Die Redaktion empfiehlt: »Batman of the Future – 1« von Adam Beechen / Ryan Benjamin Der Blick in eine alternative »Batman«-Zukunft

21. Juni 2013

Dass die amerikanischen Comic-Verlage nicht zimperlich darin sind, ihre beliebtesten Helden in immer neue Parallel- und Anderswelten zu schicken, dürfte allgemein bekannt sein. Was hierzulande mit PERRY RHODAN NEO oder »Jerry Cotton Reloaded« versucht wird, ist in den USA seit vielen Jahren gang und gäbe.

Das gilt auch und gerade für die »Batman«-Serie, die zu Recht sehr beliebt ist. Die Abenteuer des Dunklen Ritters, der in Gotham für Recht und Ordnung streitet, wurden mehrfach verfilmt, es gibt Computerspiele und weitere Ergänzungen der Marke. Im Comic sind die Figur und ihr Umfeld im Verlauf der Jahre derart oft verändert worden, dass ich beispielsweise keinerlei Überblick mehr habe.

Dennoch schaute ich mir mit großem Interesse den ersten Band von »Batman Of The Future« an, der mit dem Untertitel »Die Rückkehr von Hush« erschienen ist. Ursprünglich war »BOTF«, wie die amerikanischen Comic-Fans die Serie abkürzen, eine Zeichentrickserie, die jetzt auch in gedruckter Comic-Form vorliegt. Inhaltlich passt man sich an die Fernsehserie an – und dadurch entsteht eine erfrischende neue Geschichte. Der vorliegende Band fasst die Miniserie »Hush Beyond« zusammen, die 2010 und 2011 in sechs Heften in den USA erschien.

Die Serie spielt in der Zukunft, einige Jahrzehnte von uns entfernt. Bruce Wayne ist ein alternder Mann, der rein körperlich nicht mehr in der Lage ist, sich durch die Straßenschluchten von Gotham zu kämpfen. Ein junger Mann namens Terry McGinnis trägt das Kostüm, wird aber von Wayne über Computer- und Funkkontakt gesteuert. Das geht einige Zeit gut, doch dann taucht eine Bedrohung aus der Vergangenheit auf, mit der niemand gerechnet hat. Eine unheimliche Mordserie beginnt. Der junge Batman muss gegen einen Gegner antreten, gegen den er eigentlich keine Chance hat ...

»BOTF« ist lupenreine Science Fiction: Fliegende Fahrzeuge in den Straßenschluchten, Roboter im Einsatz, Klone in der Entwicklung – das alles ist recht bunt geschildert und passt gut zusammen. »Batman«-Fans werden viele Figuren wieder entdecken, die man aus der klassischen Serie kennt; man benötigt aber keinerlei Fachkenntnisse zum Verständnis der Serie.

Adam Beechen, der für verschiedene Serien arbeitet, hat seinem jugendlichen Batman eine flotte Geschichte geschrieben, in der ständig etwas passiert. Die Szenen wechseln rasch, die Action ist dynamisch, die Dialoge sind flott – das alles hat der Autor sehr gut gemacht. Dass sich die Serie vor allem an jüngere Leser richtet, ist klar, aber sie biedert sich nicht bei Jugendlichen an und macht Erwachsenen ebenso viel Spaß.

Das liegt auch den Zeichnungen von Ryan Benjamin. Bei aller Science-Fiction-Ästhetik bleibt er doch relativ realitätsnah; die Action knallt aber gut. Die Farben, effektvoll von John Stanisci eingesetzt, unterstützen die jeweilige Stimmung – wenn die Handlung beispielsweise nachts spielt. Das alles ist geschickt gemacht: Unterm Strich liefern die Künstler keine sensationelle Arbeit, aber ordentlich gezeichnete Superhelden-Bilder.

Erschienen ist der Band als 148 Seiten starkes Paperback, das 16,95 Euro kostet. Zu beziehen ist es überall im Comic-Fachhandel oder direkt bei Panini. Mithilfe der ISBN 978-3-86201-636-5 kann man den Comic auch im Buchhandel bestellen. Auf der Internet-Seite von Panini, wo der Band erschienen ist, wird eine kostenlose Leseprobe angeboten.

Klaus N. Frick
 

 

Batman of the Future (2013-2014)
Beechen, Adam
Panini Verlags GmbH
ISBN/EAN: 9783862016365