimmt. Das war aufregend (um es vorsichtig auszudrücken), ich habe unheimlich viel gelernt, bin als Autor gewachsen, hatte das Privileg, mit vielen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten, die ich sehr zu schätzen gelernt habe – aber eben auch sehr anstrengend. Und ich glaube an eine alte Weisheit: »In der Pause liegt die Kraft«. Das, habe ich für mich im Lauf der Jahre gelernt, insbesondere für kreative Arbeit.

Klaus N. Frick: Als du auf dem PERRY RHODAN-WeltCon 2011 zum ersten Mal einen Band von PERRY RHODAN NEO in den Händen gehalten hast – hättest du gedacht, dass die Serie so ein Erfolg sein wird?

Frank Borsch: Vorher nicht, die ersten Reaktionen im Internet rangierten zwischen Ratlosigkeit und Ablehnung. Aber auf dem WeltCon war alles anders: NEO 1 war Teil des Con-Packages, die Leser konnten sich selbst ein Urteil bilden.

Und das war überwältigend: Von Freitag bis Sonntag habe ich ausschließlich begeistertes Feedback von Lesern erhalten. So was hatte ich noch nie erlebt.

Klaus N. Frick: PERRY RHODAN NEO war für die Redaktion auch eine gute Möglichkeit, neue Autorinnen und Autoren zu testen. Wie siehst du das Ergebnis dieser Arbeit?

Frank Borsch: Sehr, sehr positiv. Michelle Stern und Oliver Fröhlich sind mittlerweile im Autorenteam der Erstauflage, Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz übernehmen als Expo-Team die Weiterführung von NEO. Und dazu kommen viele andere, die NEO bereichert haben oder es weiter tun. Unter anderem: Oliver Plaschka, Rainer Schorm, Robert Corvus, Dennis Mathiak, Hermann Ritter und Alexander Huiskes. Ich bin gespannt, welche Autoren wir noch in der Erstauflage sehen werden.

Oh, und ich möchte mich an dieser Stelle noch ausdrücklich bei Christian Montillon bedanken. Christian war von Anfang an bei NEO dabei und ist es geblieben – obwohl er in der Zeit auch die Expo-Arbeit in der Erstauflage übernommen hat.

Klaus N. Frick: Wirst du für PERRY RHODAN NEO als Autor tätig sein, nachdem du keine Exposés mehr schreibst? Und wie sieht es mit der Erstauflage aus?

Frank Borsch: Fürs erste eher nicht. Das Schreiben – und insbesondere auch PERRY RHODAN und NEO – bedeuten mir sehr viel. Ich will meine Arbeit so gut machen, wie ich kann. Und dazu braucht es nach vier Jahren und 16.000 Seiten NEO, für die ich verantwortlich zeichne, einfach mal eine Pause ...

Klaus N. Frick: Wie geht's generell mit dem Autor Frank Borsch weiter? Kommen wieder eigene Romane wie die »Alien Earth«-Trilogie?

Frank Borsch: Da ist der Autor Frank Borsch ebenso gespannt wie du, Klaus.

Klaus N. Frick: Vielen Dank für die Antworten!