Logbuch: Zwanzig Jahre Terranischer Club Eden

24. Juni 2014

Als sich der Terranische Club Eden – kurz TCE genannt – im Jahr 1993 gründete, stellten die damaligen Clubgründer mir den Verein für die PERRY RHODAN-Clubnachrichten vor. Sie wirkten aktiv und sehr fannisch. »EdeN« stand damals für »Erben der Nacht«, und zu den Prinzipien gehörte von Anfang an, dass sich die Mitglieder irgendwelche Pseudonyme geben würden.

Das wirkte alles positiv. Und zu Beginn der 90er-Jahre, als sich viele neue Clubs gründeten, war das nicht ungewöhnlich. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es den aktiven Club im Jahr 2013 und darüber hinaus noch geben würde.

Heute gibt es nur noch wenige Science-Fiction-Clubs. Allein schon deshalb freue ich mich, dass der TCE nach wie vor aktiv ist. Die Ausgabe 91 des Club-Fanzines »Paradise«, die im April 2014 erschienen ist, belegt das in gelungener Weise.

Das Fanzine kommt als gebundenes Paperback daher, umfasst 156 Seiten plus Umschlag und präsentiert im Inhalt unter anderem einen schönen Rückblick auf die vergangenen zwanzig Jahre. Dazu kommen einige Leserbriefe sowie persönliche Erinnerungen der Clubmitglieder.

Auch wenn der Verein sich nicht auf PERRY RHODAN spezialisiert hat, kommt die größte Science-Fiction-Serie der Welt nicht zu kurz. Norbert Mertens, der selbst schon als Fanautor in Erscheinung getreten ist, widmet sich unter anderem der veränderten Optik der PERRY RHODAN-Auflage: Er schaut sich sowohl die Titelseiten als auch die Innenseiten an und spart nicht an kritischen Anmerkungen.

Darüber hinaus wird das eigene Fanroman-Projekt des Clubs beleuchtet. Immerhin hat man sich vorgenommen, eigene Romane zum Thema »Meister der Insel« zu verfassen. Was bisher vorgelegt wurde, kann sich durchaus sehen lassen.

Dazu kommen Conberichte, Kurzgeschichten – nicht unbedingt mit PERRY RHODAN-Hintergrund – sowie weitere Artikel. Unter anderem geht es um »politisch korrekte« Literatur oder die uralte Science-Fiction-Serie »Rolf Murat«, an die sich normalerweise nur Historiker erinnern.

Ich finde die Mixtur des »Paradiese« sowieso immer ansprechend; bei der Nummer 91 ist das Ganze aufgrund des Jubiläums besonders lesenswert. Das Heft kostet gerade mal sechs Euro plus Versandkosten; man kann es auch bestellen, wenn man kein Clubmitglied ist. Kontakt zum Club gibt es am einfachsten über seine Internet-Seite.

Auch wenn in Zeiten von Foren und Sozialen Netzwerken ein klassischer Club vielleicht ein wenig antiquiert wirken mag, empfehle ich den Terranischen Club Eden: Hier herrscht ein Miteinander vor, das ich – von außen betrachtet – sehr schätze. Und wer so schöne Fanzines erstellt, muss sich über die Zukunft des nächsten Jahrzehntes keine Gedanken machen ...


Klaus N. Frick