Logbuch: Das zweite Logbuch der Expokraten Wie ist das eigentlich mit Testlesern?

22. Februar 2013

Allerhand Leute haben Wim Vandemaan und mich bereits gefragt, wie genau wir uns die Arbeit an den Exposés ab Band 2700 teilen. Wie das funktioniert, sämtliche Exposés zu zweit zu schreiben.

Das wird unser Geheimnis bleiben. Obwohl wir ganz verschiedene Menschentypen sind, harmonieren wir prima miteinander. Oder: Gerade weil wir ganz verschiedene Menschentypen sind. Ein Beispiel: Wenn Hartmut etwas entwirft, winken für mich hinter den Ecken meistens drei weitere Geschichten hervor, die erzählt werden wollen.

Aber heute will ich einer anderen Frage nachgehen, die damit erst auf den zweiten Blick zusammenhängt: Wie ist das eigentlich mit Testlesern? Also mit Leuten, die von außen auf das Exposé schauen und es kommentieren?

Im Fall der Exposés hat sich ein Team aus dreien meiner Freunde herauskristallisiert. Sie erhalten die Dateien, wenn Wim und ich uns erstmal zufrieden fühlen.

Ach ja: Auch meine Testleser sind übrigens ganz unterschiedliche Typen.

Da ist ein alter Haudegen, der von Anfang an stets alle meine Sachen gelesen hat. Unermüdlich weist er mich auf Verständnislücken und kleine Logikbrüche hin. (»Eben war das noch eine Pistole, jetzt ist es ein Gewehr.«)

Wenn er ein »Das verstehe ich nicht« in die Datei schreibt, würden es die meisten Leser auch nicht verstehen. Was hilft es da, dass ich mir (manchmal) ganz brillante Gedanken dazu gemacht habe? Nichts. Also muss ich entweder präzisieren oder ändern.

Der zweite Testleser kommentiert gerne Details, die ihm nicht schlüssig erscheinen. Er schreibt Dinge wie »Das könnte aber ausführlicher sein« oder »Willst du nicht gleich noch stärker auf dies-und-jenes eingehen?«

Nebenher schreibt er in seinen Mails oft eine Art »Rezension«, was ihm gelungen erscheint und was nicht. So entsteht für mich ein Gesamteindruck, der auch mal Strukturschwächen aufzeigt oder zeigt, wo eine Figur so gar nicht funktionieren will. Denn alles muss irgendwie aus Wims und meinem Kopf heraus in für andere verständliche Sätze verwandelt werden ... ein weiter Weg.

Der Dritte im Bunde ist selbst Autor, und das merkt man ihm an. Er schaut eben wie ein Schriftsteller auf das Exposé und stellt sich wohl die Frage, wo er Schwierigkeiten hätte, es zu einem Roman umzusetzen. Dann taucht er seinen Finger genüsslich in Salzwasser und legt ihn in die Wunde diverser Schwächen. Gut so! Nur so kann ich potentielle Fehlerquellen schon im Vorfeld abstellen.

Außerdem kommen von ihm gerne Hinweise wie »Das könnte man auch so-und-so lösen« oder »Willst du das echt so machen?«. Dass er ganz nebenbei pro Exposé zwischen einer Anmerkungen und fünf schreiend witzige Anmerkungen reinschreibt, erheitert meine Arbeit übrigens merklich, und das schadet bestimmt nichts.

Also, ihr drei: Niemand kennt eure Namen, niemand weiß, wer ihr wirklich seid. Trotzdem bleibt ihr treu dabei: Danke.