Die Redaktion empfiehlt: »Die Schiffbrüchigen von Ythaq – Band 13« von Arleston / Floch Zurück zu planetaren Abenteuern

22. Juni 2016

Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich die Comic-Serie »Die Schiffbrüchigen von Ythaq« abgefeiert habe. Mit ihrer Mixtur aus Science Fiction und Fantasy zählt sie erzählerisch wie zeichnerisch zu den Höhepunkten im Programm des Splitter-Verlages. Das beweist auch der Band 13 der Serie, der den schönen Titel »Glebo, der seltsame Planet« trägt. Er demonstriert ganz nebenbei, dass eine Nummer 13 überhaupt nichts Negatives zu sein braucht.

Der Mechaniker Narvarth, der über seltsame Gaben verfügt, und die knallige Raumfahrerin Granit stranden auf dem Planeten Glebo; sie sind wieder einmal auf der Flucht und werden auf der fremden Welt gleich in neue Probleme verwickelt. Offenbar wird Glebo von den sogenannten Purpurnen beherrscht, die Menschen sind eher unterbelichtete Gestalten, und dazu gibt es Stämme von bärenartigen Makis.

Während Narvarth und Granit noch damit beschäftigt sind, um ihr Überleben zu kämpfen, kommt es auf der Zentralwelt ihrer Heimat zu Intrigen und tödlichen Auseinandersetzungen. Mächtige Wesen kämpfen um Einfluss – letztlich geht es darum, sich in den Besitz der Kräfte zu bringen, die von Narvarth verkörpert werden.

Das klingt vielleicht ein wenig kompliziert, liest sich aber sehr einfach und gleichzeitig spannend. Seit Band zehn ist die Serie »Die Schiffbrüchigen von Ythaq« in ihrer zweiten Phase. Vorher spielten die Comic-Bände mehrheitlich auf dem Planeten Ythaq, jetzt wechseln die Schauplätze. Das zeigt sich vor allem beim vorliegenden Band, der ohne größere Vorkenntnisse gut verständlich ist und hoffentlich auf die anderen Bände neugierig macht.

Szenarist der Serie ist Scotch Arleston, ein profilierter Autor, der weiß, wie man eine schnelle Handlung entwirft und immer wieder knallige Pointen setzt. Er liefert viel Action, gibt den Figuren genügend Raum für flotte Dialoge und steuert die Geschichte durch eine abwechslungsreiche Handlung. Wer moderne Abenteuer-Comics mag, dürfte davon begeistert sein.

Eine wunderbare Ergänzung dazu ist Adrien Floch. Er hält die Balance zwischen »funny« und realistisch; die Bewegungen sind dynamisch, die Hintergründe gefallen mir immer, seine Figuren machen Spaß.

Wobei Floch ab diesem Band von Fred Blanchard unterstützt wird: Dieser Künstler liefert die Details, auf deren Basis sich Floch richtiggehend austoben kann. Dabei entsteht eine abwechslungsreiche Welt, die auch beim zweiten Durchblättern des Comic-Bandes genügend überraschende Details bereithält.

Ergänzt wird die Comic-Geschichte diesmal durch einen umfangreichen Bonus-Teil, in dem sich »Interviews« mit den Schauspielern der Hauptdarsteller ebenso befinden wie augenzwinkernde Beschreibungen zum Bau der Kulissen. Das doppelbödige Spiel mit den verschiedenen Medien gibt schöne optische Einblicke in die Arbeit der Macher.

In seinem zweiten Zyklus hat die Serie »Die Schiffbrüchigen von Ythaq« wieder neue Höhepunkte zu bieten. Die Fans lieben sie eh, die potenziellen Neuleser haben mit dem vorliegenden Band eine gute Chance zum Test. Die Leseprobe auf der Splitter-Homepage hilft hierbei weiter ...

»Glebo, der seltsame Planet« hat einen Umfang von 64  Seiten und kostet 15,80 Euro. Bei einer Bestellung im Comic- oder Buchhandel ist die ISBN 978-3-86869-568-7 behilflich; selbstverständlich gibt's den Comic bei Versendern wie Amazon.
 

Klaus N. Frick