»Details entwickeln sich während der Arbeit« – Teil 1 Exposéautor Christian Montillon im Interview

25. März 2015

Zusammen mit Wim Vandemaan ist Christian Montillon für die Ausgestaltung der PERRY RHODAN-Handlung verantwortlich. Beide Autoren schreiben gemeinsam die Exposés, die als Grundlage für die einzelnen Romane dienen – und das ist beim Zyklus »Die Jenzeitigen Lande«, der am 17. April 2015 startet, ebenfalls so.

Um mehr Hintergründe über seine Arbeit als Exposéautor zu erfahren, stellte Michael Marcus Thurner einige Fragen an Christian Montillon. Das Interview wurde per Mail geführt.

Wegen seiner Länge kommt es in zwei Teilen. Heute veröffentlichen wir den ersten Teil, morgen folgt der zweite.

Michael Marcus Thurner: Bevor wir zum Jubiläumsband kommen, lass uns bitte mal ein kurzes Resumee zum abgelaufenen Zyklus ziehen. Wie bist du denn mit eurer Arbeit zufrieden?

Christian Montillon: Über unsere oder meine eigene Zufriedenheit will ich mal gar nichts schreiben, außer: Mich ärgern die Fehler(chen), die mir durchgerutscht sind, aber ich bin überzeugt davon, dass es hätte schlimmer sein können. Über Zufriedenheit und Nicht-Zufriedenheit sollen die Leser urteilen.

Michael Marcus Thurner: Wie sehr stimmt die ursprüngliche Planung mit dem tatsächlichen Resultat überein?

Christian Montillon: Da kann ich nur eine eigentlich total langweilige Antwort geben: Die ursprüngliche Planung haben wir genauso umgesetzt, wie wir das von Anfang an wollten. Natürlich haben sich Details geändert oder hatten wir von Anfang an nicht alle Details vorgeplant (das wäre ja Unfug), aber der Rahmen, das Große und Ganze der Geschichte ist genauso geblieben.

Das geht auch gar nicht anders: Wir haben von Anfang an auf das Ziel hingearbeitet. Die Rätsel und Entwicklungen wären in dieser Art gar nicht möglich gewesen, wenn wir das Ziel nicht schon gekannt hätten. Etwas zu verrätseln, wenn man die Lösung nicht kennt, ist extrem heikel. Dann eine andere Lösung zu finden, wäre glaube ich unmöglich.

Wobei natürlich gilt: Die Lösung kennt ja noch keiner ... Die wird erst im nun bald startenden Zyklus »Die Jenzeitigen Lande« präsentiert. Natürlich ging unsere Ursprungsplanung nicht nur bis zu den Ereignissen, die in Band 2799 erzählt werden, sondern bis zum Ende des Zyklus ab PR 2800.

Noch mal: Details und »Seitenarme« entwickeln sich während der laufenden Arbeit, aber eine »Umplanung« (von der hin und wieder in Spekulationen zu lesen ist) hat nicht stattgefunden. (Auch wenn das die Spekulierer nicht glauben werden.)

Michael Marcus Thurner: Funktioniert die Zusammenarbeit des Expo-Teams so, wie ihr es gewollt habt, oder musstet ihr da auch Justierungen vornehmen, euch in mancher Beziehung zusammenstreiten?

Christian Montillon: Es funktioniert sowas von erstaunlich harmonisch, dass ich selbst verblüfft bin. Der kreative Austausch ist sicher der Höhepunkt der Exposéarbeit. Eine RTL-Show über die Zusammenarbeit Wim Vandemaan/Christian Montillon wäre total langweilig, weil sie gänzlich ohne Zickereien und Streitereien auskommen müsste.

Michael Marcus Thurner: Die Faszination, die Band 2800 für mich ausstrahlt, ist unter anderem den Tiuphoren geschuldet. Ein neues, höchst interessantes Volk. Sie werden uns noch eine Weile begleiten, nicht wahr?

Christian Montillon: Ich mag die Tiuphoren sehr. (Heeeeyyyyy – das war jetzt rein literarisch gesprochen, im echten Leben würde ich sie verabscheuen!) Sie sind quasi das Hauptvolk des kommenden Zyklus und bleiben deshalb selbstverständlich eine Zeitlang in der Handlung; man wird so einiges über diese Leute erfahren, die in PR 2800 ihr Debüt geben. Lass es mich mal so sagen: Sie sind ... anders. Mehr in den Romanen ab Band 2800.