Logbuch: Andreas Eschbach und seine PERRY RHODAN-Romane

14. Juli 2015

Gleich zwei Romane von Andreas Eschbach erfreuen dieser Tage die PERRY RHODAN-Leser. Mit zwei Bänden von Verena Themsen bilden sie den Vierteiler »Die falsche Welt« –die Zusammenarbeit zwischen den Autoren und der Redaktion hat mir viel Spaß bereitet. Und weil alles so gut klappte, schaute ich mir noch einmal an, wie das bei den bisherigen Romanen war, die Andreas Eschbach für die PERRY RHODAN-Serie verfasst hat.
PERRY RHODAN Band 1935
Dabei war »Der Gesang der Stille« ein echtes Experiment. Damals sprach Andreas Eschbach uns an: Wie wäre es denn, so sein Vorschlag, wenn er für einen Gastroman bei PERRY RHODAN andocken würde? Das würde ihn reizen. Während einer Frankfurter Buchmesse saßen Robert Feldhoff, Andreas Eschbach und ich in der Sonne – auf einem Stein mitten auf dem Gelände – und diskutierten die verschiedenen Möglichkeiten.

Knapp ein Jahr später kam der Band 1935 mit dem eben genannten Titel in den Handel; am 12. September 1998 hatten wir den ersten Gastroman am Start. Und weil der Autor sich Reginald Bull als Hauptperson gewünscht hatte, schrieb er einen tollen Roman über den »zweiten Mann auf dem Mond«.

Der Untertitel verriet einiges: »Ein Unsterblicher und ein Kybernetiker – auf der Welt der Pyramiden« ... mit dem Unsterblichen ist Reginald Bull gemeint, der Kybernetiker ist ein Agent des Terranischen Liga-Dienstes. Skill Morgenstern und Reginald Bull kundschaften einen Stützpunkt der Korrago-Roboter aus. DabPERRY RHODAN Band 2295ei erfüllt sich auf tragische Art und Weise das Schicksal des Agenten.

In gewisser Weise endet der Roman offen: Zwar konnte ein Teil der gestellten Aufgaben von den zwei »Helden« erfüllt werden, gleichzeitig aber verschwindet Morgenstern mit unbekanntem Ziel im All.

So tragisch dieser erste Gastroman war, so wuchtig war der zweite. Am 12. August 2005 kam »Die Rückkehr« in den Handel, der die Bandnummer 2295 trug. Andreas Eschbach hatte Lust darauf, einmal »so eine richtige Raumschlacht« zu schildern. Sein Thema ist der große Kampf zwischen der Raumflotte der Erde unter Perry Rhodans Kommando auf der einen und den Kybb-Titanen auf der anderen Seite.

Obwohl es in diesem Roman zahlreiche Tote gab und das Kämpfen der Raumschiffe einen großen Raum einnahm, schaffte es der Autor, einen tragischen Roman voller zwischenmenschlicher Töne zu schreiben. Eindrucksvoll fand ich beispielsweise die Vergleiche zwischen einem Schachspiel und der eigentlichen Raumschlacht, ebenso eindrucksvoll das Verhalten eines Soldaten, der bei einem geheimen Einsatz seine Familie sehen mPERRY RHODAN Band 2503öchte und damit eine Katastrophe auslöst.

Ebenfalls eine Raumschlacht stand im Zentrum von »Die Falle von Dhogar«. Der Roman kam als Band 2503 am 7. August 2009 in den Handel; er liefert einen Auftakt für den Stardust-Zyklus. Eine der wichtigen Hauptfiguren des Romans ist Reginald Bull, der von Andreas Eschbach als Stratege und Militär geschildert wird. Sein Gegenspieler ist Sinnafoch, ein sogenannter Frequenzfolger aus dem Volk der Vatrox.

Wieder bewies der Autor sein Fingerspitzengefühl bei der Schilderung von Romanfiguren. Sowohl die Seite der Menschen als auch die Seite der Gegner wirkt bei der Lektüre des Romans glaubhaft, alle Beteiligten handeln nachvollziehbar.

Kein Wunder, dass er mit »Der Techno-Mond« erneut auftrumpfen konnte. Der Roman kam am 17. Mai 2013 in den Handel; er trug die Nummer 2700 und war der erste Jubiläumsband, der von einem Gastautor verfasst wurde.

EPERRY RHODAN Band 2700s war ein fulminanter Auftaktband zu einer ganz frischen Handlung: Wim Vandemaan und Christian Montillon als neues Exposé-Team brachten eine andere Sicht auf das PERRY RHODAN-Universum mit, und Andreas Eschbach unterstrich diese neue Sicht mit seiner Art, die Serie zu interpretieren. Die Fans waren begeistert.

Übrigens brachte Eschbach viele eigene Ideen in diesen Roman ein, die im späteren Verlauf des Zyklus »Das Atopische Tribunal« weiter ausgebaut werden konnten. Ein Beispiel dafür ist das Haus, das Perry Rhodan bewohnt; eine Art Spukhaus ohne Geister und Gespenster, in dem sich Dinge seltsam verhalten und die außerirdischen Bewohner ihre merkwürdigen Spuren hinterlassen haben.

Mit vier sehr unterschiedlichen Romanen konnte Andreas Eschbach der PERRY RHODAN-Serie wichtige Impulse verleihen. Aus dem ehemaligen Fan wurde ein Gastautor, der Gastautor entwickelte sich längst zum Stammgastautor – und ich freue mich schon auf weitere Gelegenheiten, mit ihm zusammenzuarbeiten!

Klaus N. Frick