Die Redaktion empfiehlt: »Heliosphere 2265«-Hörspiel von Andreas Suchanek Hörspiel-Start für ein neues SF-Universum

15. Mai 2015

Mit seiner Romanserie »Heliosphere 2265« hat sich der junge Autor Andreas Suchanek einen Traum erfüllt: Er ist buchstäblich der Herr eines eigenen Universums; er veröffentlicht die E-Books und gedruckten Bände zu seiner Science-Fiction-Serie in einem eigenen Verlag, der Greenlight Press. Seit Herbst 2014 ergänzt er das Programm durch Hörspiele.

Ich kam dieser Tage endlich dazu, mir das erste Hörspiel anzuhören. »Das dunkle Fragment« stellt die Hauptfiguren seiner Serie vor, führt gewissermaßen in den Kosmos ein und erzählt gleichzeitig ein abgeschlossenes Abenteuer. Verantwortlich für die Produktion des Hörspiels sind übrigens die Personen, die schon die wunderbare »Mark Brandis«-Reihe in hervorragende Audio-Geschichten umgesetzt haben. Entsprechend neugierig war ich also.

Die Geschichte beginnt sehr klassisch: Ein Raumfahrer übernimmt im Jahr 2265 ein neues Kommando über ein Raumschiff, die HYPERION; dieses ist mit einem modernen Antrieb ausgestattet, der die überlichtschnelle Raumfahrt noch schneller gestaltet. Mit der HYPERION startet der junge Captain Jayden Cross dann ins All; es geht in das Grenzgebiet zu Außerirdischen, mit denen vor einigen Jahren erst ein militärischer Konflikt ausgetragen wurde. Ausgerechnet dort sollen die Menschen an Bord der HYPERION ein gestrandetes Raumschiff bergen.

Selbstverständlich geht einiges schief. Es gibt technische Probleme, das fremde Raumschiff hat einen Passagier an Bord, und dann tauchen auch noch gegnerische Raumschiffe auf ... Eine Raumschlacht bildet den Höhepunkt der ersten Episode, das Ende ist daraufhin insofern offen, dass man auf eine Fortsetzung warten muss.

Interessant fand ich, wie das Hörspiel von der Struktur her den »Mark Brandis«-Hörspielen vom selben Produzenten ähnelt: Zuerst gibt es einen packenden Auftakt, dann kommt ein Prolog, der den Inhalt zusammenfasst und eine Vision für die Serie verkündet, und erst danach steigt man in die eigentliche Geschichte ein.

Die Musik ist wuchtig, die Geräusche sind toll gemacht, die Sprecher erledigen ihren Job hervorragend. Für meinen Geschmack wirken sie zum Teil zu jung; ich nehme ihnen da nicht unbedingt ab, dass sie schon eine Ausbildung zum Astronauten hinter sich haben. Aber das ist geschmäcklerisch.

Auffällig ist, wieviel Englisch in dem Hörspiel eingesetzt wird. Das ist bei Military-SF nicht unüblich, weshalb es mich nicht stören darf. Sehr oft wird »Aye, Sir« gebrüllt; es gehen »Marines« in den Einsatz. Sogar der »Admiral« wird englisch ausgesprochen, während die »Admiralität« als deutscher Begriff stehen geblieben ist.

Typisch für Military-SF sind zudem militärisch geprägte Dialoge; sie sind knapp und zielführend, und man hört richtiggehend, wie strammgestanden und salutiert wird. Dazu passen die Intrigen zwischen Offizieren und Admiralen ebenso wie das knallige Raumgefecht am Ende des Hörspiels. Wer diese Spielart der Science Fiction nicht mag, dürfte ein Problem mit »Heliosphere 2265« haben; wer sich aber gern auf so eine Vision der Zukunft einlässt, hat garantiert seinen Spaß.

Die CD hat eine Laufzeit von rund 59 Minuten; sie wird mit einem umfangreichen Booklet ausgeliefert, das allerlei Informationen zur Serie enthält. Das Hörspiel ist bei allen Buchhandlungen und Musikfachgeschäften erhältlich, auch bei den einschlägigen Versendern.

Da es bei Hörspielen keine festgelegten Preise gibt, variieren sie – bei Amazon wird die CD für 9,49 Euro angeboten. Über die diversen Download-Möglichkeiten informieren die jeweiligen Shops, ebenso über die unterschiedlichen Preise.

Weitere Informationen zur Serie, zu den Hintergründen und zu den Sprechern gibt es auf der Internet-Seite der Greenlight Press. Dort kann man sich auch anhand einer Hörprobe einen ersten Eindruck verschaffen. Lesenswert ist zudem der Blog von Interplanar; dort berichten die Produzenten des Hörspiels darüber, wie sie an den Geschichten gearbeitet haben.

Klaus N. Frick