Logbuch: Rückblick aufs Jahr 2015

23. Dezember 2016

Vorbemerkung: Es mag ein wenig seltsam vorkommen, dass erst im Dezember 2016 der Rückblick auf das Jahr 2015 kommt. Aber dieser Rückblick war für das »PERRY RHODAN-Jahrbuch 2015« geschrieben worden, dessen Erscheinen sich stark verzögert hatte. Das Logbuch sollte erst nach dem Abdruck auf unserer Internet-Seite veröffentlicht werden ... Aber vielleicht ist es sogar spannend, mit dem Abstand von fast genau einem Jahr auf ein vergangenes Jahr zurückzublicken?

Betrachte ich das vergangene Jahr ganz neutral, war es geradezu typisch für die Arbeit der PERRY RHODAN-Redaktion. Es gab eine Reihe von Höhepunkten, leider aber auch ein sehr trauriges Ereignis, das Autoren und Redaktion geradezu schockte. Doch der Reihe nach ...

Ein früher Höhepunkt des Jahres 2015 war ganz eindeutig das Erscheinen von Band 2800 im Frühjahr des Jahres. »Zeitriss« bildete den Einstieg in den neuen Handlungszyklus »Die Jenzeitigen Lande«, und ich fand es spannend, mit den Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon in den zweiten gemeinsamen Zyklus zu starten.

Als noch spannender erwies sich die Tatsache, dass Michelle Stern diesen Jubiläumsband schrieb: die jüngste Autorin im Team und vor allem die einzige PERRY RHODAN-Autorin, die einen Jubiläumsband verfasste. In meinen Augen glückte das sehr gut – ihr Einstiegsband in den neuen Zyklus empfand ich als sehr gelungen.

Im Sommer folgte die zweite Neuerung bei unseren Serien: Frank Borsch zog sich bei PERRY RHODAN NEO aus der Exposéarbeit zurück, um sich stärker eigenen Projekten zu widmen. An seiner Stelle übernahmen zwei Autoren diese Arbeit – Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz legten mit der Handlungsstaffel »Die Methans« gleich ab Nummer 101 einen ganz anderen Schwerpunkt.

Außerhalb unserer eigenen Redaktion – aber mit unserer Mithilfe – entstanden im Verlauf des Jahres zwei schöne Ergänzungen zur Serie: die Hörspiele und die Comics. Beides Mal bedurfte es einiger Arbeit, um die Themen richtig anzuschieben. Das gehört dazu, das ist normal.

Dabei entwickelten sich die neuen PERRY RHODAN-Comics für mich recht schnell zu einer echten Freude. Die Texte und die Bilder erwiesen sich als zeitgemäß, der Verlag Cross Cult arbeitete mit uns sehr gut zusammen, was Marketing und Vertrieb anging – alles verlief so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es ist erfreulich, dass wir diese Zusammenarbeit fortsetzen können.

tl_files/comic/images/audio/audio_plejaden/Plejaden1-10.jpgNicht ganz so gut liefen die Hörspiele, wenngleich ich sie inhaltlich sehr mochte und sie durchgehend gute Kritiken erhielten. Wir müssen schauen, wie wir nach den »Plejaden« weitermachen; die bisherige Resonanz überzeugte uns nicht. Aber gut: Es kann nie alles klappen.

Schauen wir auf die Arbeiten außerhalb der Redaktion, vor allem auf das Marketing. Was im Jahr 2015 auffiel, war vor allem die Tatsache, dass unsere Geschäftsführung mehr in Werbung investierte als in all den Jahren zuvor. So gab es beispielsweise zum Jubiläumsband 2800 eine schöne Aktion. In Bahnhöfen wurden sogenannte Info-Screens von uns mit kurzen Spots bestückt, so dass auf ihnen am Erstverkaufstag des Romans entsprechende Werbung zu sehen war. Persönlich mochte ich die sogenannten Ground Poster, die in denselben Bahnhöfen »verklebt« wurden – leider kann man den Erfolg einer solchen Werbung kaum messen.

Zum Jahresende trumpften wir mit Kinowerbung auf, die zwar nur in ausgewählten Kinos lief, aber dazu führte, dass wir mehr Aufmerksamkeit auf PERRY RHODAN NEO lenken konnten. Parallel dazu zeigten wir den Kino-Werbespot auch auf den Sozialen Netzwerken. Auffallend dabei: Letztlich holten wir mit einer stark zugespitzten Facebook-Werbung genausoviel »Kontakte«, und das zu einem Bruchteil des Kino-Budgets.

Das ist nämlich eine wichtige Erkenntnis, die wir im Verlauf des Jahres 2015 gewannen: Wir sind im »Social Media«-Bereich mittlerweile recht gut aufgestellt, und das ist ein Erfolg von Katrin Weil, die uns in diesem Bereich absolut verstärkt. Sie hat auch das E-Book-Geschäft stärker zugespitzt, was sich in steigenden Verkaufszahlen und vielen Aktionen geäußert hat. Im Gegensatz zu manchem »großen« Verlag sind wir im Digitalbereich sehr gut platziert.

Eigentlich gab es zum Jahr 2015 sehr viele positive Dinge. Eigentlich könnte ich darüber jubeln, welches tolle Jahr hinter uns liegt. Aber leider gab es auch die traurige Nachricht des Jahres: Als ich vernahm, dass Rainer Castor gestorben war, glaubte ich es zuerst nicht. Aber es war wahr, und es blieb eine traurige Tatsache.

Die Lücke, die der Autor gelassen hat, wird sich nicht schließen lassen. Sowohl menschlich als auch fachlich war Rainer eine wesentliche Stütze des PERRY RHODAN-Teams – sein Fehlen wird mir immer wieder aufs Neue bewusst.

Klaus N. Frick