Christian Montillon: Das fünfte Logbuch der Expokraten Wenn die Expokraten in Urlaub gehen

14. August 2013

Jede Woche ist ein Exposé für die PERRY RHODAN-Serie fällig. Logisch, sonst könnte nicht jede Woche ein neuer Roman erscheinen. Nur kommt es äußerst selten so, dass tatsächlich in schöner Regelmäßigkeit alle sieben Tage ein Exposé fertig wird.

Warum nicht? Wim Vandemaan und ich arbeiten normalerweise einige Zeit an einem zusammenhängenden Handlungsblock. Demnächst kommen zum Beispiel die »Arkon-Trilogie«, die beiden »Istanbul-Romane«, die »Suche-Bände« und der kleine Komplex »Stadt«. Wenn alles inhaltlich steht, bringen wir diese eng verknüpften Exposés recht schnell in Endform. Sprich: Manchmal trudelt drei Wochen lang nichts in der Redaktion ein, dann folgt täglich ein Exposé.

Wichtig ist nur, dass die angepeilten »idealen Abgabetermine für die Expos« eingehalten werden. Einigermaßen zumindest. Diese lassen sich aus dem Produktionsplan leicht errechnen: Jeder Roman hat ein exaktes Erscheinungsdatum, und davor gibt es viele, viele Fristen für die einzelnen Entstehungsschritte dieses Gesamtprodukts »PERRY RHODAN-Heftroman«.

Da ist beispielsweise der Drucktermin. Vorher geht der Gesamtroman in vollständigem Layout an den Chef vom Dienst (bekannt als »CvD« was nichts mit dem Realnamen des Expokraten zu tun hat, also nicht »Christoph von Dittert« bedeutet). Davor gibt es Korrekturgänge. Davor werden die Texte gesetzt. Davor müssen die Autorenmanuskripte vorliegen ... und einiges mehr, das ich hier ausgelassen habe.

Der erste dieser vielen Termine ist: Das Exposé wird fällig! Dieser Stichtag liegt eine genau definierte Anzahl von Wochen vor dem Ersterscheinungstag. Wenn wir an dieser Stelle in Verzug kommen, ist das alles andere als ideal: Dann bleibt für die Autoren weniger Zeit, für die Redaktion, fürs Lektorat, für die Korrektoren etc. Sprich: Dieses Datum steht dick vor meiner Terminliste, weil ich derjenige bin, der das fertige Exposé zum Verlag schickt.

Und was nun, wenn die Expokraten Urlaub machen und am Urlaubsort abschalten wollen? Richtig: Es braucht Vorlauf!
So geschehen im Juli 2013 ... sowohl Wim Vandemaan als auch meine Wenigkeit planten (unabhängig voneinander) den Familien-Sommerurlaub. Da zeigte sich, wie perfekt wir zusammenarbeiten: Ohne uns abzusprechen, haben wir nahezu exakt denselben Zeitraum gewählt. Also galt es, vor diesem magischen Datum nicht nur das zu diesem Termin nötige Exposé fertigzustellen, sondern auch diejenigen, die während des Urlaubs fällig werden würden. Und idealerweise noch ein oder zwei mehr.

Gesagt, getan: Es hat geklappt. Fast. Die »ein oder zwei mehr« kamen nicht rechtzeitig. Aber das war schon okay, es kam nur zu minimalem Verzug, und der wird bis Ende August voll aufgeholt sein, da bin ich sicher.

So mussten wir vor dem Urlaub »nur noch« die Exposés auf die Autoren verteilen: Wer hatte Zeit, wer stand bereit, wer wollte welchen Band? Es ging wunderbar auf, auch in den »Spezialfällen«, also den Vorgaben, die wir ganz gezielt für bestimmte Autoren geschrieben haben, um deren Vorlieben gerecht zu werden.

Nun bin ich gespannt, wie die fertigen Bände aussehen, und ich sitze am nächsten Exposé ... nachdem am ersten »normalen Arbeitstag« gleich ein Verlagsbesuch anstand, um die weiteren Handlungen final festzuklopfen, nochmal über Band 2750 und seine Besonderheiten und über Roman 2800 zu sprechen.

Nach 14 Tagen Urlaub war der Kopf frei.

Zum Glück.
 

Christian Montillon