Die Redaktion empfiehlt: »Paracelsus« von Arno Endler Science-Fiction-Thriller aus deutschen Landen

7. Juli 2016

Arno Endler hat zahlreiche Kurzgeschichten in der Computerzeitschrift »c’t« veröffentlicht, einige von ihnen habe ich gelesen, und sie gefielen mir sehr gut. Mit »Paracelsus« liegt seit über einem Jahr ein eigenständiger Science-Fiction-Roman von ihm vor – und dessen Lektüre lohnt sich.

Veröffentlicht wurde er im Atlantis-Verlag, der das Werk als Paperback, als E-Book und als gebundene Ausgabe anbietet. Um es klar zu sagen: Bei Endlers Werk handelt es sich um lupenreine Science Fiction, die mit handfesten Überraschungen aufwartet.

Die Handlung beginnt an Bord eines Raumschiffs, sie wird aus der Perspektive eines Mannes erzählt, der aufwacht und sich an nichts erinnern kann. Klar – so etwas hat man schon oft gelesen oder in Filmen gesehen. Aber der Autor schafft es, daraus eine sehr spannende Handlung abzuleiten.

Der Mann irrt durch das Raumschiff PARACELSUS, das riesengroß ist und in dem er sich nicht auskennt. Es wird ihm klar, dass er der Kapitän ist – aber er hat keinerlei Ahnung davon, was er zu tun hat. Zu allem Überfluss steht die PARACELSUS vor ihrem Untergang: Das Raumschiff steuert auf ein Schwarzes Loch zu, und wenn das Schiff weitertreibt, gibt es keine Hoffnung mehr.

Der Mann ohne Erinnerung versucht, andere Besatzungsmitglieder zu finden und seine Erinnerung wieder zu erlangen. Seine Suche ist alptraumhaft, und die Besatzungsmitglieder, die er trifft, sprechen in Rätseln. Zu allem Überfluss scheint ein Mörder an Bord zu sein, der alle Überlebenden ermorden will; nach und nach sterben die wenigen Menschen, die der angebliche Kapitän an Bord angetroffen hat. ...

Arno Endler erzählt seine Geschichte mit vielen Wendungen. Ungewöhnliche Perspektiven wechseln sich ab, die Erinnerungslücken des »Helden« werden auf spannende Weise mit Realität gefüllt. Das Raumschiff wirkt wie ein fliegendes Spukhaus – manchmal erinnert es mich in seiner Atmosphäre an den Film »Alien« –, in dem die Menschen geradezu orientierungslos unterwegs sind. Anfangs sind die Schilderungen des Autors durchaus verwirrend, und ich brauchte gut zwanzig Seiten, um in die Handlung hineinzukommen – dann wollte ich nicht mehr aufhören.

Wer mag, kann den Roman als eine Mixtur aus Horror und Science Fiction betrachten, wobei ich mit »Horror« an dieser Stelle keine Schock- oder Splatter-Elemente meine, sondern eher die gruselige Spannung, die an Bord der PARACELSUS herrscht. Die Auflösung, auf die man nach einiger Zeit selbst kommen kann, dreht die Handlung in gewisser Weise noch einmal auf den Kopf – auch das hat mir gut gefallen.

Wer ungewöhnliche und vor allem spannende Science Fiction mag, sollte diesen Roman antesten. Er ist unterhaltsam und reißt mit. Ein starker Einstand für den Autor!

Erschienen ist der Roman im Atlantis-Verlag; die Paperback-Version umfasst 246 Seiten und kostet 12,90 Euro. Mithilfe der ISBN kann das Buch in jeder Buchhandlung bestellt werden, ebenso über Versender wie Amazon. Die Hardcover-Version, die der Verlag ebenso anbietet, kann man allerdings nur direkt über den verlagseigenen Shop anfordern.

Selbstverständlich gibt es eine E-Book-Version, unter anderem für den Kindle. Diese kostet 8,99 Euro. Einige Hintergründe zu dem Roman sowie weitere Informationen zu dem Autor gibt es auf Arno Endlers eigener Internet-Präsenz.

 

Klaus N. Frick