Die Redaktion empfiehlt: »John Sinclair«-Hörspiele 80 bis 82 Die Kreuz-Trilogie

29. Januar 2014

Um es gleich vorwegzunehmen: Man muss kein Fan der Gruselheftserie »John Sinclair« sein, um seinen Spaß an den dazu gehörenden Hörspielen zu haben. Vor allem die aktuellen Hörspiele gefallen mir sehr gut, in der Bearbeitung durch das Produzenten-Team des Zaubermond-Verlages gewinnen die Abenteuer des »Geisterjägers« an Dynamik und Spannung.

Ein wirklich gelungenes Beispiel dafür ist die sogenannte Kreuz-Trilogie, die im Jahr 2013 veröffentlicht worden ist. Die zugrunde liegende Romanfassung erschien bereits 1982 als Heft, zählt also zu den Klassikern der Serie. Obwohl ich mit der Serie und ihren Hintergründen nicht sonderlich bewandert bin und mir die Handlung oft zu »trashig« vorkommt, fand ich das alles sehr spannend und habe mit viel Vergnügen gelauscht.

Den Einstieg in das Geschehen bildet die Folge »Sieben Siegel der Magie«, die mit Ausgrabungen im Mittleren Osten beginnt. Dabei werden in den Trümmern des alten Babylon nicht nur die Grundmauern des »Turms zu Babel« gefunden, sondern auch uralte Tontafeln. Diese scheinen von Israeliten zu stammen, die in biblischer Zeit in Babel gefangen waren – und sie stehen in einer unheilvollen Verbindung zur aktuellen Zeit und vor allem zu John Sinclair, dem Geisterjäger im Auftrag des Scotland Yard.

Düstere Mächte versammeln sich in London, setzen sich auf die Spur der siebten Tontafel. John Sinclair hat eine gefährliche Begegnung auf einem Friedhof, ein Todesnebel greift an, und führerlose Motorräder rasen durch die City. Die erste Folge endet mit einem knalligen Cliffhanger – das ist trotz aller haarsträubender Action so spannend, dass man der Handlung bereitwillig folgt.

Im zweiten Teil der Kreuz-Trilogie verschlägt es John Sinclair tatsächlich nach Babylon, in die Zeit Nebukadnezars. Wie das geschieht und welche Tricks dafür nötig sind, wird in »Allein in der Drachenhöhle« nicht sonderlich detailliert erläutert – darum geht es ja letztlich nicht. In Babylon schlüpft der Geisterjäger gewissermaßen in den Körper eines Bauern, dessen Frau und drei Kinder von den Mächten des dämonischen Gottes Baal umgebracht worden sind.

Das Geschehen setzt sich im abschließenden Teil fort. »Macht und Mythos« verschränkt tatsächlich die biblische Geschichte von der Babylonischen Gefangenschaft der Israeliten mit dem Kult um Baal und den aktuellen Bedrohungen. Sinclair räumt in der Vergangenheit mit den Bösewichten auf, während seine Gefährten in der Gegenwart in einem spanischen Dorf gegen monströse Spinnenwesen kämpfen müssen. Am Ende siegt das Gute – aber es bleibt genügend an frischen Gefahren übrig, um die Spannung für weitere Fortsetzungen offenzuhalten.

Betrachte ich die drei Folgen unter reinen Hörspiel-Gesichtspunkten, sind sie hervorragend: tolle Effekte, gute Geräusche, eine packende Dramaturgie. Als Zuhörer glaubt man zwar nicht an die Dinge, die hier passieren, dafür sind sie zu absurd – aber man verfolgt sie mit einiger Spannung und möchte dann doch wissen, wie die Helden aus all den Gefahren wieder herauskommen.

Für echte »John Sinclair«-Fans dürfte die Trilogie ein Höhepunkt sein. Mit Lady X und Lupina sowie anderen Bösewichtern, die in der Serie seit langem vorkommen, gibt es ein echtes Schaulaufen der Feinde – das ist für einen Nicht-Fan dann allerdings ein wenig zu viel und machte es mir zeitweise schwer, so richtig einzuordnen, wer denn nun warum gegen John Sinclair kämpft oder sich auf einmal auf die Seite des Geisterjägers stellt.

Da man sich bei den Hörspielen aber hervorragend unterhält, empfehle ich sie gern. Sie kosten jeweils 7,99 Euro – die Preise unterscheiden sich aber durchaus von Anbieter zu Anbieter. Man kann sie unter Angabe der Titel in jeder Buch- oder Musikhandlung bestellen, ebenso im Internet bei Versendern wie amazon.de; dort gibt es für die einzelnen Hörspiele dann auch jeweils Hörproben, die neugierig auf den Stoff machen sollten.

Klaus N. Frick