Der Redakteur erinnert sich: Werbetexte im Spätsommer 1997

18. Mai 2015

Im Sommer 1997 wirbelte Eckhard Schwettmann mit seinen Ideen durch die Räume des Pabel-Moewig Verlages. Bei einer unserer Besprechungen brachte er einen neuen Gesichtspunkt ein: »Lass uns mal die bisherigen Abonnement-Möglichkeiten auffrischen. Nicht nur mit einem originellen Werbegeschenk, sondern auch mit kurzen knappen Texten, die alle drei aktuellen Serien schön vorstellen.«

Er hatte sich bereits informiert und mit den Kollegen von der Abonnement-Betreuung gesprochen. Wir wussten nun: Solche Werbegeschenke müssen gewisse finanzielle Grundsätze erfüllen – sie dürfen nicht zu teuer sein, sonst lohnt es sich nicht. Wenn das Abo-Geschenk mehr Geld kostet, als hinterher die eigentlichen Erlöse durch das Abonnement einbringen, ist das nicht sinnvoll.

Solche Geschenke sollten zudem den PERRY RHODAN-Leser interessieren – also musste man sie irgendwie mit einem Werbeaufdruck versehen. Und sie sollten – weil wir ja eine Science-Fiction-Serie machen – in gewisser Weise zukunftsorientiert und modern wirken. Kurzum: Was die Marketing-Abteilung wollte, war etwas, das man vielseitig nutzen konnte.

Wer die Idee hatte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Womöglich war es Eckhard Schwettmann selbst, vielleicht aber auch einer der Partner aus der Werbeagentur. »Wir nehmen einen Laserpointer, und auf den brennen wir das PERRY RHODAN-Logo.« Ich fand die Idee ebenso toll wie die anderen Beteiligten: Im Jahr 1998 waren Laserpointer der »neueste Schrei«, vor allem, wenn sie die Form eines Kugelschreibers hatten und entsprechend elegant wirkten.

»Das Werbegeschenk haben wir nun«, meinte Eckhard und fixierte mich bei der Besprechung. »Bilder haben wir genug; jetzt benötigen wir dringend neue Werbetexte. Wir brauchen einen Slogan, der die PERRY RHODAN-Serie klar zusammenfasst, und wir benötigen Slogans, mit denen die jeweiligen Auflagen so charakterisiert werden, dass sie allgemein verständlich sind.«

Nach einigen Überlegungen hatte ich einen generellen Slogan entwickelt, den wir gemeinsam verfeinerten. Dabei baute ich auf meinen früheren Anzeigentexten auf.

Letztlich kam das heraus: »Steigen Sie ein ... in das größte Weltraum-Abenteuer aller Zeiten. Faszinierende Romane an den Grenzen unseres Universums. Fremde Planeten, Roboter und Außerirdische.« Das sollte, so glaubten wir, den Charakter der PERRY RHODAN-Serie in wenigen Worten vermitteln.

Die Aussagen zum Laserpointer waren schlichter, gleichzeitig aber werblicher: »Abonnieren Sie eine der drei PERRY RHODAN-Ausgaben für mindestens zwei Jahre – und Sie erhalten dafür den hochwertig verarbeiteten PERRY RHODAN-Laserpointer im Kugelschreiber-Format. Reichweite: über hundert Meter!«

Durchaus knifflig fand ich das Erarbeiten von Werbetexten, die auf die einzelnen Zyklen hinweisen sollten. Für die laufende Erstauflage war das vergleichsweise einfach. Im August 1997 sollte der neue Kurzzyklus »Die Heliotischen Bollwerke« starten, bewusst als Teil des großen Thoregon-Komplexes angelegt. Als erster Band war »Das Heliotische Bollwerk« – Band 1876 – von Horst Hoffmann geplant.

Entsprechend einfach gestaltete sich der Text. »1289 NGZ: Das Heliotische Bollwerk erreicht die Erde – und Perry Rhodan betritt erneut die Brücke in die Unendlichkeit ...« Das sollte geheimnisvoll klingen, an den bisherigen Verlauf des Zyklus anknüpfen und gleichzeitig neue Leser aufmerksam machen. Die Brücke in die Unendlichkeit war bisher sehr gut angekommen, der Thoregon-Zyklus lief grundsätzlich erfolgreich; da konnte bei diesem Slogan eigentlich nicht viel schiefgehen.

In der dritten Auflage lief zu dieser Zeit der Chronofossilien-Zyklus; wir veröffentlichten diese Romane in Doppelbänden. Da diese Phase durch unterschiedliche Schwerpunkte gekennzeichnet war, wollte ich in der Werbung vor allem auf ihren »träumerischen Gehalt« eingehen. Die Geschichten mit der Superintelligenz ESTARTU hatten mir als Leser stärker imponiert als die Geschichten, die in der Milchstraße spielten.

Entsprechend formulierte ich meinen Text, der – so dachte ich – den Zyklus gut charakterisierte. »429 NGZ: Vironauten von der Erde in den zwölf Galaxien von Estartu – sie suchen das große Abenteuer und die Wunder des Kosmos ...«

Blieb noch die fünfte Auflage. In dieser veröffentlichten wir schon seit einiger Zeit den zweiten Teil des Aphilie-Zyklus, eine Phase der PERRY RHODAN-Serie, die ich selbst sehr gemocht hatte. Vor allem die Geschichten mit Alaska Saedelaere und der Terra-Patrouille fand ich faszinierend. Also entschloss ich mich, diesen Aspekt des Zyklus in den Vordergrund zu stellen.

Mein Werbetext war letztlich sehr auf eines der unterschiedlichen Themen fokussiert. »3582: Die Erde in einer unbekannten Region des Universums – auf dem entvölkerten Planeten kämpfen die wenigen Menschen gegen mysteriöse Invasoren ...«

Die Marketing-Abteilung war zufrieden, der Redakteur hatte seine Arbeit getan. In der Folge wurden die Texte mehrfach eingesetzt: nicht nur für die Abonnentenwerbung, sondern auch für Plakate oder Werbung in Vorortzügen.


Klaus N. Frick

 


PERRY RHODAN-Laserpointer
Wir verlosen zwei PERRY RODAN-Laserpointer

Wir haben in unserem Archiv noch zwei funktionstüchtige Laserpointer gefunden, die wir nun verlosen.

Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, schicke einfach eine Mail mit dem Stichwort »PERRY RHODAN-Laserpointer« an: gewinnspiel@perryrhodan.net

Einsendeschluss ist der 20. Mai 2015.