»Ein Gefühl des Heimkommens« Björn Berenz im Interview zu PERRY RHODAN-Arkon

15. April 2016

In den Jahren 2008 bis 2010 war Björn Berenz als Multimedia-Redakteur innerhalb der PERRY RHODAN-Redaktion tätig. Seither hat er mehrere Romane veröffentlicht, unter anderem »FKK im Streichelzoo«. In diesem Roman verarbeitete er in ironischer Weise unter anderem verschiedene Erfahrungen aus seiner Redakteursarbeit.

Mit seinem Roman »Welt der Mediker« kehrt er zur PERRY RHODAN-Serie zurück. Sein Roman erscheint als siebter Band innerhalb der Miniserie PERRY RHODAN-Arkon. Grund genug, mit dem Autor ein kurzes Mail-Interview zu führen; die Fragen stellte Klaus N. Frick.

Klaus N. Frick: Wir müssen mit einer eher biografischen Frage anfangen: Was hast du eigentlich gemacht, nachdem du 2010 die PERRY RHODAN-Redaktion verlassen hast?

Björn Berenz: Neben meinem Hauptjob – ich arbeite im Marketing eines Außenwerbeunternehmens – habe ich mich voll und ganz auf das Schreiben fokussiert. Nach dem »Streichelzoo« kam mein zweites Buch »Heilig über Nacht«.

Danach war mein Durst auf größere Schreibprojekte erst einmal gestillt, und ich habe begonnen, unter Pseudonym für diverse Heftromanserien zu schreiben, um besser und routinierter zu werden. Und da hab ich auch ziemlich schnell gemerkt, dass mir der klassische Seitenumfang von Heftromanen sehr zugute kommt.

Klaus N. Frick: Wie kam es eigentlich dazu, dass du recht schnell eher satirische Romane veröffentlichen konntest?

Björn Berenz: Die Frage stelle ich mir heute noch oft. Dabei bin ich den klassischen Weg gegangen. Meine erste Buchidee habe ich komplett runtergeschrieben und dann in Form eines Exposés und einer ausführlichen Leseprobe an die mir »ergoogelten« Literatur-Agenturen verschickt. Nach einigem Hin und Her hatte ich dann doch endlich einen Agenten überzeugen können, und wenig später hatte ich meinen ersten Verlagsvertrag im Briefkasten. Vermutlich landete meine Idee zur für mich richtigen Zeit bei der richtigen Person auf dem Tisch.

Klaus N. Frick: Die Science Fiction hat dich nie losgelassen, oder? Liest du das Genre noch, schaust du dir die einschlägigen Filme an?

Björn Berenz: Science-Fiction war schon immer mein Ding. Und seit meinem Weggang von PERRY RHODAN ist es eigentlich erst richtig schlimm geworden. Filme schon immer, SF-Literatur eher sporadisch, wie du dich vermutlich noch erinnern kannst. Mittlerweile aber verschlinge ich SF-Literatur förmlich – allen voran natürlich PERRY RHODAN. Außerdem stehe ich total auf die erzählerische Dichte von High-Fantasy-Serien wie Peter v. Brett und Patrick Rothfuss.

Klaus N. Frick: Wie war es dann, gewissermaßen zu PERRY RHODAN zurückzukehren? Anstrengend oder spaßig?

Björn Berenz: Tatsächlich war es ein Gefühl des Heimkommens. Auf einmal telefoniere ich wieder mit dir, mit Sabine, schreibe Mails an die ins Fleisch und Blut übergegangene vpm-Adresse und tauche plötzlich tiefer in das Perryversum ein, als ich es für möglich gehalten hätte. Für PERRY RHODAN zu arbeiten ist etwas völlig anderes, als für die Serie zu schreiben. Frank Borsch hat mal versucht, mir das zu erklären. Aber richtig verstehen tue ich es erst jetzt.

Wie du weißt, habe ich mich gerade zu Beginn sehr schwer damit getan, in den PERRY RHODAN-Stil hineinzufinden. Für mich war es das erste Mal, dass ich nach einem fremden Exposé geschrieben habe. Und ich hatte ein echtes Problem damit, mich von dem Gewicht der über zweieinhalbtausend Bände zu lösen, die ich die ganze Zeit im Nacken gespürt habe.

Ich meine, wir reden von PERRY RHODAN. Der Serie, die mich seit meiner Kindheit begleitet, an der soviele tolle Autoren mitgeschrieben haben und natürlich noch immer mitschreiben. Davon musste ich mich erst einmal freimachen. Zum Glück klappte das nach ausführlichen Gesprächen mit dir dann ja auch halbwegs.

Was mir absolut gefallen hat, ist der Halt, den die »Neulinge« von den alten Hasen bekommen. Die Abstimmung unter uns Autoren lief komplett unkompliziert und hat dazu beitragen, dass man sich jederzeit als Teil einer wirklich tollen Sache fühlt. Ich glaube, das gibt es so nicht bei vielen Buchserien.

Klaus N. Frick: Gibt es eine Figur in deinem Roman, die du besonders gern hattest?

Björn Berenz: Ja, und das war interessant. Denn als Leser war ich bislang nicht unbedingt Fan von ihr. Aber jetzt, wo ich selbst mit dem Mausbiber Gucky »arbeiten« durfte, habe ich ihn wirklich ins Herz geschlossen. Schade, dass er in meinem Roman nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Perry Rhodan zu schreiben fand ich übrigens schwierig bis nervig, weil man sich mit dieser Figur in einem sehr engen Korsett bewegen muss. Da fehlt es mir noch eindeutig an Routine.

Klaus N. Frick: Wie geht es nach »Welt der Mediker« mit dir und PERRY RHODAN weiter?

Björn Berenz: Aktuell arbeite ich an meinem dritten Buch, das im Frühjahr 2017 bei Lübbe erscheinen und den Titel »Ach du dickes Ding« tragen wird. Davon abgesehen würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn es mit meinem Beitrag zum Arkon-Zyklus nicht bei einem einmaligen Ausflug ins Perryversum bleiben würde. Beim Schreiben habe ich gespürt, dass sich das hier zwar richtig und gut anfühlt, aber es noch jede Menge Luft nach oben gibt. Mein Ehrgeiz wäre somit geweckt.

Und, was ich unbedingt noch loswerden möchte: Ich ziehe meine Hut vor allen PERRY-Autoren! Was die allwöchentlich – teilweise unter enormen Zeitdruck leisten – ist phänomenal.

Klaus N. Frick: Danke für das Interview!
 


PERRY RHODAN-Arkon – jetzt bestellen und exklusive Vorteile sichern!Arkon-Cover Band 7 von Dirk Schulz

Als Perry Rhodan ins Zentrum von Arkon reist, erwacht der Impuls – und ein schrecklicher Kampf um die Herrschaft der Galaxis beginnt …

Jetzt die Arkon-Edition bestellen und alle zwölf Bände der neuen Miniserie bequem und druckfrisch per Post erhalten. Dazu gibt's noch ein exklusives Poster.

Hier geht's zum Bestellformular.