»75 Romane sind ein schöner Zwischenstand« Susan Schwartz im Interview

5. Februar 2014

Wenn am 7. Februar 2014 der Roman »Domäne des Feuervolks« erscheint, ist das gewissermaßen ein kleines Jubiläum: Mit dem Roman, der die Bandnummer 2738 trägt, hat Susan Schwartz ihren fünfundsiebzigsten Beitrag zur PERRY RHODAN-Serie abgeliefert.

Grund genug, der Autorin zu gratulieren und ihr einige Fragen zu stellen. Das kurze Interview lest ihr hier – die Fragen stellte Klaus N. Frick, der Redakteur der Serie.

Klaus N. Frick: 75 Romane – das ist eine respektable Zahl! Dazu möchte ich erst einmal gratulieren, das finde ich toll; die meisten Leser sicher auch. Was empfindest du, wenn du diese Zahl vernimmst?

Susan Schwartz: Ich kann es kaum glauben, ehrlich gesagt, denn so lange kommt es mir gar nicht vor, dass ich mein erstes Manuskript zu Band 1652 abgegeben und angstschlotternd auf das Feedback gewartet habe. Und daraus wurden dann 75 – in Worten: Fünfundsiebzig – Romane? Großartig! Na dann: Weiter geht’s!

Klaus N. Frick: Hättest du damit gerechnet, im Jahr 2014 noch einen PERRY RHODAN-Roman zu veröffentlichen, als du anfangs der 90er-Jahre dein erstes Taschenbuch für die Serie veröffentlicht hast?

Susan Schwartz: Nein. So weit hatte ich damals gar nicht gewagt vorauszudenken, und zwar in jeder Hinsicht. Das 3. Jahrtausend, in vielen Science Fiction-Büchern und -Filmen beschrieben, war noch sooo weit weg, und ich war noch sooo jung, ohne zu wissen, wohin mein Weg mich führen würde.

Und jetzt? Kaum zwei, drei Jahre später, kommt es mir vor, befinden wir uns schon im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts! So eine Zeitrechnung war für mich damals »unvorstellbar« im Sinne von »viel zu viele Jahrzehnte entfernt«. Ich war damals Anfang 30, und die Vorstellung, überhaupt jemals »biblische« 50 zu erreichen … also nein. Das ging gar nicht!
Und umgekehrt übrigens geht es auch nicht. Kürzlich erst gab es auf Facebook so ein nettes »Zum-Teilen-Schild« mit der Frage, ob ich, die Leserin dieses Schildes, auch zu denjenigen gehöre, für die die 1990er erst zehn Jahre her sind. Ja, zu denen gehöre ich, das gebe ich unumwunden zu.

Klaus N. Frick: Wie schwer oder wie leicht ist es dir gefallen, den aktuellen Doppelband mit den Romanen »Die Weisung des Vektorions« und »Domäne des Feuervolks« zu schreiben?

Susan Schwartz: Sehr leicht. Ich habe so viel Datenmaterial dazu bekommen, dass ich so gut wie nichts darüber hinaus recherchieren musste. Der hauptsächliche Aufwand bestand eigentlich im Studieren der vorangegangenen Exposés, auf die sich mein Doppelband bezog, und die vielen dazu gehörigen Daten. Aber so etwas mache ich leidenschaftlich gern, insofern ist auch diese Arbeit ein Vergnügen. Die Storyline war gut strukturiert in den beiden Exposés aufgebaut, sodass ich, nachdem ich den nötigen Durchblick hatte, sofort loslegen konnte, ohne mir erst einen eigenen Rahmen schaffen und die Reihenfolge der Dramaturgie festlegen zu müssen.
In Bezug auf das neue Feuervolk der Lucbarni hatte ich zudem im Vorfeld schon einen regen Austausch mit den beiden Expokraten; viele meiner Vorschläge zu dem Volk fanden Eingang im Datenblatt. Der Rest ergab sich dann beim Schreiben, als sich nach und nach die Charaktere herausgeschält hatten.

Klaus N. Frick: Generell liegen dir ja seltsame Außerirdische und schräge Charaktere. Hast du spezielle Lieblingsvölker oder liebste Charaktere bei PERRY RHODAN?

Susan Schwartz: Hier sollte jetzt eine tolle Liste mit Namen folgen, aber ganz ehrlich: Ich mag sie alle, auf die eine oder andere Weise. Es gibt so viele faszinierende Fremdvölker, und es gibt eine Menge Charaktere, die Potenzial haben. Ich weiß ja nicht immer, welchen Charakter ich gerade zugeteilt bekomme, deswegen wäre es ungerecht den anderen Figuren gegenüber, mich festzulegen. Jeder, der gerade dran ist, ist in dem Augenblick meine Lieblingsfigur, und ebenso jedes Volk, das ich bearbeite.
Okay, ich habe eine Schwäche für fiese Typen wie diesen perfekten Jäger. Solche mag ich immer gern. Gab's da nicht mal so einen anderen Kerl, der ziemlich durchgeknallt war, wie hieß er noch – Vincent Garron? Mit diesem Blues-Mädchen im Gefolge? Das war auch eine interessante Konstellation.
Und ich freue mich natürlich auch immer auf neue Völker, wie aktuell die Lucbarni, die es mir momentan deswegen besonders angetan haben, weil ich in meiner eigenen Fantasy-Welt Waldsee ebenfalls ein Feuervolk beschrieben habe. Auf diese Weise habe ich in zwei verschiedenen Genres dem Element Feuer völlig neue Facetten abgewinnen können – ohne dass sich die beiden Völker auch nur im mindesten ähneln würden. Das ist eine Herausforderung und hat mich sehr inspiriert.
Mit Elementen habe ich es sowieso gern, eine Parallele dazu findet sich bei den Aarus und einem ebenfalls von mir beschriebenen Wasservolk auf Waldsee, die genau wie die Feuerleute überhaupt nichts gemeinsam haben außer dem Element. Das Leben im Wasser oder einer ähnlich gearteten Sphäre lässt sich natürlich noch vielfältiger beschreiben als ein Leben im Feuer. Deswegen haben mich die Aarus nie so ganz losgelassen, mit ihnen habe ich mich am meisten und intensivsten beschäftigt.

Klaus N. Frick: Gibt es ein spezielles Volk, das du gern wieder stärker in der Serienhandlung sehen würdest?

Susan Schwartz: Oh, derzeit werden meine Wünsche eigentlich recht gut erfüllt, und ich glaube, das geht noch so weiter.

Klaus N. Frick: Wie geht's eigentlich 2014 mit dir als Autorin weiter?

Susan Schwartz: Aktuell schreibe ich an meinem zweiten Band zu den Halblingen, den Bogins, unter dem Künstlernamen Prisca Burrows. Er wird im Spätherbst mit dem (vorläufigen) Titel »Das Opfer der Bogins« erscheinen, das nimmt mich gerade voll in Anspruch. Und ansonsten habe ich einige Projekte, speziell auch für E-Books, in der Pipeline.

Klaus N. Frick: Vielen Dank für das Interview!

Susan Schwartz: Der Dank geht zurück, und jetzt geh ich feiern! 75!