»Das E-Book ist eine supertolle Erfindung.« Dennoch besitzt Susan Schwartz keinen E-Book-Reader

15. April 2014

E-Books - das war mir schon klar, dass es nicht lange dauern wird, bis die digitalen Buchstaben den Markt erobern werden. Anstatt kiloweise zusätzliches Gepäck mit sich herumzuschleppen, das noch dazu Klamotten im Koffer Platz wegnimmt, hat man da so ein kleines, handliches Gerät, auf das nicht nur ein oder zwei, sondern tausende Bücher draufpassen. Das kann man immer dabei haben, auf der Reise, dem Weg zur Arbeit, in der Zahnarztpraxis, in der Mittagspause. Im Kino nicht, da benutzen alle nur ihre iPhones.

Die Gefahr ist natürlich, dass man viel zu viel runterlädt, was man eigentlich zeitlich zum Lesen gar  nicht schaffen kann, aber wenn ich so in meine Buchregale daheim schaue, gibt es auch da ein paar Bücher, die irgendwann vom RUB - dem Regal ungelesener Bücher - ins normale Regal gewandert sind, weil ich nie dazu gekommen bin, sie zu lesen, oder keine Lust mehr dazu hatte.

Das E-Book ist eine supertolle Erfindung, an der ich gern mit meinen eigenen Werken partizipiere, und das mit erfreulichem Erfolg. Die Produktionskosten halten sich in Grenzen, man ist überall dauerhaft gelistet, ohne Angst vor Remittenden haben zu müssen. Also ich wäre schön dumm, nicht mitzumachen.

Insofern freut es mich total, dass es PERRY RHODAN jetzt vollständig digital gibt. Ich finde, das muss einfach sein, damit es die Möglichkeit der Komplettierung gibt, und gerade das Medium Heftroman ist wie geschaffen für den digitalen Markt. Das ist die Zukunft.

Für mich persönlich ist das natürlich erst recht toll, denn immerhin 75 Heftromane von mir sind mit dabei, die hoffentlich wie irre downgeloaded werden!

Oh, höre ich da eine Frage? Weil ich positiv zu E-Books stehe, habe ich doch bestimmt selbst einen Reader mit tollen Büchern drauf?

Äh, nein ... habe ich nicht. Ähem.

Weil, es ist so: Meine private Lesezeit ist sehr begrenzt, immer nur abends im Bett kurz vor dem Einschlafen, eine halbe Stunde oder Stunde. Da ich den ganzen Tag auf einen Schirm starre, möchte ich zur Abwechslung einfach gern etwas in der Hand haben, das sich haptisch gut anfühlt, das so einen ganz bestimmten Duft verströmt, das leise raschelt beim Umblättern ... das möchte ich nicht missen. Antiquiert, ich weiß, aber das kann ich mir als Schriftstellerin leisten, behaupte ich.

Wie war nochmal die zweite Frage? Wie das ist im »Urlaub«? Also, da bin ich überfragt. Kein Schimmer, was das ist ...

Susan Schwartz