Logbuch: Wir planten die Sternengruft

15. Juli 2016

Nicht zum ersten Mal trafen sich die zwei Exposéautoren und ich in Köln; diesmal hatten wir einen Freitag im Mai gewählt. Christian Montillon und ich reisten mit der Bahn an; Wim Vandemaan holte uns am Bahnhof ab, und wir spazierten zu einem Restaurant in der Nähe der Fußgängerzone. Wie immer hatten wir ein strammes Programm vorbereitet.

Treffen sich die Exposéautoren und der Redakteur, geht es stets auch um einen Rückblick. Welche Romane sind gut geworden, welche Exposé-Ideen konnten von den Autoren verwirklicht werden, und welche Ergebnisse haben wir nicht als optimal empfunden? Da jeder von uns auch eine eigene »literarische Meinung« hat, liegt es nahe, dass wir die Romane und Ideen immer kritisch Revue passieren lassen.

Auch die Meinungen der Leser bleiben nicht außen vor. Wir nehmen die kritischen und lobenden Lesermeinungen zur Kenntnis; Mails leite ich weiter, die wenigen Leserbriefe – die per Post in der Redaktion eintreffen – werden kopiert und den Autoren geschickt. Das meiste lässt sich aber über unser Forum sowie Seiten wie Facebook und Google+ erfahren.
Uns ist bewusst, dass solche Lesermeinungen nie für die Mehrheit sprechen – aber spannend sind sie dennoch.

Ein Thema war beispielsweise, dass die Handlung in den Jenzeitigen Landen die Leserschaft teilweise sehr spaltete: Während manche Leser über jeden Roman jubelten, in dem es um Atlans Abenteuer in dieser seltsamen Region des Kosmos ging, hassten andere diese Handlungsebene geradezu. Jedem Leser können wir es nie recht machen – aber wir nahmen uns vor, im nächsten Zyklus »bodenständigere« Romane zu erzählen. Für den kosmischen Hauch sorgen die Exposéautoren bei ihrer Ideenflut dennoch.

Das zeigte sich später bei unserer Besprechung, als wir – nach einem Mittagessen gut gesättigt – an die eigentliche Planung gingen. Bekanntlich steht der »Sternengruft«-Zyklus vor der Tür, ein auf 25 Bände angelegter Handlungsabschnitt, für den die Grundlagen schon vor längerem gelegt wurden.

Er hängt inhaltlich natürlich mit den 175 Romanen zusammen, die seit Band 2700 in den Zyklen »Das Atopische Tribunal« und »Die Jenzeitigen Lande« veröffentlicht wurden. Gleichzeitig ist er in sich abgeschlossen – das Thema, das er erzählt, wird mit Band 2899 zu Ende sein. Da aber viele der wesentlichen Hauptfiguren vor und nach dem »Sternengruft«-Zyklus in der PERRY RHODAN-Handlung bleiben werden, gibt es verständlicherweise eine Reihe von Überschneidungen.

Wichtig ist der Schauplatz, an dem dieser Zyklus spielen wird. Nach bisherigem Stand der Dinge wird die Milchstraße nur eine untergeordnete Rolle einnehmen – wir werden vor allem eine Sterneninsel zeigen, die unsere »Helden« bislang nicht kennen. Ebenfalls wird die RAS TSCHUBAI eine wesentliche Rolle spielen; das Raumschiff und seine Besatzung vertritt in diesem Zyklus gewissermaßen die »Heimat«
.
Im Rahmen unserer Besprechung diskutierten wir über neue Hauptfiguren und vor allem die »Bösewichte«. Die Spannungen innerhalb der »Heldengruppe« kamen ebenso zu Wort wie die vielen außerirdischen Kulturen, auf die Raumfahrer von der Erde treffen sollen. Vieles von dem, was wir in Köln besprachen, muss noch »reifen«. Erst in den Exposés und vor allem dann in den Romanen werden die meisten Ideen zu einem Ende gebracht.

Die Exposéautoren legen Wert auf eine abwechslungsreiche Handlung, die farbenprächtige Alien-Kulturen zeigen wird. Für den »kosmischen Hauch« sorgt ein übergeordnetes Thema, das sich schon seit längerem in der Serienhandlung anbahnt, über das ich an dieser Stelle natürlich noch nicht plaudern möchte.

In Köln sprachen Christian Montillon, Wim Vandemaan und ich bereits über den Zyklus, der sich nach Band 2900 anschließen wird. Hierfür liegen bereits viele Ideen vor, ebenso gibt es Eckpunkte, die sich aus den vorherigen Zyklen ergeben. Wenn sich alles so umsetzen lässt, wie die beiden es planen, kommt auf unsere Leser auf jeden Fall einiges an Drama und Spannung zu ...
 

Klaus N. Frick