Logbuch: Die Frankfurter Buchmesse 2013

23. Oktober 2013

Wenn es etwas gibt, das bei mir seit Jahrzehnten fest zum Jahresplan gehört, so sind es die Buchmessen: Im Frühjahr fährt man als Verlagsangestellter nach Leipzig, im Herbst ist dann jeweils Frankfurt dran. Die Messen haben dabei unterschiedliche Schwerpunkte, und nicht immer macht einem alles Spaß – wichtig sind sie auf ihre Art beide.

In diesem Herbst stand wieder Frankfurt auf dem Plan. Ich reiste bereits am Mittwoch morgen in die hessische Metropole, kam pünktlich zum Messegelände und stellte mein Auto auf den offiziellen Parkplatz. Dieser war praktischerweise auf dem Dach von Halle vier, während sich unser Stand in Halle drei befand; also nur einige hundert Meter Luftlinie. Das ist vor allem dann günstig, wenn man irgendwelche Dinge vom Auto in die Halle schleppen muss – in meinem Fall handelte sich um eine Bananenkiste, die zwar nicht schwer, aber reichlich sperrig war.

Bis ich am Messestand ankam, fühlte ich Gemeinschaftsstand: PERRY RHODAN / Splitter-Verlagmich schon erschöpft, wurde aber hellwach, als ich sah, wie wir uns 2013 öffentlich zeigten: Diesmal hatten wir wirklich einen Gemeinschaftsstand mit den Kollegen vom Splitter-Verlag. Das Ganze präsentierte sich sehr offen, mit zugänglichen Regalen, mit zwei Stehtischen, an denen man sich besprechen konnte, und einer kleinen Besprechungsecke, die geschickt zwischen Bücherregalen verborgen worden war. Mir gefiel die neue Gestaltung sehr gut, und ich hatte das Gefühl, sie komme auch bei den Messebesuchern sehr gut an.

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mit vielen Menschen zu sprechen. Das ist normal bei Messen: Man redet mit Partnern aus anderen Verlagen, mit Journalisten und Autoren, mit potenziellen Lizenzpartnern und Menschen, mit denen man gern einen Gedankenaustausch betreiben möchte. Früher gab es durchaus Gespräche mit Buchhändlern oder den Vertretern von großen Handelsketten; in solchen Bereichen hat sich die Messe für mich sehr verändert.

Ein kurzer Bummel in die Halle sechs, wo ich mir ausländische Verlage anguckte, gehörte ebenso dazu wie ein Abstecher zu den internationalen Literaturagenturen. Ansonsten sah ich wenig von der Messe. Weder bekam ich den Auftritt sogenannter Stars wie Boris Becker mit, noch erhielt ich Kenntnis von wichtigen Begegnungen. Mein Kosmos war der PERRY RHODAN- und Splitter-Stand, den ich kaum verließ.

Bei uns war es sowieso quirlig, weshalb ich mich nicht zu beklagen brauchte. Am Mittwoch und Donnerstag sowie größtenteils am Freitag führte ich viele Gespräche mit den Fachbesuchern, ab Freitag kamen immer mehr »normale« Messebesucher mit ihren Fragen und Anregungen. Mit ihnen diskutierte ich über die laufende PERRY RHODAN-Handlung oder beantwortete Fragen zu den aktuellen Projekten. Das finde ich selbst immer sehr spannend, weil ich auf diese Weise in Gespräche verwickelt werde, die ich sonst nicht führe – zudem sind das meist Menschen, die sich weder im Forum noch via Leserbrief oder bei Facebook öffentlich äußern.

Am Samstagabend besuchte ich noch den BuchmesseCon in Dreieich, bevor ich die Rückreise nach Karlsruhe antrat. Gegen halb elf Uhr nachts war ich daheim. Die Messe war auch in diesem Jahr wieder vorüber – wie immer war ich erschöpft, hatte aber das Gefühl, einige schöne und spannende Tage verbracht zu haben.

Klaus N. Frick