Die Redaktion empfiehlt: »Moréa 6 und 7« von Christophe Arleston / Dominique Latil / Laurent Libessart Der zweite »Moréa«-Zyklus mit neuem Kreativ-Team

15. März 2017

Nachdem die ersten fünf Bände der Comic-Serie »Moréa« erschienen waren, verfasste ich vor einigen Jahren eine positive Rezension dazu. Nach wie vor würde ich diesen ersten Zyklus empfehlen; die Mixtur aus Science Fiction und Fantasy, die mit einer Prise Erotik verbunden wird, gefällt mir immer noch. Entsprechend gespannt darauf war ich, wie »Moréa« in den zweiten Zyklus starten würde.

Auffallend ist, dass ein anderes Kreativ-Team das Ruder übernommen hat. Der französische Texter und Autor Christophe Arleston, der die ersten fünf Bände steuerte, ist nur am Anfang dabei. In »Den Tod im Blut«, dem sechsten Band der Serie, wird er als Co-Autor genannt, danach nicht mehr. An seiner Stelle rückt Dominique Latil als Texter in den Vordergrund, der mir bislang nicht bekannt war.

Grundsätzlich ändert sich aber nichts: Die Handlung spielt im Jahr 2082, in einer Welt, die sich von der unseren deutlich unterscheidet, dennoch aber in vielen Punkten witzige Parallelen aufweist. So ist Berlin die Hauptstadt des »Föderierten Europa«, während in Paris eher die Kultur zuhause ist. In Russland heißt die wichtigste Stadt ausgerechnet Putingrad, und Kuba ist in dieser Zukunft der Sitz eines weltumspannenden Konzerns.

Die Menschen fliegen mit schwebenden Autos durch die Straßen; Reisen zum Mars sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Hintergrund aber tobt ein Krieg: Die Drachen und die Engel sind außerirdische Mächte, die seit Äonen auf der Erde siedeln und die Menschheit im Geheimen beherrschen. Die junge, unglaublich attraktive Moréa Doloniac wurde in den ersten fünf Bänden der Serie in diesen Konflikt hineingezerrt, zu Beginn des zweiten Zyklus droht eine Fortsetzung ...

Ich muss es klar sagen: Ohne den ersten Zyklus ist der zweite nicht komplett verständlich. Man muss verstehen, woher der Konflikt zwischen den Drachen und den Engeln kommt, man muss auch die Beziehungen der Figuren kennen – erst dann erschließen sich die Konflikte, die sich im zweiten Zyklus anbahnen. Wer direkt mit Band sechs einsteigt, wird sehr schnell sehr viel verstehen, aber eben nicht alles durchschauen.

Das neue Kreativ-Team macht trotzdem alles richtig. Dominique Latil erzählt seine Geschichte, in der schnelle Action und verwickelte Intrigen den Ton angeben, mit viel Vergnügen und lässt die Leser auf kaum einer Seite zum Atem kommen. Dass seine Hauptfigur in den unmöglichsten Situationen auf einmal ohne Kleidung auftreten muss, gehört zum »Markenkern« der Serie und sollte nicht stören.

Laurent Libessart macht als neuer Zeichner seine Arbeit ebenfalls sehr gut. Ihm liegt die Mixtur aus schneller Action und furiosen Autos offenbar sehr, er bekommt die Figuren ebenso gut hin wie die futuristischen Gebäude oder den augenzwinkernden Blick auf Putingrad. Das ist frankobelgischer »Mainstream« im besten Sinne, und wer auf Science-Fiction-Geschichten dieser Art steht, wird hier bestens bedient.

Mir hat die Fortsetzung des Comics auf jeden Fall sehr gut gefallen, und ich freue mich schon auf die weiteren Bände des zweiten Zyklus. Klasse gemacht! (Ich empfehle einen Blick in die Leseproben auf der Internet-Seite des Splitter-Verlages; dort kann auch zwischen dem ersten und dem zweiten Zyklus gut verglichen werden.)

Jeder der zwei neuen Bände umfasst 48 Seiten; sie kosten jeweils 14,80 Euro. Band 6 trägt den Titel »Den Tod im Blut« und hat die ISBN 978-3-95839-384-4; Band 7 kam unter dem Titel »Der Zorn der Engel« und der ISBN 978-3-95839-385-1 in den Handel. Die Comics sind überall im Buch- und Comic-Handel zu bestellen, ebenso bei Versendern wie Amazon oder direkt über den Shop des Splitter-Verlages.
 

Klaus N. Frick

 

Morea 6
Arleston, Christophe
Splitter Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783958393844
Morea 7
Arleston, Christophe
Splitter Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783958393851