Die Redaktion empfiehlt: Balthasar von Weymarn (u.a.): Mark Brandis Raumkadett – Folgen 5 und 6 Ostafrika im 22. Jahrhundert

12. August 2016

Die klassische Science-Fiction-Serie »Mark Brandis«, die seit einigen Jahren eine gelungene Hörspiel-Umsetzung erlebt, wird derzeit durch eine »Jugendserie« ergänzt. Mit »Mark Brandis. Raumkadett« erzählen die Produzenten derzeit die Vorgeschichte von »Mark Brandis«, womit sie die klassische Vorlage verlassen. Da die Geschichten in einer nahen Zukunft spielen, sind sie für Science-Fiction-Fans von großem Interesse – mir machen sie großen Spaß!

Ich möchte diesmal die Folgen fünf und sechs vorstellen, weil diese eine spannende und für sich verständliche Episode innerhalb der Serie erzählen. Alle Episoden spielen gegen Ende des 21. Jahrhunderts, in einer Zeit der weltpolitischen Spannungen: Während die Menschen mit bemannten Raumschiffen immer weiter ins All vorstoßen, stehen sich auf der Erde zwei Machtblöcke erbittert gegenüber.

Mark Brandis träumt als Jugendlicher von den Sternen, er wächst zwischen diesen Spannungen auf. Sein Vater verschwindet als Soldat während eines Konfliktes in Ostafrika; er gilt als tot. Mark Brandis schafft es trotz diverser Probleme – er kommt mit Autoritäten nicht klar –, einen Platz an der Raumakademie zu erhalten. Als Kadett übersteht er erste Bewährungsproben.

Dann erfährt er, dass sein Vater wahrscheinlich noch lebt und in einem Lager in Ostafrika festsitzt. Ein wagemutiger Plan reift in ihm: Er möchte seinen Vater befreien oder zumindest nach ihm suchen.

Die fünfte Folge leitet das eigentliche Geschehen ein: In »Der Aladin-Schachzug« überredet Mark Brandis drei seiner Freunde dazu, die Ferien in Ostafrika zu verbringen. Gemeinsam brechen sie nach Afrika auf, stoßen in Kairo auf einen seltsamen Informationshändler und kommen mit dessen Hilfe weiter bis nach Nairobi. Von dort aus will Mark seinen Vater suchen, doch er wird in eine Intrige verwickelt, als Krimineller verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.

Mit diesem offenen Ende wechselt der Hörer direkt zur Fortsetzung. Hörspiel sechs trägt den Titel »Woran du glaubst« und schildert, wie Mark aus dem Gefängnis befreit wird und wie sich seine Freunde quer durch das heutige Kenia schlagen. Das geht natürlich nicht ohne Probleme; die Freunde werden verfolgt und auch beschossen. Es wird klar, dass sie einer großen Intrige auf der Spur sind. Mithilfe einiger Unbekannter versuchen sie, bis nach Nairobi zu kommen ...

Diese Hörspielserie richtet sich vor allem jugendliche Hörerinnen und Hörer. Die Handlung ist also sehr klar und eindeutig, es gibt wenige Verwicklungen, und der jugendliche Mark Brandis stolpert mit herzzerreißender Naivität durch die Geschichte. Das ist aber okay, immerhin versucht hier ein Jugendlicher in völlig fremdem Terrain an Informationen zu kommen und scheitert dabei.

Raumschiffe kommen in den zwei Hörspielen praktisch nicht vor; trotzdem spielt die Serie eindeutig in der nahen Zukunft. Das äußert sich nicht nur bei Politik und Gesellschaft, sondern auch bei den immer wieder eingestreuten Science-Fiction-Elementen.

Gleiter fliegen durch die Städte, die Raumflotte ist allgegenwärtig, und mit Metro gibt es eine Umgangssprache, die von den meisten Leuten in Europa, Afrika und Amerika verstanden wird. Witzig ist es dann schon, wenn Englisch als altmodisch empfunden wird; die jungen Leute verstehen diese Sprache gar nicht mehr.

Die Hörspiele sind hervorragend gemacht: Schnelle Dialoge treiben die Handlung voran, gute Sound-Effekte gestalten die Szenen, passende Musik untermalt sie. Wer sich für Science Fiction interessiert und Hörspiele mag, für den sind diese zwei Abenteuer von »Mark Brandis Raumkadett« auf jeden Fall eine Empfehlung.

Die Hörspiele stehen zum Download als MP3-Versionen auf den verschiedensten Plattformen zur Verfügung. Wer sie als CDs kaufen möchte, kann sie in allen Fachgeschäften für Bücher oder Musik bestellen. Bei Amazon und anderen Versendern sind sie ebenfalls lieferbar – als Preis werden 5,99 oder 7,99 Euro angegeben.

 

Klaus N. Frick