»Das Leben schreibt die schönsten Geschichten« – Teil zwei Marc A. Herren im Interview zu PERRY RHODAN-Arkon

27. Januar 2016

Am 22. Januar erblickte eine neue Science-Fiction-Serie das Licht der Welt: PERRY RHODAN-Arkon spielt im PERRY RHODAN-Universum, setzt aber eigene Schwerpunkte. Für die Exposés ist Marc A. Herren verantwortlich.

Grund genug, dem in der Nähe von Bern wohnenden Schriftsteller einige Fragen zu stellen. Das Interview wurde per Mail geführt, die Fragen formulierte Klaus N. Frick. Wegen seiner Länge bringen wir das Interview in zwei Teilen: Gestern veröffentlichten wir Teil eins, heute kommt der zweite Teil.

Klaus N. Frick: Wie genau planst du die Miniserie vor? Bis ins Detail, oder schwimmst du dich stückweise frei?

Marc A. Herren: Nachdem ich die Rahmenhandlung festgelegt hatte, wusste ich bereits genau, was in den ersten vier und in den letzten drei Romanen geschehen würde. Daraus ergaben sich Hinweise, wie sich die Geschichte dazwischen entwickeln soll. Ich bin dann so vorgegangen, dass ich Arbeitsblätter zu jedem Exposé schrieb, mit den Dingen, die ich bereits wusste. Nach und nach wurden diese Arbeitsblätter immer umfangreicher, je deutlicher ich die Handlung sah.

Und dann hieß es eigentlich nur noch, von den groben Eckpunkten ins Detail zu gehen. Dazu kommt, dass ich jedem der Autoren mindestens eine Stelle im Roman geben möchte, die sie oder er selbst erweitern und mit Leben – also Handlung – füllen kann. Von daher sind die PR-Arkon-Exposés auch nicht ganz so umfangreich wie diejenigen für die Erstauflage.

Klaus N. Frick: Bisher hattest du Exposés für eine ATLAN-Trilogie verfasst – wie groß ist der Unterschied zu einer PERRY RHODAN-Miniserie?

Marc A. Herren: Es gibt einige Unterschiede. Als wir Autoren mit der Arbeit an ATLAN-X begannen, existierten die Exposés bereits. Bei PR-Arkon stand ich von Beginn an unter großem Zeitdruck, da ich nicht nur die grobe Handlung für die gesamte zwölfteilige Serie festlegen musste, sondern gleichzeitig auch die ersten paar Exposés erstellen und meinen Auftaktroman schreiben musste.

Dazu kam der tragische und viel zu frühe Tod von Rainer Castor. PR-Arkon wäre natürlich genau sein Thema gewesen und schon der erste Austausch via Mail gab mir viel Input und Hinweise darauf, was aufgrund der Arbeitspapiere funktionieren würde und was nicht. Ich hatte mir gewünscht, dass Rainer einen der Romane übernehmen würde – und plötzlich erhielt ich die Mail, dass er von uns gegangen ist. Selbstverständlich überwog der Schock und die Trauer um einen lieben und verlässlichen Kollegen – aber ich fühlte auch einen Dämpfer bezüglich PR-Arkon. Ohne den allwissenden Extrasinn Castor an meiner Seite würde es schwieriger werden, im arkonidischen Datendschungel die Spreu vom Weizen zu trennen.

Glücklicherweise unterstützt mich seither der Autor und Übersetzer Dietmar Schmidt, wenn es beispielsweise darum geht, ein Datenblatt über Archetz oder Ariga zu schreiben.

Ein großer Unterschied besteht auch darin, Exposés auf die jeweiligen Autoren abzustimmen. Bei Tamaran war’s relativ einfach. Hans Kneifel, seinen unvergleichlichen Stil und seine Zeitabenteuer kannte ich in- und auswendig. Auch die Stärken der anderen beiden Autoren Christian Montillon und Dennis Mathiak kannte ich sehr gut, sodass ich ihnen die Exposés richtig auf den Leib schneidern konnte. Bei PR-Arkon sind nun ein paar Autoren dabei, von denen ich bisher nur sehr wenig gelesen habe.

Das machte das Schreiben der Exposés nicht einfacher. Ich hoffe trotzdem, dass ich allen beteiligten Autoren Vorgaben offerierte, mit denen sie gut arbeiten und farbenfrohe, spannende Geschichten schaffen konnten.

Klaus N. Frick: Macht das eigentlich Spaß, oder ist es vor allem Arbeit?

Marc A. Herren: Wie immer beim Schreiben gibt es Hochs und Tiefs. Nicht alles funktionierte in den Exposés auf Anhieb so wie es sollte. Es war beispielsweise frustrierend, wenn ich ganze Handlungsstränge umschreiben oder gar löschen und von vorne beginnen musste.

Unter dem Strich überwiegt aber ganz klar der Spaß. Ich hatte schon von klein auf eine lebhafte und manchmal auch etwas seltsame, sprunghafte Fantasie. Ich dachte schon immer in Geschichten, wollte spannende Figuren entwerfen und sie auf abenteuerliche Reisen schicken. Von daher kann ich bei PR-Arkon aus dem Vollen schöpfen.

Und dann gibt es einen ganz persönlichen und etwas egoistischen Aspekt: Ich will Vorlagen für PERRY RHODAN-Romane schreiben, die ich als Leser selbst gerne gelesen hätte – und als Exposéautor auch voller Freude lesen darf.

Klaus N. Frick: Und wie geht es nach PERRY RHODAN-Arkon weiter?

Marc A. Herren: Nachdem die Arbeit an meinem »Baby« PR-Arkon abgeschlossen ist, werde ich mich wieder der Erstauflage widmen. Dort gibt es einige Figuren, die ich in diesem Zyklus ins Herz geschlossen habe und deren Geschichte ich gerne weitererzählen würde. Zudem gibt es ein Krimiprojekt, das ich in diesem Jahr endlich vorantreiben möchte.

Und dann gibt es ein weiteres Baby ... diesmal ein echtes: Im nächsten Juni erwarten meine Frau und ich unser zweites Kind. Das wird unseren Haushalt wieder ganz schön durcheinanderwirbeln. Da meine Frau nach dem Mutterschaftsurlaub wieder arbeitet, weiß ich noch nicht ganz genau, wie viel Zeit ich dann für die Schriftstellerei noch haben werde. Aber es wird schon irgendwie gehen – das Leben schreibt schließlich die schönsten Geschichten.

 


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