Die Redaktion empfiehlt: »Armstrong« von Torben Kuhlmann Ein Muss für jeden Science-Fiction-Fan

20. Juli 2017

Jeder, der sich für Raumfahrt interessiert, weiß, dass Neil Armstrong der erste Mann auf dem Mond war. Okay, es gibt welche, die sind sicher, dass in Wirklichkeit ein gewisser Perry Rhodan als erster den Mond betrat. Aber sie irren sich alle: Es war eine kleine Maus, die bereits 1955 den Flug zum Mond wagte und den Erdtrabanten auch erreichte.

Das ist zumindest die Geschichte, die Torben Kuhlmann in seinem wunderbaren Bilderbuch »Armstrong« erzählt. Das Buch ist so unfassbar gut, weil es sich nicht nur an Kinder richtet, sondern eben auch an Erwachsene, und es sollte in keiner Science-Fiction-Bibliothek fehlen. Wobei schon der Hintergrund zu »Armstrong« bezaubern kann ...

Der Künstler begann als »ganz normaler« Student. Als er 2012 sein Studium der Illustration und des Kommunikationsdesigns in Hamburg zu Ende brachte, hatte er sich für den Schwerpunkt Buchillustration entschieden. Seine Abschlussarbeit war ein Kinderbuch, das ich übrigens auch jedem ans Herz legen kann: »Lindbergh. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus« erzählt von einer Maus, die das Fliegen lernt.

Das Buch wurde publiziert, es wurde übersetzt, und der Künstler wurde mit Preisen überhäuft; es wurde ein echter Bestseller. Verdient, denn es ist ausgesprochen schön gestaltet und wunderbar erzählt. Irgendwie ist es also nachvollziehbar, dass Kuhlmann eine indirekte Fortsetzung zu »Lindbergh« in Angriff nahm.

Das ist jetzt »Armstrong«. Auch hier spielt eine Maus die Hauptrolle. Sie ist so klein wie alle anderen Mäuse, aber ihre Neugierde ist viel größer. So sitzt sie jede Nacht vor einem Fernrohr und schaut auf den Mond. Die Frage, die sich stellt, ist für eine Maus völlig nachvollziehbar: Kann der Mond wirklich aus Käse bestehen? Die Maus beschließt, sich den Mond einfach aus der Nähe anzusehen ...

Wie sie experimentiert und scheitert, wie sie baut und konstruiert, das ist wunderbar gezeichnet. Alles wirkt nachvollziehbar, wenngleich »beinharte« Science-Fiction-Fans jetzt einwenden würden, dass es wissenschaftlich nicht funktioniert. Die Regeln der Physik seien nun mal andere, könnte man zu diesem Buch sagen.

Was Kuhlmann aber schafft, sucht seinesgleichen: Er nimmt eine ungewöhnliche Idee, und er setzt sie in gelungene Bilder und eine schöne Geschichte so gut um, dass man sich keine Gedanken mehr darüber macht, ob die geschilderten Techniken wirklich funktionieren könnten. Die Bilder sind beeindruckend, sie zeigen die tolle Architektur der Mondrakete und immer wieder das pfiffige Gesicht der Maus.

Für mich war »Armstrong« der beste Science-Fiction-Roman des Jahres 2016. Ich möchte dieses Buch all jenen ans Herz legen, die Science Fiction mögen, diese aber gern auch mal mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten können.

Erschienen ist das wunderschöne Buch im Nordsüd-Verlag; es ist 128 Seiten stark und schmückt jedes Bücherregal. Mithilfe der ISBN 978-3-314-10348-3 kann man es in jeder Buchhandlung bestellen, ebenso bei Versendern wie Amazon. (Zur Qualität der Hörbuchfassung kann ich nichts sagen; es gibt eine. Allerdings weiß ich nicht, wie man die Einheit aus Text und Bild sinnvoll übertragen konnte.)

Informationen rings um »Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond« stellt der Verlag direkt auf seiner Internet-Seite zur Verfügung. Auch auf der Internet-Seite des Künstlers gibt es Skizzen aus dem Buch und einige Hintergründe zu seinem Werk zu sehen. Richtig gelungen ist darüber hinaus ein kleines Youtube-Filmchen zu diesem Buch – unbedingt anschauen!
 

Klaus N. Frick

 

Armstrong
Kuhlmann, Torben
Nord-Süd-Verlag
ISBN/EAN: 9783314103483