»E-Book ist Fortschritt. E-Book ist Zukunft.« Trotz der Vorteile der E-Books möchte Arndt Ellmer das Papier zwischen den Fingern nicht missen

10. April 2014

Anfangs habe ich mit dem Begriff E-Book ein wenig »gefremdelt«. Ein Buch kann man sich optisch vorstellen, ein E-Book nicht. Zumindest dachte ich das anfangs. Ein wenig hat es sich geändert, aber der mehrdimensionale Effekt will sich nicht völlig einstellen.

Beim Buch sehe ich, wo es anfängt und endet. Ein PR-Hardcover oder ein PR-Heft, das ist eine feststehende Größe mit feststehendem Umfang. Beim E-Book versagt diese Technik, sich Umfang, Outfit und Gewicht einzuprägen.

Okay, ich scrolle seit neuestem im Geist das E-Book durch. Aber ich komme nie bis zum Schluss. Das Format erlaubt es nicht, mit einer simplen 90-Grad-Handwendung das Ende des Textes anzusteuern.

Das Scrollen stiehlt einem Zeit. Das Buch bewegt sich schneller, weil die Hände sich schneller bewegen. Das Buch kann man um alle möglichen Achsen bewegen, das E-Book nicht.

Nein, ich bin kein Skeptiker. Ich versuche lediglich, beide Varianten unter den Gesichtspunkten des Raumes und der Zeit zu bewerten. Das Buch schneidet dabei besser ab. Das E-Book reagiert empfindlich auf die Änderung physikalischer Konstanten, oftmals durch Selbstauflösung. Ein Buch löst sich nicht so schnell selbst auf.

Gut, die sicherste Methode wären die Steintafeln, in die man mit dem Meißel Zeichen einritzt. Stein hält länger als Papier. Man müsste die digitalen Zeichen im Reader irgendwie einbrennen ...

Ich habe einen E-Book-Reader. Im Laptop. Ab und zu lese ich ein Buch oder eine Story damit. Es macht Spaß. Und es gibt nichts Besseres in diesem Universum, als überall auf der Welt exakt den Text runterladen zu können, den ich gerade lesen will.

PERRY RHODAN im Urlaub, im Liegestuhl - da habe ich dutzendweise Feedback von Lesern im Kasten. E-Book ist Fortschritt. E-Book ist Zukunft. Auf der Reise zum Mars dauert die Anforderung etwas länger, aber nach einer Stunde ist der Roman da. Es steht genau dasselbe drin wie im Buch oder Heft, es ist genau so spannend.

Und doch möchte ich das Papier zwischen den Fingern nicht missen, den Geruch von Druckerfarbe und Leim, das Glitzern der Heftklammern.

Übrigens, wenn es mal gar dringend ist, lese ich Texte auf dem flachen Allround-Tablet unserer Tochter. iPad heißt das, glaube ich. Oder iPhone. Ich weiß nicht einmal genau, was sie da hat.

Arndt Ellmer