Die Redaktion empfiehlt: »Benjamin...« von Alberto Varanda Träumerisch-phantastische Comic-Geschichten

20. Juni 2012

Der Comic-Künstler Alberto Varanda war mir von seinen realistisch wirkenden Arbeiten für die Fantasy-Serie »Die Legende der Drachenritter« her bekannt. Dass er auch ein Herz für phantasievolle Geschichten hat, die eher einen surrealen Charakter haben, wusste ich bis vor einem halben Jahr nicht. Doch die Serie »Benjamin« hat mich buchstäblich verzaubert.

Laut Informationen des Toonfish-Verlages, der die Serie auf den deutschen Markt bringt, ging »Benjamin« aus einem Blog hervor; die Geschichten hätten »schnell das Herz der Internet-Community« gewonnen. Und das glaube ich, nachdem ich die Zeichnungen gesehen und die gelungenen Texte gelesen habe.

Insgesamt sollen vier Bände erscheinen, die ersten zwei Bücher liegen seit Anfang des Jahres 2012 vor. Das Format ist eher unüblich, passt weniger zu einem Comic als zu einem typischen Geschenkbuch. Dank der sanften Farben der Comic-Seiten und der klassisch anmutenden Gestaltung des Umschlags wirken die Bände fast ein wenig altmodisch - gleichzeitig hat das aber sehr viel Charme.

Das bezieht sich auch auf den Inhalt: Benjamin ist ein kleiner Junge mit verstrubbelten Haaren, der aus großen Augen auf die Welt blickt. Er philosophiert und denkt nach, er spielt Streiche, und er stolpert durch eine Wirklichkeit, die mindestens einen Schritt von der »unseren« entfernt ist und voller Phantasie steckt.

Eine typische Szene: »Die Menschen verpassen immer den besten Moment«, sagt Benjamin, während im Hintergrund der Mond im Meer zu versinken scheint. »Es träumen eben nicht alle mit offenen Augen«, ergänzt die Schnecke, die neben ihm auf einem Stein sitzt und ebenfalls auf das Meer hinausblickt.

Die Schnecke oder die Wolken, der Mond und das Meer: In spielerisch anmutenden Bildern, deren Stil einerseits kindlich-naiv, andererseits erwachsen-beschwingt wirkt, führt Varanda durch seine kurzen Geschichten, meist sind es Einseiter. Ich gestehe, dass ich das alles kaum beschreiben kann - man muss es gesehen haben.

Es gibt Kritiker, die vergleichen die »Benjamin«-Geschichten mit »Der kleine Prinz«, womit sie nicht unrecht haben: In beiden Fällen wird mit den Augen eines Kindes auf die Welt geblickt, beides Mal kommt eine träumerische oder gar philosophische Note hinzu. Das ist klasse gemacht, das ist wirklich eindrucksvoll.

Mein Tipp für diejenigen, die ungewöhnliche Bildergeschichten mögen - der Begriff Comic ist hier vielleicht wirklich nicht angebracht. Die Bücher eignen sich übrigens hervorragend zum Verschenken, und zwar an jede Altersgruppe ...

Der erste Teil von »Benjamin« erschien unter dem Titel »... angelt sich den Mond« und trägt die ISBN 978-3-86869-910-4. »Benjamin« Band 2 kam unter »... fliegt zu den Sternen« in den Handel und kann mithilfe der ISBN 978-3-86869-911-1 bestellt werden.

Beide Bücher sind 56 Seiten stark und kosten jeweils 15,95 Euro. Man erhält sie überall im Buchhandel, selbstverständlich auch über Versender wie amazon.de oder den Shop des Toonfish-Verlages. Auf dessen Internet-Seite stehen übrigens schöne Leseproben zu jedem Band bereit.

 

Klaus N. Frick
 

 

Benjamin 1
Varanda, Alberto
Splitter Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783868699104
Benjamin 2
Varanda, Alberto
Splitter Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783868699111