Die Redaktion empfiehlt: »Outcast 1« von Robert Kirkman / Paul Azaceta Auftakt zu einem starken Horror-Comic

5. Januar 2016

Düster geht der Comic schon mal los: »Im Reich der Finsternis« ist der erste Teil der Horror-Serie »Outcast«, der im deutschsprachigen Raum erschienen ist. Das Buch enthält die ersten sechs Hefte der amerikanischen Ausgabe. Und es macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung, die es seit Dezember 2015 bereits geben dürfte (ich habe sie noch nicht ...).

Doch der Reihe nach: Verantwortlich für die Geschichte von »Outcast« ist Robert Kirkman. Wer mit dem Namen nichts anfangen kann – das ist der Mann, der »The Walking Dead« erfunden hat. Mit dieser Comic-Serie konnte Kirkman den Zombie-Mythos aus seiner Versenkung holen und modernisieren; mittlerweile zählt die populäre Fernsehserie zu den Aushängeschildern moderner TV-Unterhaltung.

Das könnte bei »Outcast« ähnlich sein. Schon jetzt hat sich ein Produktionsstudio die Rechte gesichert, und dieser Comic schreit geradezu danach, auch erfolgreich verfilmt zu werden. Die Stimmung ist ein wenig depressiv, die Geschichte ist dennoch spannend aufgebaut – das wirkt alles wie eine Garantie für Erfolg.

Hauptfigur ist ein junger Mann namens Kyle Barnes, der an der Welt verzweifelt. Nicht nur, weil er mit den alltäglichen Problemen zu kämpfen hat – nein, er ist auch in der Lage, Dämonen wahrzunehmen, die andere Menschen befallen und die aus ihnen heraus wirken. Und so lässt sich Kyle darauf ein, an einer modernen Art von Exorzismus mitzuwirken. Zusammen mit einem Reverend fährt er durch die Gegend, um Menschen zu helfen, die von Dämonen besessen sind.

Dabei bleibt es nicht. Es wird klar, dass mehr dahinter steckt; der Exorzismus allein ist es nicht, was den Reverend antreibt ...

Kirkman erzählt stets sauber und klar; seine Dialoge sitzen, die erklärenden Beschreibungen beschränkt der Autor auf das Nötigste. In solchen Fällen verlässt er sich zu Recht auf die Bilder. Seine kritische Sicht auf die Auswüchse der modernen Zivilisation sorgt dafür, dass seine Geschichte sich nicht im schlichten Horror erschöpft, sondern weit mehr ist: Wenn Kyle Barnes und der Exorzist die Dämonen aus den Menschen vertreiben, können sie nicht die wahren Probleme vieler Menschen beseitigen.

Die Grafiken von Paul Azaceta – der bei »Hellboy« schon Dämonisches zeigen durfte – packen die Geschichte in Bilder, die den Schrecken hervorragend illustrieren. Der Künstler zeigt Menschen in Großaufnahme, die Bilder sind oft sehr realitätsnah; Wohnzimmer, Autos, ganz gewöhnliche Häuser und langweilige Vorgärten werden bei ihm zu den Örtlichkeiten, in denen sich die Dämonen verbergen. Die faszinierende Farbgebung von Elizabeth Breitweiser trägt dazu bei, dass viele Bilder geradezu flächig wirken und die düstere Stimmung unterstreichen.

Erschienen ist der erste Teil der deutschsprachigen »Outcast«-Ausgabe als Hardcover bei Cross Cult. Auf der Website des Verlages stehen weitere Informationen zum Autor und zum Zeichner zur Verfügung, ebenso eine kostenlose Leseprobe.

Der vierfarbig gedruckte Comic-Band umfasst 160 Seiten und kostet 22 Euro. Zu beziehen ist das Buch überall im Comic-Fachhandel, bestellen kann man’s ebenso im Buchhandel sowie bei Versendern wie Amazon. Im Buchhandel kann die ISBN 978-3-86425-667-1 eine Bestellung erleichtern.

Es gibt auch eine E-Book-Ausgabe des Comics, unter anderem für den Kindle. Diese kostet 9,99 Euro.
 

Klaus N. Frick