Die Redaktion empfiehlt: »Die Schiffbrüchigen von Ythaq – 10« von Arleston / Floch Von Ythaq hinaus ins phantastische All

27. Februar 2013

Seit es den »neuen« Splitter-Verlag gibt, gehört die Comic-Serie »Die Schiffbrüchigen von Ythaq« zu den Höhepunkten des Programms: Neun Bände erschienen bislang, die eine bunte Mixtur aus Science Fiction und Fantasy darstellen. Tolle Zeichnungen, eine spannende Handlung, eine Prise Erotik und augenzwinkernder Humor – das passt stets gut zusammen.

Mit dem zehnten Band, der unter dem ungewöhnlichen Titel »Nehorf-Capitol Transit« erschienen ist, wechselt die Serie in ihre zweite Phase über, meinetwegen auch in einen zweiten Zyklus. Während die Handlung bisher auf dem Planeten Ythaq spielte, worauf sich letztlich der Titel der Serie bezieht, wechselt das Geschehen jetzt ins All. Es sind allerdings dieselben Handlungsträger, die bereits das Geschehen der ersten neun Bände bestimmten, so dass die abwechslungsreichen Verwicklungen und Intrigen weitergehen.

Es beginnt sowieso mit drei unterschiedlichen Schiffbrüchigen, die sich neun Comic-Bücher lang auf dem unbekannten Planeten Ythaq durchschlagen müssen. Eine der zwei Frauen ist eine zickige Passagierin, die andere Frau ist patent und gehört zum technischen Dienst des Raumschiffes, während der eher oberflächliche Mann dem Service-Personal entstammt. Sie bekommen immer mehr über die Welt Ythaq heraus, unter anderem wird irgendwann klar, dass sich Ythaq in einem kleinen abgeschirmten Universum befindet.

Jetzt wollen die herrschenden Mächte der Galaxis den Zugang in dieses Universum erzwingen. Dazu benötigen sie die Kenntnisse der ehemaligen Schiffbrüchigen sowie drei seltsame Leuchtkugeln, die als »Schlüssel« den Zugang öffnen können. Prompt kommt es zu rasanten Verfolgungsjagden, Kämpfen und interplanetaren Intrigen, gekrönt von einer kurzen Raumschlacht am Ende, an der sich sogar Kugelraumer beteiligen.

Wie die vorherigen Bände der Serie, so ist auch »Nehorf-Capitol Transit« schnell erzählt, mit überraschenden Wendungen und einer raschen Abfolge an Abenteuern. Mit dem Szenaristen Scotch Arleston steht einer der profiliertesten Autoren der neueren französischen Comic-Szene hinter der Serie; der Mann versteht sein Handwerk.

Einen guten Namen hat sich mittlerweile zudem der Zeichner erarbeitet. Adrien Floch schafft es, sexy aussehende Figuren mit ungewöhnlichen Aliens und großzügigen Landschaftsbildern zu verbinden. Action im Dschungel kann er ebenso gut zeichnen wie Raumschiffe im All. Seine Zeichnungen stehen zwischen dem realistischen Stil von Abenteuer-Comics und dem Funny-Stil, der für die frankobelgische Szene jahrzehntelang prägend war.

Die Serie »Die Schiffbrüchigen von Ythaq« galt nach dem neunten Band als abgeschlossen, jetzt geht sie doch weiter. Die Fans werden das bejubeln, die Sammler mit einem kritischen Blick auf die Geldbörse wahrscheinlich auch. Der aktuelle »Ythaq«-Band zehn bildet zwar den Auftakt zu einem neuen Zyklus, er ist aber ohne Kenntnis der vorherigen Abenteuer nicht gut verständlich. Andererseits macht er selbstverständlich Lust auf die gesamte Serie.

Möge es sich jeder Leser dieser Besprechung selbst überlegen: Die Leseprobe auf der Splitter-Homepage hilft bei allen weiteren Gedanken auf jeden Fall weiter ...

»Nehorf-Capitol Transit« hat einen Umfang von 56  Seiten und kostet 13,80 Euro. Bei einer Bestellung im Comic- oder Buchhandel ist die ISBN 978-3-86869-565-6 behilflich.
 

Klaus N. Frick
 

 

Die Schiffbrüchigen von Ythaq 10
Arleston, Christophe
Splitter Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783868695656