PERRY RHODAN 2800: Logbuch-Countdown 7 Ein Autorentausch bei PERRY RHODAN 2797

27. März 2015

Im Idealfall wissen Wim Vandemaan und ich als Exposéautoren schon, wer den jeweiligen Roman schreiben wird, wenn wir am Exposé arbeiten. Nur dann können wir das Exposé gezielt auf den geplanten Autor »zuschneiden«. Nach etwa 100 Exposés wissen wir so langsam, welchem Autor wir auf welche Weise entgegenkommen können.

Das heißt nicht unbedingt, dass wir bestimmte Autoren nur auf bestimmten Handlungsebenen einsetzen wollen; es kommt auf die Art und Weise an, in der wir die Exposés verfassen. Der eine mag gerne strukturelle Hinweise ... der andere diverse Charakter-, Daten- oder Handlungsdetails ... die der dritte eben gerade nicht mag. Die Liste solcher Vorlieben wäre lang.

Doch darum soll es in diesem siebten Logbuch gar nicht gehen. Die Frage ist vielmehr: Warum kommt es hin und wieder zu einem Autorentausch? Warum springen Autoren wieder ab, so dass Kollegen übernehmen müssen?

Solche Entwicklungen spielten sich vor allem hinter den Kulissen ab, und dort sollen sie im Normalfall auch bleiben. Bis offiziell bekannt wird, wer die jeweiligen Romane schreibt, sind sie meist tatsächlich schon geschrieben; falls es also zu einem Autorentausch kam, liegt dieser schon weit zurück. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie immer.

Aber einmal ganz allgemein gesprochen: Warum treten Autoren hin und wieder von einem Auftrag zurück?

Vor allem, weil PERRY RHODAN bei aller Kreativität auch ein Termingeschäft ist. Wenn ich als Autor einen Romanauftrag annehme, bleibt nur eine gewisse Zeit. Das scheint eine Binsenweisheit zu sein und gilt freilich für jeden Roman – doch in einem »normalen« Literaturverlag bleibt einfach mehr Zeit als bei einer wöchentlich erscheinenden Romanserie.

Wird ein Autor also krank oder hat er sich einfach übernommen, weil womöglich ein Vorläufer-Auftrag länger dauert als geplant, muss er irgendwann »den Stecker ziehen«. Das ist logisch. Ab und zu gibt es aber andere, exotischere und manchmal auch schönere Gründe.

Wie im Fall von PERRY RHODAN 2797.

Unsere Planung sah vor, dass Verena Themsen diesen Roman schreibt. Das war alles abgeklärt, Verena freute sich drauf. Alles passte.

Dennoch hat Verena schließlich den Roman abgegeben.

Leo Lukas war die erste Wahl, weil er ohnehin Band 2796, also den direkten Vorgänger, schreiben sollte. Er war im Thema drin, konnte einen klassischen Doppelband aus den vorgegebenen Exposés erstellen.

Zum Glück hatte Leo Zeit und sagte gern zu. Das Ganze spielte sich auch so früh ab, dass Leo noch nicht einmal mit seinem 2796er angefangen hatte und gleich die Handlungselemente für einen Doppelband planen konnte.

Verena hätte Band 2797 vom eigentlichen Zeitaufwand her schreiben können ... aber dann wäre sie hinterher in Zeitnot gekommen. Denn für sie stand plötzlich ein neues Projekt auf dem Plan, eines bei dem sie (wie sie selbst sagte) nicht »nein« sagen konnte.

Und da gebe ich ihr absolut recht. Die Rückgabe von PERRY RHODAN 2797 ermöglichte ihr nämlich, eine andere Zusage geben zu können: Für ein Spezialprojekt, das sie mit keinem Geringeren als Andreas Eschbach verwirklicht.

So kam es, dass Andreas Eschbach und Verena Themsen aktuell gemeinsam an einem tollen Projekt arbeiten. Auf das Ergebnis kann man gespannt sein ... ich jedenfalls bin es!

Christian Montillon