Logbuch: H. G. Ewers und sein letzter Weg

30. September 2013

Der Donnerstag, 26. September 2013, war ein richtig schöner Tag. Die Sonne schien, die Temperaturen kletterten in Südbaden auf 23 Grad, es ging ein laues Lüftchen. Eigentlich ein ideales Wetter, um eine Dienstreise anzutreten.

Leider war der Anlass nicht so fröhlich: Mit Sabine Kropp fuhr ich nach Südbaden, wo wir unserem PERRY RHODAN-Autor und langjährigen Kollegen Horst Gehrmann das letzte Geleit geben wollten. Unter seinem Pseudonym H. G. Ewers schrieb er bekanntlich Hunderte von Romanen und trug entscheidend dazu bei, dass PERRY RHODAN zu dem großen Erfolg wurde, der es heute ist.

Wir hatten auf der Autobahn keinen Stau, und so erreichten wir Weil am Rhein pünktlich. Vor dem Friedhof, den wir schnell fanden, trafen wir auf die Familie des Hinterbliebenen sowie auf den PERRY RHODAN-Autor Arndt Ellmer und seine Frau Kerstin. Nach einigen gemeinsamen Erinnerungen und kurzen Gesprächen gingen wir in die Grabkapelle.

Der Trauerprediger verspätete sich, weil er im Stau steckte. Deshalb fing die Trauerfeier verspätet an. Das griff der Prediger gleich zu Beginn auf: Er sei in der zweidimensionalen Realität stecken geblieben. Für einen Science-Fiction-Autor hätte es andere Wege gegeben, ans Ziel zu kommen. In seiner Rede ging der Prediger immer wieder auf die phantastischen Aspekte im Leben des Verstorbenen ein, würdigte ihn aber vor allem als eigenständigen und humorvollen Menschen.

Als Vertreter des Verlages und des PERRY RHODAN-Teams durfte ich danach ebenfalls einige Worte sagen. Ich würdigte den verstorbenen Autor und seine Phantasie, sprach über seine skurrilen Figuren und seinen Humor und schloss damit, dass wir – also die Leser und die heutige Autorengeneration – ihm viel zu verdanken hätten.

Umrahmt wurde die Trauerfeier von einem Akkordeonspieler; die Musikstücke hatte sich H.G. Ewers noch zu Lebzeiten ausgesucht. Es passte zu seinem Humor, dass er als Zwischenstück der Feier ausgerechnet »La Paloma Olé« gewählt hatte. Und als der Sarg aus der Kapelle getragen wurde, kam die Melodie von »Muss i denn zum Städtele hinaus«.

Wir blieben noch eine Weile am Grab, um endgültig Abschied zu nehmen. Dann verabschiedeten wir uns von der Familie. In einem Restaurant in der Innenstadt setzten sich Arndt Ellmer und seine Frau sowie wir von der Redaktion noch ein wenig zusammen; dort sprachen wir über gemeinsame Erinnerungen und künftige Projekte.

Wir waren uns einig: Wir werden H. G. Ewers nie vergessen!

Klaus N. Frick