Die Redaktion empfiehlt: »Das Geheimnis von Quaoar« von Ralf Zeigermann/Thomas Rabenstein Ein Science-Fiction-Comic aus deutschen Landen

22. Februar 2017

Seit einigen Jahren veröffentlicht Thomas Rabenstein mit großem Erfolg seine Science-Fiction-Serie »Nebular«. Zahlreiche Romane sind erschienen, anfangs allesamt als E-Book; mittlerweile kann man sie auch in gedruckter Form erhalten. Ein Comic-Projekt rundet seit Sommer 2016 das Programm des kleinen SciFi-World-Medien-Verlages ab.

Der erste Band trägt den Titel »Das Geheimnis von Quaoar« und erschien bereits im vergangenen Jahr. Da »Nebular« in erster Linie als E-Book-Serie veröffentlicht wird, folgt der Comic ebenfalls diesem Muster. Wer mag, kann aber auch eine gedruckte Version bestellen.

Bei »Nebular« handelt es sich um eine Zukunftsgeschichte, vergleichbar mit der PERRY RHODAN-Serie: Geschildert wird der Weg der Menschheit in die ferne Zukunft, beginnend allerdings mit dem Jahr 2113. Längst haben sich die Menschen zu dieser Zeit zur Solaren Union zusammengeschlossen und stoßen mit ihren Raumschiffen in den Raum zwischen den solaren Planeten vor und unterhalten überall ihre Stationen. Auf Außerirdische ist man bislang nicht gestoßen.

Hier setzt der Comic an. Ausgerechnet auf Quaoar beginnt es, auf einem Kleinplaneten, der weit hinter den Bahnen von Neptun und Pluto die Sonne umkreist. Seltsame Dinge geschehen, wagemutige Astronauten beginnen zu forschen, dann kommt es zur Konfrontation mit einem monströs wirkenden Wesen. Das Ende des Comics ist offen – na klar, als Leser muss ich ja auch auf die Fortsetzung gespannt sein.

Die Geschichte ist spannend genug, dass die Leser nach Band eins bei der Stange bleiben. Da ich die »Nebular«-Serie nicht kenne, ist mir nicht klar, inwiefern hier der erste Roman abgebildet wird. Als eigenständiger Comic funktioniert die Geschichte auf jeden Fall. Es gibt Raumschiffe, die durch die Unendlichkeit des Alls fliegen, eine unheimliche Begegnung mit Aliens und eine Reihe von Verwicklungen. Damit ist der Grundstock für eine größere Science-Fiction-Serie gelegt.

Thomas Rabenstein erzählt geradlinig, die Geschichte hält sich nicht mit unnötigem Beiwerk auf und kommt rasch auf den Punkt. Wer klassische Science-Fiction-Romane mag, in denen die Begegnung mit Außerirdischen thematisiert wird, kommt hier sicher auf seine Kosten.

Der Zeichenstil, den Ralf Zeigermann für die Geschichte verwendet, ist schwer zu beschreiben. Er ist realistisch orientiert, die Zeichnungen sind also nicht als »funny« zu verstehen. Mit dem modernen amerikanischen Comic haben sie allerdings ebensowenig zu tun wie mit den Breitwandbildern der angloamerikanischen Comic-Abenteuer. Zeigermann hat einen eher flächigen Stil, der manchmal ein wenig zu nüchtern wirkt, der aber genug Raum für eigene Bilder und Gedanken lässt.

Insgesamt ist »Das Geheimnis von Quaoar« ein gelungener Start, den sich Science-Fiction-Fans anschauen sollten. Er ist vorrangig als E-Book erschienen, unter anderem für den Kindle. In dieser Form kostet er 5,99 Euro.

Selbstverständlich kann man den Comic auch in gedruckter Form erhalten. Er umfasst rund 80 Seiten, ist sauber gedruckt und kann über den Amazon-Shop gekauft werden. Er kostet 15,84 Euro.

Klaus N. Frick