Die Redaktion empfiehlt: »FKK im Streichelzoo« von Björn Berenz Science Fiction, Porno und ein Haufen Spaß

3. März 2014

Wie erkläre ich die Handlung eines aktuellen Romans, bei dem ich ständig das Gefühl hatte, mindestens eine der Hauptpersonen zu kennen? So geht es mir, wenn ich versuche, etwas über den Roman »FKK im Streichelzoo« zu schreiben. Dieser erschien bereits im Oktober 2013, und der Autor ist Björn Berenz, der zwei Jahre lang für PERRY RHODAN tätig war. Das merkt man dem Roman an ... er ist auch unter Science-Fiction-Gesichtspunkten höchst unterhaltsam.

Held des Romans ist Quentin, ein Heftromanautor. Er schreibt für eine Science-Fiction-Serie mit dem schönen Titel »Jerry Lightning«, die Fans sprechen gerne vom »Jerryversum«, wenn sie über das Serien-Universum sprechen, und auch sonst wimmelt es ständig von Dingen, die mir als PERRY RHODAN-Redakteur sehr bekannt vorkommen. Der gute Quentin allerdings verdient nicht besonders gut, und er träumt davon, eigenständige Bücher in hohen Auflagen zu veröffentlichen.

Damit er finanziell über die Runden kommt, hat er bereits vor einiger Zeit einen Nebenjob angenommen: Quentin arbeitet als Pornodarsteller, reist in dieser Funktion auch mal nach Tschechien, um dort Dreharbeiten zu absolvieren, ärgert sich mit seinem Agenten herum und weiß nicht so recht, wie lange er sich das alles antun soll. Zu allem Überfluss wohnt er mit einem nervötenden Typen zusammen, der ausgerechnet Quentins Filme besonders ansprechend findet. Richtig konfus wird Quentins Leben allerdings erst, als er sich in die beeindruckende Cassandra verliebt ...

Soweit ein kurzer Einblick in den Roman, der sich von einer schrägen Situation zur nächsten Peinlichkeit entwickelt. Der Autor hatte beim Schreiben sichtlich ein großes Vergnügen dabei, seinen Helden in Probleme zu bringen – als Leser hat man irgendwann nur noch Mitleid mit Quentin und seinen Liebesproblemen aller Art. »FKK im Streichelzoo« ist keine große Literatur, aber es ist ein Roman, bei dem man sich bestens amüsieren kann.

Björn Berenz mischt allerlei Dinge aus der Science-Fiction- und aus der Musik-Szene in seinen Roman, die für Kenner zusätzlichen Witz enthalten: Wenn Quentin auf der FedCon herumstolpert und allerlei »Star Trek«-Fans trifft, ist das ebenso komisch wie sein Besuch eines Konzertes der Band »Die Ärzte«. Ich bin sicher, dass die Szenen auch für jene Leser witzig sind, die beispielsweise noch nie auf einer FedCon waren, wenngleich aus anderen Gründen ... ein großer Spaß!

Das Buch ist als Paperback erschienen und wurde vom Verlag mit liebevollen Details ausgestattet. So ist auf jeder Seite die kleine Zeichnung eines tanzenden Mädchens zu sehen – wer mag, kann den Roman also wie ein Daumenkino durchblättern. Darüber hinaus gibt es vor jedem Kapitel eine kurze Sequenz, die das originelle Sexualleben mancher Tierart beschreibt.

Wer sich königlich amüsieren möchte, ist bei »FKK im Streichelzoo« richtig. Wer einige Gags über die größte Science-Fiction-Serie der Welt mag, ist gleich doppelt richtig ...

Das Paperback kam bei der Verlagsgruppe Lübbe heraus, umfasst 320 Seiten und kostet 14,99 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-7857-6098-7 kann es in jeder Buchhandlung bestellt werden, ebenso bei Versendern wie amazon.de.
Selbstverständlich gibt es den Roman auch in Form eines E-Books, unter anderem für den Kindle. Das E-Book gibt es für 9,99 Euro.

Parallel wurde eine Hörbuch-Version veröffentlicht. Die Lesung stammt von Oliver Rohrbeck, dauert rund 375 Minuten, umfasst fünf CDs und kostet wahrscheinlich 16,99 Euro. Auch sie kann man über amazon.de und andere Versender bestellen; über ihre Qualität kann ich leider nichts sagen.


Klaus N. Frick